Fortuna Düsseldorf gewinnt Rheinderby gegen den 1. FC Köln mit 2:0

2:0-Erfolg gegen Köln : Fortuna ist Derbysieger

Fortuna Düsseldorf hat das erste Mal seit 1999 wieder ein Derby gegen den 1. FC Köln gewonnen. Rouwen Hennings und Erik Thommy erzielten die Treffer beim 2:0.

Mehr als 22 Jahre hatten die Anhänger darauf gewartet, sich mal wieder in der höchsten deutschen Spielklasse messen zu dürfen. Düsseldorf gegen Köln. Rivalität pur. Die gute Nachricht: Es blieb beim Wettstreit auf dem Rasen, Nebenkriegsschauplätze blieben aus. Das rein sportliche Duell entschied die Fortuna mit 2:0 (1:0) für sich – ein ganz wichtiger Erfolg im Kampf um den Klassenerhalt. Es war der erste Sieg gegen die Kölner seit dem 23. April 1999 (2:1 in der zweiten Liga). Der bis dato letzte Sieg (3:1) in der Bundesliga war am 21. Oktober 1989.

"Es war ein verdienter Sieg. Wir waren von der ersten Minute an kämpferisch im Spiel und haben alles rausgehauen", sagte Fortuna-Sportvorstand Lutz Pfannenstiel.

Die einzigen beiden Düsseldorfer Akteure aus dem aktuellen Kader, die schon ein echtes Rheinderby zwischen Fortuna und Köln gespielt hatten, sind Adam Bodzek und Kapitän Oliver Fink (2013 in der zweiten Liga). „Aber jeder von uns hat mit anderen Klubs schon Derbys gespielt. Spätestens beim Aufwärmen wird jeder merken, um was es hier geht“, hatte Hoffmann vor der Partie gesagt.

Und in der Tat war die Atmosphäre natürlich kein Vergleich zum 2:1 gegen Aue im Pokal am Mittwoch, als nur etwa 20.000 Zuschauer den Weg in die Arena fanden. Gegen die Domstädter war das Stadion mit 51.155 Besuchern – bis auf die von den Behörden vorgeschriebenen Sicherheitszonen – ausverkauft. Eine schöne Choreografie der Fortuna-Ultras im Stile afrikanischer Mythologie unter dem Motto „Selbst wenn die Welt mal untergehe, Fortuna ewig weiterlebe“ schaffte beim Einlaufen den passenden Rahmen – und natürlich wurde im Verlauf des Spiels auch auf beiden Seiten ein bisschen gezündelt. Ansonsten blieb es im Stadion ruhig.

Die beiden Derby-Spezialisten Bodzek und Fink durften dann – im Gegensatz zu Hoffmann – auch von Beginn an ran. Fortunas Trainer Friedhelm Funkel entschied sich für ein 4-2-3-1 mit Fink hinter Rouwen Hennings als einziger Spitze. Kasim Adams verteidigte für Andre Hoffmann. Auf Außen stürmten der sehr agile Erik Thommy und der voll auf Betriebstemperatur agierende Jean Zimmer.

Es war direkt Feuer in der Partie. Beide Teams schenkten sich in den Zweikämpfen rein gar nichts. Schiedsrichter Sven Jablonski entschied sich für die lange Leine und musste mehrfach bei Rudelbildungen schlichten. Ein schönes Fußballspiel war dadurch nicht möglich, war aber auch nicht erwartet worden.

Die erste nennenswerte Chance hatten die Kölner. Nach einer Flanke von Jonas Hector kam Ex-Fortune Simon Terodde – von Adams sträflich alleine gelassen – zum Kopfball, setzte diesen aber deutlich neben das Tor (11.). Fortunas erster Torabschluss war spektakulär, aber relativ ungefährlich für Kölns Torhüter Timo Horn, der einen Volley von Thommy aus 35 Metern locker herunterpflückte (14.). Deutlich gefährlicher war der Kopfball von Rouwen Hennings zehn Minuten später. Der Torjäger hätte nach eine Ablage von Ayhan die Führung erzielen müssen, doch der 32-Jährige traf aus kurzer Distanz nur den Pfosten.

