Fortuna Düsseldorf gewinnt gegen Union Berlin mit 2:1

2:1 gegen Union Berlin : Thommy schießt Fortuna zum Last-Minute-Sieg

Die Düsseldorfer holen mit dem 2:1 gegen Union Berlin einen eminent wichtigen Sieg im Abstiegskampf. Ein Verzweiflungsschuss in der 90. Minute entscheidet die Partie.

Die Zeichen standen auf Schulterschluss. Schon beim Warmmachen zur Partie gegen Union Berlin feierten die treuen Fans auf der Südtribüne die Spieler von Fortuna Düsseldorf, als habe es das Abrutschen auf einen direkten Abstiegsplatz nie gegeben. Und die Unterstützung ging im Spiel unvermindert weiter, was unterm Strich ein wichtiger Faktor beim 2:1-Sieg der Gastgeber war. In der 90. Minute setzte der eingewechselte Erik Thommy einen Flatterball ins Netz und brachte die Arena zum Kochen.

Friedhelm Funkel hatte die Devise unmissverständlich vorgegeben. „Ich werde gegen Union auf die Spieler setzen, die sich einhundertprozentig mit der Fortuna identifizieren“, sagte der Trainer. Die Bereitschaft, alles zu geben und das Letzte aus sich herauszuholen, sollte bei der Zusammenstellung des Spieltagskaders und der Startelf den Vorrang vor Talent haben. Deshalb war es in Teilen schon ein wenig überraschend, wen der 66-Jährige dann tatsächlich aufs Feld beorderte: Die Außenstürmer Nana Ampomah und Dawid Kownacki sind zwar sicher nicht als Sündenböcke für die jüngste Pleitenserie zu nennen, stehen aber mit ihrer vergleichsweise kurzen Historie im Verein auch nicht gerade als Symbole für tiefe Verbundenheit mit Fortuna.

Für Ampomah und Kownacki blieben Jean Zimmer und Erik Thommy draußen, die allgemein in der Anfangsformation erwartet worden waren. Und Marcel Sobottka stand sogar gar nicht erst im Kader: Den Mittelfeldspieler erwischte eine Fieberattacke, die sein Mitwirken unmöglich machte. So standen dann neben Alfredo Morales die beiden alten Haudegen Adam Bodzek und Oliver Fink im zentralen Mittelfeld – und über deren Identifikation mit dem Verein muss sich nun wirklich niemand irgendwelche Gedanken machen.

Tatsächlich gab von der ersten Minute an niemand im Düsseldorfer Dress Anlass zu Zweifeln in dieser Richtung. Spielerisch glückte längst nicht alles, aber die Funkel-Elf nahm den Antrieb, den die Fans Fans lautstark Richtung Rasen brüllten, kämpferisch voll auf und warf sich in jeden Zweikampf, als sei es der letzte. Der Lohn dafür stellte sich sieben Minuten vor der Pause ein. Kapitän Fink, ohnehin in jeder Beziehung ein Vorbild, verlängerte einen langen Abschlag von Torhüter Zack Steffen in den Lauf von Rouwen Hennings, der den Ball mit seinem vermeintlich schwächeren rechten Fuß in die lange Ecke hämmerte – das elfte Saisontor des Norddeutschen.

Ein Eckball der Berliner kurz nach Wiederbeginn änderte die Situation dann drastisch. Michael Parensen stocherte den Ball im Nachsetzen zum 1:1 ins Netz, und der Ausgleich nahm die Ordnung aus Fortunas Spiel. Hatten die Düsseldorfer zuvor bei allem Druck, der auf ihnen lastete, kühlen Kopf und viel Geduld bewahrt, so begannen sie nun, hektisch zu werden. Union nahm das mit dem ganzen Selbstbewusstsein einer bislang überragenden Saison auf und stieß immer wieder gefährlich in die Lücken, offenbarte dabei vor allem bei Standards die defensive Anfälligkeit der Gastgeber. Der entscheidende Treffer gelang jedoch Fortuna durch Thommys beherzte Aktion, bei der er freilich von einem Aussetzer von Torhüter Rafal Gikiewicz profitierte – aber das war den Düsseldorfer Fans herzlich egal.

Statistik:

Düsseldorf: Steffen - Matthias Zimmermann, Ayhan, Andre Hoffmann, Suttner - Morales, Bodzek - Fink - Kownacki (90.+2 Bormuth), Hennings, Ampomah (67. Thommy). - Trainer: Funkel

Berlin: Gikiewicz - Friedrich, Florian Hübner (46. Mees), Parensen - Trimmel, Andrich, Gentner, Lenz - Ingvartsen (62. Ujah), Bülter (83. Ryerson) - Andersson. - Trainer: Fischer

Schiedsrichter: Benjamin Cortus (Röthenbach)

Tore: 1:0 Hennings (38.), 1:1 Parensen (48.), 2:1 Thommy (90.)

Zuschauer: 45.490

Beste Spieler: Hennings, Fink - Andersson, Bülter

Gelbe Karten: Bodzek (6), Thommy (2) - Lenz, Trimmel (3), Friedrich (4), Gentner (2)

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