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Fortuna Düsseldorf: His-Törchen – die etwas andere Gegnervorschau auf den 1. FC Nürnberg

His-Törchen – die etwas andere Gegnervorschau : Diesen Rekord bringt der „Club“ mit zur Fortuna

Ein Altmeister kommt zu einem anderen Altmeister: Die Fußballgeschichte ist reich an Duellen zwischen Fortuna und dem 1. FC Nürnberg. Viele davon hatten ganz entscheidenden Charakter, eine brachte sogar einen Rekord. Welcher das ist und was am Freitagabend den Düsseldorfern Hoffnung macht.

Am Freitagabend ab 18.30 Uhr macht der Nürnberger Fußball-Zirkus Station in Düsseldorf. Dass bedingt durch die aktuelle Corona-Schutzverordnung nur 750 Zuschauer im weiten Eck  der Arena zugelassen sind, wird wieder einmal eine neue Erfahrung für die Mannschaften sein. Setzen wir darauf, dass die Sponsoren, die „verdienten Mitglieder“ und die sonstigen Kartenempfänger dieses (hoffentlich) einmalige, schaurige Erlebnis durch einen Sieg in guter Erinnerung behalten. Für alle nicht so verdienten Mitglieder und Fans gibt es hoffentlich schon sehr bald wieder die Gelegenheit, ihre Liebe und Treue zur Fortuna unter Beweis zu stellen.

Mit oder ohne Fans, ein Hauch von Nostalgie lässt sich so oder so nicht von der Hand weisen. Am Abend kreuzen schließlich zwei wahre Altmeister ihres Faches die fußballerischen Klingen. Schien es so, als wäre die Club-Defensive in den ersten Spielen der Saison fast unüberwindbar, so hat sich die Lage nun geändert. Zwar hat der FCN bei weitem nicht die Sorgen, die Fortuna derzeit durchlebt, doch sportlich musste der fränkische Gast in den jüngsten fünf Begegnungen gleich dreimal geschlagen den Platz verlassen. Bei einer Niederlage in Düsseldorf droht ein Abdriften ins Niemandsland der Tabelle.

Das Hinspiel Der Sommer 2021 hat uns nicht gerade mit vielen Sonnenstunden verwöhnt. Einen der wenigen hochsommerlichen Tage erwischten die beiden Mannschaften zum dritten Spieltag am 14. August. Das Thermometer stieg weit in den roten Bereich, doch trotzdem schien Fortuna zunächst nicht auf Betriebstemperatur zu kommen. Den Clubberern gehörten eindeutig die ersten 45 Minuten, ohne damit besonders brenzlige Situationen heraufzubeschwören. Torlos wechselten die Teams die Seiten.

Im zweiten Durchgang hatten zunächst die Düsseldorfer den besseren Start. Nach gerade einmal 180 Sekunden bot sich für Dawid Kownacki eine Kopfballchance Marke „Todsicher“, doch der Pole setzte den Ball neben den verwaisten Kasten des FCN. So nahm das Unheil seinen Lauf. Zwei Standardsituationen entschieden den Meisterschaftskampf zu Gunsten des Teams von der Noris. Das 1:0 für Nürnberg resultierte aus einem Freistoß, den Christopher Schindler per Hinterkopf in die Maschen setzte (59.). „Game over Fortuna“ hieß es in der achten Minute der Nachspielzeit, als Edgar Prib im Strafraum keine bessere Lösung fand als ein Foulspiel. Nürnbergs Enrico Valentini verwandelte den fälligen Strafstoß sicher.

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Heimbilanz In den vergangenen beiden Heimspielen gegen die Franken ging Fortuna als Sieger vom Platz. Doch die schlechte Nachricht folgt auf dem Fuß: Gerade in der 2. Bundesliga hingen die Trauben zu oft zu hoch. Die Heimauftritte im Unterhaus endeten unentschieden (zwei Spiele), oder gingen sogar an den Club (drei Spiele). Ein einziges Mal siegte Fortuna bei einem Torverhältnis von 8:11.

In den 13 gemeinsamen Jahren Bundesliga endeten dafür überraschend viele Spiele mit einer Punkteteilung – deren sechs. Immerhin siegte Fortuna fünfmal, während sie dreimal in die Röhre guckte, Tordifferenz: 23:17.

Gerne gesehen ist der Gast aus Franken im Vereinspokal. Dreimal DFB-Pokal – dreimal buchten die Düsseldorfer die nächste Runde. Lediglich im Tschammer-Pokal, dem Vorgänger des heutigen Wettbwerbs, mussten die Flingerner im November 1940 zu Hause die Segel streichen (0:1). Bleiben noch ein Spiel um die Deutsche Meisterschaft, in dem sich F95 in der Gruppenphase geschlagen geben musste (1937), ein Spiel in der Aufstiegsrunde zur 1. Bundesliga und fünf Freundschaftsspiele auf Düsseldorfer Boden. Eine Partie sticht dabei besonders hervor, das 1:10 im Februar 1946 – ein Jahrhundert-Rekord, Fortunas höchste Heimniederlage in der Vereinsgeschichte. Und dann müssen wir auch noch an zwei verlorene Endspiele (Deutsche Meisterschaft 1936 und DFB-Pokal 1962) erinnern, jeweils auf neutralem Boden.

Spiel der Spiele Vor dem vorentscheidenden Duell mit dem FCN um den Bundesliga-Aufstieg 1971 lief alles bestens für Fortuna: Sie hatte bis dahin alle vier Spiele zu Null gewonnen. Doch etwas unwohl dürfte Trainer Heinz Lucas schon gewesen sein, denn in Lothar Weschke und Hilmar Hoffer fehlten zwei Außenstürmer verletzungsbedingt. Doch mit breiter Brust und einem bärenstarken Dieter Herzog, der in den vorangegangenen vier Spielen jeweils unter den Torschützen war, kompensierte Fortuna diese Ausfälle .An jenem 13. Juni 1971 war Herzog war beim 2:0-Erfolg an beiden Toren beteiligt. Nach 18 Minuten erzielte er die Düsseldorfer Führung, keine sechs Minuten später landete seine Flanke vor den Füßen von Egon Köhnen, der das Leder aus vollem Lauf versenkte.

Schockstarre nach 34. Minuten: F95-Kapitän Fred Hesse musste nach einem Zusammenstoß mit einem Rippenbruch ausscheiden, und auch Egon Köhnen humpelte nach einem heftigen Foul nach 63 Minuten vom Feld.  Gut, dass sich Lucas auf seine „Aushilfskräfte“ von den Amateuren verlassen konnte. In Peter Biesenkamp, Benno Beiroth und Heiner Baltes standen am Schluss gleich drei Amateure auf dem Rasen, und dies ohne einen Qualitätsverlust.

Was Hoffnung macht Am Freitag interessiert die Historie nur am Rande – selbst dass Fortuna 2018 den Nürnbergern die Deutsche Zweitligameisterschaft in deren Wohnzimmer weggeschnappt hat. Nein, am Freitag besteht die Hoffnung einzig und allein darin, dass die Mannschaft hinter ihrem Trainer steht und das auch zeigen will. Kurz: Es ist Charakter gefragt.

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