Nach Heimpleite gegen Holstein Kiel So hart geht Fortuna-Trainer Thioune mit seinem Team ins Gericht

Düsseldorf · Dieser Auftritt seiner Mannschaft war so gar nicht nach dem Geschmack von Daniel Thioune. Der 49-Jährige war komplett bedient wegen der Leistung gegen Holstein Kiel und fand entsprechend deutliche Worte. Was ihn besonders geärgert hat. Was er vermisst hat.

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„Ich bin sehr unzufrieden mit dem Tag“

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Foto: Moritz Mueller

Es war eines dieser Spiele, hinter die man am besten schnell einen Haken macht. Ziemlich früh in der Partie zwischen Fortuna und Holstein Kiel deutete sich an, wohin die Reise gehen würde. Die 0:1-Pleite im letzten Heimspiel des Jahres gegen die „Störche“ war fast schon ein wenig schmeichelhaft.

Daniel Thioune war entsprechend bedient und ließ in jedem ihm entgegengehaltenen Mikrofon seinem Frust freien Lauf. Es hatte sich gehörig etwas angestaut beim Cheftrainer des Zweitligisten aus dem Rheinland. „Ich bin maximal unzufrieden mit der Darbietung, die wir von Minute eins an auf den Platz gebracht haben“, sagte der 49-Jährige. „Es geht nicht darum, dass ich der Mannschaft die Bemühungen absprechen will, aber zum wiederholten Male geraten wir in einem Heimspiel in Rückstand.“

Thioune weiter: „Wir können da vor allem gegen eine so gute Mannschaft, die eine Idee mit dem Ball hat, nicht immer hinterherlaufen. Da habe ich absolut kein Verständnis für. Es geht darum, auch mal in den Flow zu kommen und vier Spiele hintereinander zu gewinnen. Da fehlt mir mittlerweile absolut die Akzeptanz, da habe ich überhaupt kein Verständnis für. Ich finde, es gehört einfach mehr dazu.“

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Foto: dpa/Roland Weihrauch

An diesen Worten ließ er auch die Öffentlichkeit teilhaben, richtete sie aber bereits im Kreis auf dem Rasen unmittelbar nach dem Abpfiff an seine Mannschaft. „Ich habe meiner Enttäuschung freien Lauf gelassen“, bekundete er, und meinte, dass es klar sei, „sauer“ zu sein, „wenn man so eine Partie abliefert“.

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Foto: Frederic Scheidemann

Grund genug hatte er tatsächlich, und auch gleich eine ganze Reihe von Akteuren überbot sich zu Beginn in Passivität. Besonders augenscheinlich wurde das beim 1:0 von Lewis Holtby. Der 33-Jährige gilt mit seinen 1,76 Meter nicht gerade als Kopfballungeheuer, doch an diesem Nachmittag reichte es aus, um Jamil Siebert (1,93 Meter) locker-flockig zu überspringen.

Doch bereits einen Schritt vorher in der Entstehung war noch viel unverständlicher, warum niemand eingegriffen hatte. Philipp Sander erhielt zu viel Platz und schweißte das Leder an die Latte – den Abpraller konnte dann eben Holtby verwerten. Florian Kastenmeier im Tor von Fortuna war überhaupt nicht amüsiert über das Abwehrverhalten seiner Mitspieler. Besonders Isak Johannesson bekam seine Zuwendung. Denn der trabte nur in der Gefahrenzone herum, ohne sich wirklich für die Störung seines Gegenspielers zu interessieren.

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Foto: Frederic Scheidemann

Spieler wie Johannesson, aber auch Christos Tzolis – an guten Tagen können sie den Unterschied machen. Doch in ihrer Entwicklung fehlt noch die Konstanz, um wirklich den nächsten Schritt zu gehen. Erneut waren beide nicht in der Lage, dem Spiel ihren Stempel aufzudrucken.

Thioune dürfte bemüht sein, die Fehler möglichst schnell mit seinem Team aufzuarbeiten und dann den Blick auf das kommende Wochenende zu richten. Im letzten Auswärtsspiel des Jahres muss Fortuna erneut zum 1. FC Magdeburg reisen. Diesmal ist es kein 1,7-Millionen-Euro-Duell wie zuletzt beim Sieg im DFB-Pokal-Achtelfinale.

Aber: Steht vielleicht diesmal sogar noch etwas mehr auf dem Spiel? Es geht darum, im Aufstiegsrennen nicht noch mehr abreißen zu lassen und sich eine möglichst optimale Ausgangsposition zu verschaffen, um in der Rückrunde erholt voll anzugreifen.

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