Fortuna Düsseldorf holt den Erfolg von der Ersatzbank

Rückkehrer schüren Konkurrenzdruck : Fortuna wechselt den Erfolg ein

Fortunas sehr gleichmäßig besetzter Kader kann das große Plus des Aufsteigers werden. In den nächsten Wochen kommen weitere Alternativen zurück.

Stammplatz-Garantie? Für Friedhelm Funkel ist das ein absolutes Fremdwort. Mit Ausnahme von Torhüter Michael Rensing, dem der Fortuna-Trainer nach dem 2:1-Sieg beim FC Augsburg deutlich das Vertrauen aussprach („Micha ist unsere Nummer eins, und das wird auch so bleiben“), kann sich kein Spieler seines Platzes in der Startelf sicher sein. Bestes Beispiel dafür war in Augsburg Kapitän Oliver Fink, der großen Anteil an den drei Siegen zum Ausklang der Hinrunde gehabt hatte und am Samstag trotzdem 90 Minuten auf der Bank verbrachte.

Wie ausgeglichen Fortunas Kader besetzt ist, wurde in Augsburg jedoch auf noch spektakulärere Weise deutlich. Denn Funkel holte den Sieg von der Bank – nicht nur, indem der Coach 25 Minuten vor dem Ende den Siegtorschützen Benito Raman einwechselte. Auch seine beiden weiteren Joker Aymen Barkok und Rouwen Hennings hatten trotz kürzerer Spielanteile ganz starke Szenen und meldeten damit Ansprüche auf mehr Einsatzminuten an.

Der Trainer sieht es mit Genuss. „Genau dafür haben wir eine so starke Bank“, sagt Funkel schmunzelnd. „Wir im Trainerteam wollten, dass die Einwechselspieler Druck machen und die Augsburger Unsicherheit ausnutzen. Der Plan ist aufgegangen, und jetzt wird der Konkurrenzkampf bei uns immer größer.“ Nicht zuletzt dadurch, dass die nach dem Aufstieg verpflichteten Profis inzwischen voll in der Mannschaft angekommen sind. Beim 2:1 am Samstag, dem vierten Sieg in Serie, standen sieben Zugänge in der Startformation – Saisonrekord für die Düsseldorfer.

Beim Blick auf die nächsten Wochen wird Funkels Grinsen noch ein bisschen breiter. „Es kommen schließlich ein paar gute Jungs zurück“, kündigt der 65-Jährige an. „Adam Bodzek war ja wegen seiner fünften Gelben Karte nur für ein Spiel gesperrt und steht am Sonntag gegen Leipzig wieder im Kader. Und bei Marcel Sobottka und Jean Zimmer dauert es auch nicht mehr so lange, bis sie nach ihren Verletzungen wieder mitmischen können.“ Mit etwas Glück könnte es bei beiden schon für das dann folgende Heimspiel gegen den VfB Stuttgart (10. Februar, 18 Uhr) reichen.

Und dann gibt es ja noch die Chance, durch frisches Blut den Konkurrenzkampf weiter anzuheizen. Der aus Brighton ausgeliehene Linksverteidiger Markus Suttner kann eine Alternative zu Niko Gießelmann werden, Dawid Kownacki könnte im Angriff für Impulse sorgen, wenn das Leihgeschäft mit Sampdoria Genua gelingt. Die große Ausgeglichenheit im Kader ohne echte Stars kann zum entscheidenden Plus im Abstiegskampf werden.