Fortuna Düsseldorf gewinnt ohne die Achse Kaan Ayhan und Marcel Sobottka

Vorher als Stammspieler gesetzt : Fortuna gewinnt ohne Sobottka und Ayhan

Vor Saisonbeginn schienen nur wenige Spieler beim Bundesliga-Aufsteiger gesetzt zu sein. Kaan Ayhan und Marcel Sobottka gehörten dazu – doch ausgerechnet sie fehlten jetzt beim 4:1 über Hertha BSC.

Als am 25. August Fortunas Bundesliga-Abenteuer begann, stand der Aufsteiger vor vielen Unwägbarkeiten. Ist der Kader stark genug für die neuen Anforderungen, haben die Zuschauer genug Geduld – diese und ähnliche Fragen standen im Vordergrund. Eine der wenigen Gewissheiten schien zu sein, dass Kaan Ayhan in der Innenverteidigung und Marcel Sobottka im zentralen Mittelfeld gesetzt sind.

Von wegen: Im Heimspiel gegen Hertha BSC waren beide nicht dabei, und ausgerechnet dann fuhren die Düsseldorfer ihren zweiten Saisonsieg ein, der mit 4:1 zudem überzeugend ausfiel.

Von einer Wachablösung kann dennoch keine Rede sein. Allein schon deshalb, weil Sobottka definitiv gespielt hätte, wenn es die Gesundheit zugelassen hätte. „Wir haben doch alle in den vergangenen Wochen gesehen, was für ein wichtiger Spieler Marcel Sobottka für uns ist“, erklärt Trainer Friedhelm Funkel. „Leider hat es mit seiner Patellasehnenreizung ein wenig gedauert. Marcel muss das hundertprozentig auskurieren.“

Bemerkenswert war dann gegen Hertha schon eher, dass Funkel freiwillig auf Alfredo Morales verzichtete, den früheren Ingolstädter sogar aus dem Kader strich – obwohl er doch als vermeintlich idealer Vertreter für Sobottka galt. Das hatte sich freilich schon unmittelbar nach dem 0:3 in Mönchengladbach eine Woche zuvor angedeutet, als der Coach öffentlich Morales’ mangelnden Einsatz vor dem vorentscheidenden zweiten Treffer bemängelt hatte.

Den Fehlpass, den Morales eben nicht ausbügelte, hatte seinerzeit Ayhan gespielt. Im Verbund mit weiteren Patzern in Gladbach und seiner ganz schwachen Vorstellung beim 1:7 in Frankfurt führte das zur Versetzung des türkischen Nationalspielers auf die Bank; ausgerechnet an seinem 24. Geburtstag.

Ein nachhaltiger Bannstrahl für Ayhan, der ebenso wie Sobottka in Gelsenkirchen geboren wurde und mit ihm gemeinsam in der Schalker Jugend kickte, ist jedoch nicht zu befürchten. „Kaan bleibt unser Abwehrchef“, versicherte Funkel bereits kurz nach dem Abpfiff gegen die Berliner. „Ich habe am Morgen vor dem Spiel mit Kaan geredet, und es war ein sehr gutes Gespräch.“ Ayhan habe die Entscheidung richtig gut aufgenommen, sagte der 64-Jährige. „Ich habe ihm erklärt, dass er mal eine Verschnaufpause braucht, dass er sich oft zu viel zu Herzen nimmt.“

Funkel hofft darauf, dass dem Innenverteidiger die zweiwöchige Fortuna-Auszeit gut tut, in der Ayhan mit der türkischen A-Nationalmannschaft gegen Schweden (Samstag, 18 Uhr) und in der Ukraine (20. November, 18.30 Uhr) antritt. „Das ist mal eine schöne Abwechslung für Kaan“, meint Funkel, „und dann kommt er mit voll aufgeladenen Akkus zu uns zurück.“

Fortuna kann es brauchen, denn nach der letzten Länderspielpause des Jahres geht es am 24. November gleich zum FC Bayern. Und dort kann sie trotz der starken Darbietung ihrer Vertreter gegen Hertha auf die altgewohnte Schalker Achse Kaan Ayhan/Marcel Sobottka kaum verzichten.

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