Doch Hennings bekam schließlich die Chance, ganz in Ruhe für das 1:0 zu sorgen. Der starke Mittelfeldmotor Alfredo Morales wurde von Rafael Czichos im Strafraum gefoult – klarer Elfmeter. Hennings legte sich die Kugel zurecht und jagte sie souverän ins rechte Eck – sein sechster Saisontreffer. Der Kölner Anhang fand sich von seiner Mannschaft nicht würdig repräsentiert und forderte mit dem Halbzeitpfiff: „Wir wollen euch kämpfen sehen!“

Das Team von Trainer Achim Beierlorzer kam dann auch mit mehr Schwung aus der Kabine. Als Kingsley Schindler im Vollsprint an der Strafraumkante von Niko Gießelmann geschubst wurde und fiel, rechneten viele Zuschauer mit einem Elfmeterpfiff, doch Jablonski reagierte nicht – eine strittige Entscheidung. Fortuna wirkte in dieser Phase nicht mehr so konzentriert und entschlossen in den Zweikämpfen. Terodde scheiterte nach Adams-Fehler an Fortunas Torhüter Zack Steffen.

Und dann kam die entscheidende Situation in diesem Derby: Kaan Ayhan schlug den Ball weit in die Kölner Hälfte, Thommy machte sich auf den Weg und Timo Horn entschied sich völlig falsch, blieb im Tor. Thommy nahm den Ball mit dem Kopf mit, ließ erst den zurückgeeilten Kingsley Schindler aussteigen und dann Horn mit seinem Schuss ins linke Eck keine Chance – 2:0 (61.). Die Fortuna-Anhänger kürten sich lautstark zur „Nummer eins am Rhein“, während die Kölner „die Schnauze voll“ hatten.

Funkel stellte kurz darauf auf 5-4-1 um, und die Kölner fanden kein Rezept mehr gegen die gut gestaffelt stehenden Düsseldorfer. Während Fortuna durch diesen Sieg auf Platz 13 springt, rutschen die Kölner auf den vorletzten Platz ab.

Vor dem Spiel hatte es Befürchtungen gegeben, dass es rund um das Spiel zu Krawallen kommen könnte. Rund 200 Fans des 1. FC Köln waren unerwartet am Bilker S-Bahnhof angekommen. Eigentlich sollten sie am Fernbahnhof zum Derby anreisen. Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort und ließ die Anhänger schließlich mit Bussen zur Arena transportieren. Bereits am Samstag waren drei Ziegenköpfe im Umlauf des Kölner Stadions gefunden worden.

Statistik:

Düsseldorf: Steffen - Matthias Zimmermann, Ayhan, Adams, Gießelmann - Morales (81. Sobottka), Bodzek - Zimmer (78. Kownacki), Fink (67. Andre Hoffmann), Thommy - Hennings. - Trainer: Funkel

Köln: Timo Horn - Ehizibue, Bornauw, Czichos, Katterbach (7. Höger) - Skhiri, Hector - Schindler (78. Modeste), Schaub, Drexler (63. Cordoba) - Terodde. - Trainer: Beierlorzer

Schiedsrichter: Sven Jablonski (Bremen)

Tore: 1:0 Hennings (38., Foulelfmeter), 2:0 Thommy (61.)

Zuschauer: 51.155 (ausverkauft)

Beste Spieler: Adams, Thommy - Skhiri

Gelbe Karten: Bodzek (4) - Ehizibue (3), Terodde (3), Drexler (2)

Torschüsse: 9:8

Ecken: 3:4

Ballbesitz: 42:58 %

Zweikämpfe: 107:98

Hier geht es zur Bilderstrecke: Fortuna - Köln: die Bilder des Spiels

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