Fortuna Düsseldorf: Georg Koch adelt Michael Rensing

Experten-Urteil : Georg Koch adelt Fortuna-Torhüter Rensing

Von 1991 bis 1997 machte Georg Koch 102 Erst- und Zweitligaspiele für Fortuna im Tor. Als Experte beurteilt er die Leistung der Düsseldorfer Torhüter in der abgelaufenen Saison – und fällt ein positives Urteil.

Michael hatte es nicht immer einfach. Mit dem Stempel als ehemaliger Bayern-Torhüter, der dort nicht mehr gebraucht wurde, herumzulaufen, ist eine schwere Last. Umso mehr freut es mich, dass er sich in den vergangenen Jahren so stabilisiert hat. Im Abstiegskampf brauchst du einen Torwart, der die Bälle hält und Punkte gewinnt. Das hat Michael in der vergangenen Spielzeit gemacht, vor allem in der Rückrunde.

Er hat wieder viele schwierige Situationen gemeistert und ist noch stärker zurückgekommen. Deshalb ist er für mich der Spieler der Saison bei Fortuna. Auch wenn die Offensiven auch einen tollen Job gemacht haben, Michael war einer der Garanten für die 44 Punkte.

Ich hatte das Gefühl, dass er nun nach der Saison gehen wird. Doch ich freue mich, dass er bleibt, und sich dem Kampf um den Platz im Tor stellt. Die Entwicklung von Michael ist sicher auch ein Verdienst von Trainer Friedhelm Funkel und Torwarttrainer Claus Reitmaier. Sie machen das herausragend.

Bei Jaro Drobny fand ich toll, dass er sich in seinem Alter nochmal auf dieser Bühne präsentieren durfte. Und wenn er ran durfte, hat er das auch klasse gemacht. Noch wichtiger war aber vielleicht, dass er überhaupt verpflichtet wurde. Denn dadurch hat Michael im Winter nochmal richtig Druck bekommen. Das hat ihm geholfen. Als Torhüter musst du immer gefordert werden. Wenn da einer hinten dran ist, der dir deinen Platz wegnehmen will, dann pusht dich das enorm. Das war bei mir so, und das ist heute auch noch so.

Wirklich leid tut mir Raphael Wolf. Er war der Mann, der den Aufstieg ermöglicht hat. Und dann hatte er aufgrund seiner schwierigen Verletzung keine Möglichkeit gehabt, sich auch mal wieder in der Bundesliga zu präsentieren. Schade!

Jetzt bin ich gespannt, wen Sportvorstand Lutz Pfannenstiel noch auf der Torhüterposition verpflichten wird. Sicher ist aber in jedem Fall: Michael wird den Platz zwischen den Pfosten auf keinen Fall freiwillig hergeben.

(erer)