Fortuna Düsseldorf: Henkel-Chef Carsten Knobel verlässt den Aufsichtsrat

Wegen neuer beruflicher Herausforderung : Henkel-Chef Carsten Knobel verlässt Fortunas Aufsichtsrat

Carsten Knobel bekleidet als stellvertretender Vorsitzender eine wichtige Position in Fortunas Kontrollgremium. Zum Jahresende steigt er jedoch aus – weil er sich voll auf seine neue Rolle als Chef des Henkel-Konzerns konzentrieren wolle.

Auf Fortunas Wahlausschuss kommen arbeitsreiche Wochen zu. Einen neuen Kandidaten für den Aufsichtsrat musste er ohnehin suchen, nachdem Christian Veith seinen Rücktritt erklärt hatte. Zum Jahresende wird nun jedoch ein weiterer Platz im Kontrollgremium frei, denn ein prominentes Mitglied hat seinen Ausstieg angekündigt: der neue Henkel-Chef Carsten Knobel.

„Mit der Ernennung zum CEO von Henkel habe ich mich auch eingehend mit meiner zukünftigen Rolle bei der Fortuna beschäftigt und bin zu dem Schluss gekommen, dass mein Fokus ab Januar 2020 ausschließlich auf der Führung von Henkel liegen muss“, erklärt Knobel, der bislang das Amt des Stellvertreters des Aufsichtsratsvorsitzenden Reinhold Ernst bekleidete.

Am Freitag teilte Knobel seinem langjährigen Mitstreiter Ernst, den übrigen Mitgliedern des Kontrollgremiums sowie dem Wahlausschuss seine Entscheidung mit, dass er sein Mandat zum Jahreswechsel niederlegen möchte. Die Gründe hierfür lägen ausschließlich in seiner neuen beruflichen Aufgabe als Vorstandsvorsitzender bei Henkel, die am 1. Januar offiziell beginnt. Mit der Lage bei Fortuna oder seiner Arbeit im Verein habe die Entscheidung nichts zu tun, versichert er.

„Die Führung eines DAX-Konzerns mit mehr als 20 Milliarden Euro Umsatz und 53.000 Mitarbeitern in aller Welt erfordert ungeteilte Aufmerksamkeit“, betont der 50-Jährige. „Henkel ist seit rund 25 Jahren meine Heimat – in beruflicher wie auch persönlicher Hinsicht. Ich schulde Henkel, seinen Mitarbeitern und Aktionären meine ungeteilte Aufmerksamkeit, Kraft und Zeit. Dieser Verantwortung will ich gerecht werden.“ Zugleich wolle er auch vermeiden, dass seine Verpflichtungen im Aufsichtsrat der Fortuna durch seine noch arbeitsintensiveren Aufgaben bei Henkel belastet werden.

„Seit fast fünf Jahren gehöre ich dem Aufsichtsrat der Fortuna an, davon etwa vier Jahre als stellvertretender Vorsitzender dieses Gremiums“, sagt Knobel weiter. „Das war eine großartige Zeit, und ich bin sehr stolz auf alles, was wir gemeinsam erreicht haben. Der Verein ist mir in all den Jahren ans Herz gewachsen, und natürlich werde ich der Fortuna auch weiterhin immer eng verbunden bleiben.“

Dazu gehörte nicht zuletzt der Aufstieg in die Fußball-Bundesliga im Frühjahr 2018 und die damit verbundene weitere Professionalisierung des Vereins, zu der Knobel mit seinem Fachwissen als Finanzchef des Henkel-Konzerns maßgeblich beitrug. Mit Reinhold Ernst bildete er eine mächtige Doppelspitze im Aufsichtsrat, der laut Fortunas Satzung unter anderem die wichtige Aufgabe hat, den Vorstand einzusetzen. Knobel nahm kürzlich noch an der Mitgliederversammlung Fortunas teil, auf der dem Vorstandsvorsitzenden Thomas Röttgermann der Rücken gestärkt wurde.

„Diese Entscheidung ist mir sehr schwergefallen“, versichert Knobel. „Aber ich bin überzeugt, dass sie für Henkel wie auch für die Fortuna richtig und konsequent ist.“