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Fortuna Düsseldorf - His-Törchen, die etwas andere Gegnervorschau auf den SV Darmstadt 98

His-Törchen – die etwas andere Gegnervorschau : Als Fortuna siegte und am Ende doch Darmstadt feierte

Die Heimbilanz in den Duellen zwischen Düsseldorf und Darmstadt spricht für Fortuna. Das bestätigte sich auch in einem besonderen Spiel der beiden Freitag-Kontrahenten 2015. Doch ein Sinnbild für die damalige Saison war Charlie Benschops Sternstunde beileibe nicht.

Vor Fortuna liegt das letzte Heimspiel einer alles in allem enttäuschenden Saison. Wozu die Mannschaft von Trainer Daniel Thioune in der Lage ist, hat sie in den vergangenen drei Monaten eindrucksvoll gezeigt. Sehr spät allerdings. Seis drum, das kleinste aller Minimalziele ist erreicht – der Klassenerhalt.

Der Freitag-Gegner SV Darmstadt 98 hat die Hürde Klassenerhalt bereits am 20. Spieltag übersprungen. Genug Zeit, sich höhere Ziele zu stecken. Wenn die „Lilien“ ab 18.30 Uhr in der Arena auf dem Platz stehen, geht es für die Hessen um nicht weniger als den Aufstieg in die Bundesliga.

Das Hinspiel Die Partie am 3. Dezember am Böllenfalltor darf man getrost als die Düsseldorfer Sternstunde der Hinrunde betrachten. Fortuna lieferte das mit Abstand beste Spiel unter Christian Preußer. Dem jungen Coach dürfte dieser Sieg über den Winter gerettet haben.

Die Düsseldorfer waren gegenüber den Wochen zuvor nicht wiederzuerkennen. Von Beginn an setzten sie den Gastgeber massiv unter Druck, pressten früh und erkämpften sich häufig bereits in der Hälfte der „Lilien“ das Spielgerät. Nach 16 Spielminuten trug das erste Früchte: Nach toller Vorarbeit von Marcel Sobottka machte Rouwen Hennings das 0:1. Im Gegensatz zu vielen anderen Auftritten blieb Fortuna diesmal am Drücker und belohnte sich erneut. Dass der Schuss von Hennings noch unhaltbar abgefälscht wurde, war das Glück des Tüchtigen (0:2, 41).

Nach dem Wechsel zeigten die Rot-Weißen, dass sie sich auch aufs Verteidigen verstehen. Allen voran Adam Bodzek sorgte dafür, dass die sonst so treffsicheren 98er das Düsseldorfer Bollwerk nicht überwinden konnten. Auch ohne ihren Kapitän, der nach 68 Minuten mit doppeltem Rippenbruch das Feld verlassen musste, setzte Fortuna aber auch in der Offensive immer wieder Nadelstiche. Einen dieser Konter nutzte Khaled Narey nach 76 Minuten zum vorentschiedenen 0:3. Erst nach einem Foulspiel von Raphael Wolf kamen die Gastgeber nach 85 Minuten per Strafstoß zum Ehrentreffer zum 1:3-Endstand.

Die Heimbilanz …spricht für den Klub aus Flingern. Insgesamt kam es bisher zu acht Meisterschaftsduellen auf Düsseldorfer Boden. Am 17. März 1979 stellten die „Lilien“ kein größeres Hindernis dar und wurden mit 4:0 abgefertigt. 1981 gab es das zweite und damit auch vorerst letzte Erstligaspiel. Vor 10.000 Zuschauern trennten sich die Mannschaften 2:2, wobei der Darmstädter Ausgleich erst kurz vor Toreschluss hingenommen werden musste (86.)

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In Liga zwei verlor Fortuna gleich zweimal mit einem Tor Unterschied ihre Heimauftritte. 1988 gab es ein 0:1, fast auf den Tag genau ein Jahr später ein 1:2. Vor einer 23-jährigen Pflichtspielpause, zwischen 1992 und 2015, setzte Fortuna mit einem 4:1 einen Riegel vor einen aufkommenden Darmstadt-Komplex. Die bisherigen drei Arena-Auftritte der Hessen gingen allesamt an Fortuna, die somit seit 1992 eine blitzsaubere Heimweste gegen den SV 98 vorweisen können.

Das Spiel der Spiele … macht auf den ersten Blick den Eindruck einer unspektakulären Partie von vielen. Und eigentlich war sie das auch.

Am 21. März 2015 folgten 28.658 Zuschauer dem Aufruf, Fortuna beim Heimspiel gegen Darmstadt zu unterstützen. Auf der Trainerbank musste der erfolgreiche Amateurcoach Taskin Aksoy die verkorkste Saison zu Ende führen. Dabei traf er auf einen Kader, der zu diesem Zeitpunkt die Lustlosigkeit in Person war. Doch an diesem März-Tag bequemten sich die Profis einmal aus ihrer Komfortzone und boten den treuen Fans etwas für ihr Geld.

Am Ende siegte Fortuna gegen die Hessen mit 2:0 (1:0). Gegen die damals 16 Spiele niederlagenfreien „Lilien“ gewannen die Rot-Weißen durch einen Doppelpack von Charlison Benschop (44./Foulelfmeter und 66.) und linsten sogar noch einmal in Richtung Aufstiegsplatz, doch die Wahrheit war eine andere. Mit gerade einmal drei Siegen nach der Winterpause rutschten die Düsseldorfer noch bedrohlich nah an die Abstiegsplätze und ließen Aksoy im Regen stehen. Dagegen warf die Niederlage Darmstadt nicht aus der Bahn, und der Aufsteiger schaffte sogar den Durchmarsch ins Oberhaus.

Worum es geht Mit dem Klassenerhalt ist die Luft aus der Saison im Grunde draußen. Gefragt ist jetzt der Charakter und der Wille, sich trotzdem quälen zu wollen. Fortuna wird das Zünglein an der Aufstiegswaage sein und in den letzten 180 Minuten im Fokus der Öffentlichkeit stehen. Zudem gilt es, die niederlagenfreie Serie zu verteidigen und die lange Zeit leidenden Fans zu belohnen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Fortunas Scorerliste 2021/22