Fortuna Düsseldorf: Heimschwäche und Freitagsspiele kosten Fortuna Zuschauer

Fortuna Düsseldorf : Heimschwäche und Freitagsspiele kosten Zuschauer

Im Endspurt der Zweitliga-Saison 2016/17 war auf die Fans von Fortuna Düsseldorf Verlass. Zum Abstiegsduell gegen Erzgebirge Aue kamen 37.320 Zuschauer in die Esprit-Arena. Das korrigierte den Schnitt etwas nach oben.

Die Heimschwäche hat Fortuna Zuschauer gekostet. Und das nicht zu knapp. Sieben Monate mussten die Fans auf einen Sieg in der Esprit-Arena warten, so viel Geduld hatten nicht alle. Am 34. Spieltag war es gegen Erzgebirge Aue endlich wieder so weit. Klub und Anhänger feierten ein 1:0, das gleichzeitig den Klassenerhalt in der 2. Bundesliga bedeutete. Die Spielzeit schloss Rot-Weiß auf Platz elf ab. In der Heimtabelle wurde es Rang 17 — bei nur vier Siegen.

In der Saison 2014/15 kamen im Schnitt 30.013 Besucher, in der vergangenen Saison waren es 26.460, nun 25.975 (insgesamt 441.583). In der Zuschauertabelle der 2. Bundesliga reichte das nur zu Platz sieben hinter dem VfB Stuttgart (857.188), Hannover 96 (622.996), dem FC St. Pauli (499.822), dem 1. FC Nürnberg (490.175), Dynamo Dresden (484.756) und dem 1. FC Kaiserslautern (448.262). Besucher-Schlusslicht war der SV Sandhausen (114.434).

"Die Atmosphäre war unglaublich"

"Es freut mich besonders, dass wir unsere Fans mit einem Heimsieg belohnen konnten. Die Atmosphäre vor über 37.000 Zuschauern war unglaublich", sagte Trainer Friedhelm Funkel in den Katakomben der Arena. Die Ticketaktion "Alles aus Liebe — Alle ins Stadion" war ein voller Erfolg. Fortuna-Boss Robert Schäfer hatte im Vorfeld vehement einen Sieg gefordert. Und die Mannschaft, der ein Unentschieden für den Klassenerhalt gereicht hätte, holte sich die drei Punkte verdientermaßen gegen harmlose Gäste.

Die Stimmung im Stadion war bundesligareif. Klammert man aus, dass am Sonntag mal wieder ein Feuerwerk abgefackelt und das Aue-Tor mit Papier eingedeckt wurde, kann man vor der Düsseldorfer Anhängerschaft nur den Hut ziehen. Kapitän Oliver Fink fasste treffend zusammen: "Unsere tollen Fans waren die einzige Konstante in dieser Saison." Auch wenn man natürlich feststellen musste, dass schlechter Fußball vor allem in der Rückrunde schlechte Zuschauerzahlen bedeutete.

Immer wieder freitags

Doch nicht nur das miese Gekicke war ärgerlich: Fortuna musste freitags häufiger ran als viele andere Teams in der 2. Bundesliga — nämlich zwölfmal, achtmal davon zu Hause. Das stößt Verein und Fans sauer auf. Die frühe Anstoßzeit um 18.30 Uhr sorgt bei Heimspielen dafür, dass weniger Zuschauer in die Arena kommen. Arbeitnehmer, die nicht in unmittelbarer Nähe des Stadions wohnen, brauchen tolerante Chefs, um es pünktlich zum Fußball zu schaffen. Der Zuschauerschnitt sank zwischenzeitlich unter die Kalkulation von 25.000.

Fortuna hatte die DFL schon nach der Hinrunde aufgefordert, für einen Ausgleich zu sorgen. "Durch die DFL wurde uns eine Verbesserung der Situation in der Rückrunde zugesichert. Die neue Ansetzung zeigt, dass dies nicht passiert ist", sagte Schäfer Ende März: "Wir müssen im Gegenteil die uns daraus entstehenden Nachteile tragen. Unseren Fans wird so die Möglichkeit genommen, unsere Mannschaft bei unseren Heimspielen anzufeuern."

Platz sieben in der Zuschauertabelle

Fortunas Vorstandsvorsitzender Schäfer erklärte auch: "Ich habe dem zuständigen Kollegen der DFL mitgeteilt, dass wir die ständigen Freitagsspiele der Fortuna im Interesse der Gleichheit des Wettbewerbs aufarbeiten müssen, um hier zukünftig ein ausgewogenes Verhältnis herzustellen."

Hier geht es zur Infostrecke: Die Zuschauertabelle der 2. Bundesliga 2016/17

(jado)