Fortuna Düsseldorf - Hertha BSC: Die fünf wichtigsten Fakten zum Sieg

4:1 gegen Hertha BSC: Die fünf wichtigsten Fakten zum Fortuna-Sieg

Mit dem 4:1 über Hertha BSC hat Fortuna Düsseldorf ihre Durststrecke von sechs Bundesliga-Niederlagen in Folge beendet. Dabei spielten vor allem fünf Faktoren eine Rolle. Das sind sie.

Diese fünf Dinge machte Fortuna gegen Hertha BSC gut:

1. Nur wer schießt, kann auch treffen

Fortunas Offensivspiel wirkte schon bei der 0:3-Niederlage in Mönchengladbach verbessert – allerdings nur in den Ansätzen. Vor Wochenfrist litt es noch sehr darunter, dass die Düsseldorfer viel zu selten den Abschluss gesucht hatten. Das war beim 4:1-Erfolg über Hertha BSC entscheidend anders. Bereits in der torlosen ersten Hälfte wagte Fortuna endlich wieder Torschüsse, zum Teil sogar aus der Distanz. Beginnend mit Takashi Usamis Traumtor belohnte sich der Aufsteiger dann auch für diesen Mut.

2. So spielt man Überzahl

Es geschieht recht häufig im Fußball, dass ein Spieler des Feldes verwiesen wird. Doch so konsequent, wie Fortuna dies gegen Hertha tat, wird eine Überzahl selten genutzt. „Außergewöhnlich“ nannte Fortunas Trainer Friedhelm Funkel diese Qualität und kassierte dafür ein Lob seines ehemaligen Spielers Pal Dardai, der heute Trainer der Berliner ist: „Wenn ein so erfahrener Trainer wie Friedhelm auf der anderen Seite arbeitet, dann sagt er seinen Spielern auch, wie man eine Überzahl ausnutzt.“ Fortuna tat das nach der Gelb-Roten Karte gegen Maximilian Mittelstädt kurz vor der Pause, die Dardai auf die „Naivität“ seines Schützlings schob, mit präzisen Diagonalbällen, die die Berliner immer wieder ans Laufen brachten und schließlich zermürbten.

3. Rensings Parade zur rechten Zeit

Der Favorit aus Berlin hatte nur wenige Torchancen – genau genommen neben Davie Selkes spätem Treffer zum 3:1 nur eine einzige. Hier war Fortunas Torhüter Michael Rensing gefordert, und er bestand diese Probe mit Bravour. Als Herthas Torjäger Ondrej Duda in der 16. Minute allein vor ihm auftauchte, wehrte der gebürtige Emsländer großartig ab. Ein Rückstand zu diesem frühen Zeitpunkt hätte die Partie vermutlich in ganz andere Bahne gelenkt.

Kommentar zum Spiel: Fortuna besiegt Hertha BSC mit 4:1

4. Funkels Mut zu Umstellungen wird belohnt

Fortunas Cheftrainer krempelte seine Mannschaft vor allem in der Zentrale um. Marcin Kaminski spielte in der Innenverteidigung anstelle von Kaan Ayhan. Adam Bodzek und Kevin Stöger kehrten ebenfalls in die Startelf zurück und bildeten die Doppel-Sechs. Alle drei überzeugten, wobei insbesondere Bodzek mit einer blitzsauberen Vorstellung seine Kritiker geradezu beschämte. Das stellte hinterher auch Funkel heraus: „Adam war herausragend. Ich freue mich sehr für ihn, zumal ihn viele Beobachter ja gar nicht so gern in der Mannschaft sehen.“

5. Es stimmt innerhalb der Mannschaft

Benito Raman kommt in der 83. Minute ins Spiel und schießt noch zwei Tore. Nach dem ersten läuft der Belgier übers halbe Feld und springt dem Trainer in die Arme, obwohl der ihn erst so spät eingewechselt hat – die ganze Mannschaft inklusive Torhüter Rensing bildet eine Jubeltraube. Zuvor hat bereits Takashi Usami das wichtige 1:0 erzielt, nachdem er als japanischer WM-Spieler über Monate hinweg mit der Rolle eines Ersatzspielers hatte vorlieb nehmen müssen. Und Kaan Ayhan, der ausgerechnet an seinem 24. Geburtstag auf die Bank versetzt wurde, feiert ausgelassen mit den Kollegen den Sieg. „Kaan hat es richtig gut aufgenommen, als ich ihm die Sache heute Morgen erklärt habe“, berichtet Funkel. „Es war ein sehr gutes Gespräch, und er hat meinen Geburtstagsglückwunsch trotzdem angenommen.“ All diese Eindrücke sind bezeichnend für das gute Klima in der Mannschaft, in der es keine Grüppchenbildung gibt – ein wichtiges Zeichen, wenn Fortuna die Trendwende schaffen will.

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