Fortuna Düsseldorf hat Elfmeterärger aus dem Hinspiel nicht vergessen

Vor dem Westderby gegen Gladbach : Fortuna hat den Hinspielärger nicht vergessen

Am Samstag um 15.30 Uhr erwartet Fortuna Düsseldorf den niederrheinischen Nachbarn Borussia Mönchengladbach. Die 0:3-Niederlage im Hinspiel ärgert den Aufsteiger immer noch – vor allem, weil sie durch einen unberechtigten Handelfmeter eingeleitet wurde.

Es gab einmal eine Zeit, da war Felix Brych bei Friedhelm Funkel richtig beliebt. Da sagte der Trainer der Düsseldorfer Fortuna auf seinen Pressekonferenzen Sätze wie: „Ich bin immer froh, wenn Felix Brych unsere Spiele pfeift. Er ist wirklich der beste deutsche Schiedsrichter und hat die Partie mit seiner unaufgeregten Art und natürlichen Autorität richtig im Griff.“

Mit dieser Zuneigung ist es längst vorbei. Funkel fragt sich ebenso wie viele rätselnde Fußballfans, was seit der WM 2018 aus dem einst so souveränen Münchner Unparteiischen geworden ist, der seitdem immer wieder durch Fehlentscheidungen auffiel. Zudem werfen Kritiker dem 43-jährigen Juristen häufig ein grenzwertig selbstbewusstes Verhalten vor.

Bei Fortunas Gastspiel bei Borussia Mönchengladbach im vergangenen November kam in Funkels Augen beides zuammen. Namentlich in der Szene kurz nach der Pause, als ein von Alassane Plea aus kurzer Distanz geschossener Ball Fortunas Innenverteidiger Kaan Ayhan am angelegten Arm traf. Sicherlich kein Elfmeter – für Brych allerdings schon. Der Münchner zeigte auf den Punkt, Thorgan Hazard verwandelte zum 1:0 für Borussia und legte in einer bis dahin offenen Partie damit den Grundstein zum späteren 3:0-Sieg der Gladbacher. Was Funkel vor allem auf die Palme brachte: „Brych hielt es nicht für nötig, sich die Szene noch einmal auf Video anzusehen. ,Ich habe alles auch so genau gesehen’, sagte er nur auf unsere Anfrage hin. Das ist ein maßlos arrogantes Verhalten.“

Auch Ayhan hatte kein Verständnis für das Vorgehen des Referees. „Ich habe mir die ganze Zeit selbst die Frage gestellt, wie ich da anders reingehen soll“, sagte Fortunas Innenverteidiger. „Mein Ellenbogen war am Körper, da bekomme ich ihn dran. Ich kriege den Ball aus einem halben Meter gegen den Körper. Wo soll ich sonst meine Arme hinpacken?“ Nun wäre das Ganze ja eine bloße Angelegenheit zwischen Fortuna und Felix Brych, wenn sich nicht nach dem Spiel Borussen-Trainer Dieter Hecking auf bemerkenswerte Weise aus dem Fenster gelehnt hätte. Auf die Frage, wie er die vorentscheidende Elfmeterszene gesehen habe, antwortete Hecking damals: „Wir hätten auch ohne den Elfmeter gewonnen.“

Auch wenn Hecking ein guter Kumpel Funkels ist und von diesem auch im Vorfeld des Rückspiels sehr gelobt wurde, hat man bei Fortuna diese Haltung nicht vergessen. Schädlich für die Motivation in der Partie am Samstag in der Arena ist sie jedenfalls ebenso wenig wie Heckings interessante Ausführung, ein Derby gebe es für Gladbach nur gegen Köln – der Aufsteiger möchte seinem Gast auch deshalb nur zu gern die Champions-League-Ambitionen für die nächste Saison ein wenig erschweren.

Ob der Schiedsrichter in dieser Partie erneut eine Rolle spielen wird, weiß noch niemand, aber Felix Brych kann jedenfalls nicht eingreifen. Hauptschiedsrichter am Samstag ist Tobias Stieler aus dem hessischen Obertshausen, als Videoassistent fungiert der Hannoveraner Robert Schröder. Kaan Ayhan hat bereits angekündigt, in einer ähnlichen Situation die Hände nicht hinter dem Rücken verschränken zu wollen: „Dann sehen wir ja aus wie beim Sackhüpfen.“ Und das kann niemand wollen.

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