Fortuna Düsseldorf: Gelungener Saisonstart mit 3:1-Sieg bei Werder Bremen

3:1-Sieg bei Werder Bremen : Fortuna Düsseldorf feiert glänzenden Saisonauftakt

Fortuna Düsseldorf macht in der Bundesliga genau dort weiter, wo sie im Mai aufgehört hat. Nach einer erheblichen Steigerung in der zweiten Hälfte gewinnt die Elf von Friedhelm Funkel verdient mit 3:1 bei Werder Bremen. Es ist der erste Sieg an der Weser seit 42 Jahren.

Friedhelm Funkel verzeichnete seinen ersten kleinen Sieg bereits vor dem Anpfiff. Als Stadionsprecher Arnd Zeigler bei der Verkündung der Aufstellungen für das Saison-Auftaktspiel von Fortuna Düsseldorf beim SV Werder Bremen über die Stadionlautsprecher seinen Namen nannte, brandete Riesenapplaus auf – aus dem Bremer Fanblock. Ein Zeichen dafür, wie beliebt der 65-Jährige selbst bei der Konkurrenz ist. Ob diese Beliebtheit durch das Ergebnis gelitten hat, kann man nur spekulieren – in jedem Fall siegte Fortuna nach Toren von Rouwen Hennings, Kenan Karaman und Kaan Ayhan 3:1. Aufgrund der starken zweiten Hälfte war der erste Erfolg im Weserstadion seit 1977 verdient.

Vielleicht war es die Erinnerung an sein sensationelles Tor mit 66 Metern Anlauf beim 4:1 gegen den SV Werder in der vergangenen Saison. Jedenfalls beorderte Funkel etwas überraschend den türkischen Nationalstürmer Kenan Karaman, der in der Vorbereitung mit einigen Blessuren zu kämpfen gehabt hatte, anstelle von Oliver Fink in die Startelf. Karaman bildete dort eine Doppelspitze mit dem als Kapitän aufgebotenen Rouwen Hennings, mit der Spezialaufgabe, sich bei Bedarf immer wieder ins Mittelfeld zurückfallen zu lassen.

Die verbleibenden Fragezeichen mit Bezug auf seine Aufstellung beantwortete der Düsseldorfer Coach so: Erik Thommy stürmte über die rechte Seite, Markus Suttner bearbeitete den linken Flügel, und Alfredo Morales behielt seinen Platz vor der Abwehr – zu Lasten von Marcel Sobottka, der wie schon im DFB-Pokal beim FC Villingen (3:1 nach Verlängerung) zunächst auf der Bank Platz nehmen musste.

Zumindest in Sachen Karaman zeigte sich recht bald, dass der erfahrene Trainer den richtigen Griff getan hatte. Bei einem der wenigen erfolgversprechenden Vorstöße Fortunas gab der 25-Jährige nicht auf, obwohl er den Ball nach Matthias Zimmermanns Zuspiel eigentlich schon verloren hatte. Karaman setzte nach, wurde von Nuri Sahin angeschossen und konnte plötzlich in den Bremer Strafraum eindringen. Flache Flanke von rechts auf Rouwen Hennings – und der ließ sich nicht lange bitten und schoss zur Gästeführung ein. 36 Minuten waren zu diesem Zeitpunkt gespielt, und bis dahin war es ein hartes Stück Arbeit für die Düsseldorfer Defensive gewesen.

Werder begann stürmisch, wollte die Rot-Weißen am liebsten gleich in den Anfangsminuten überrennen. Und zu Beginn sah es auch fast so aus, als sollte den Hanseaten dies gelingen. Zu leicht fiel ihnen oftmals das Vordringen in die relevanten Spielfeldzonen, zu unsortiert wirkte der Defensivverbund der Gäste. Doch nach einer Viertelstunde wurde es besser, und das lag unter anderem, dass Lewis Baker das Geschehen im zentralen Mittelfeld immer mehr an sich riss. An der Seite des Engländers steigerte sich auch Morales, so dass das Duo die Mitte dicht und den Bremern die Angriffsgestaltung schwermachte. Werder behielt zwar das optische Übergewicht, doch die Düsseldorfer befreiten sich zusehends und zeigten dann nach Hennings‘ Treffer auch das entsprechende Selbstvertrauen.

Fortuna kam jedoch schläfrig aus der Kabine. Zimmermann, vor der Pause noch zweimal Retter in der Not, verlor 90 Sekunden nach Wiederbeginn unnötig den Ball, und dann folgte noch ein Missverständnis zwischen Morales und Torhüter Zack Steffen. Die Gäste bekamen den Ball nicht weg, was Johannes Eggestein entschlossen zum 1:1 nutzte.

Doch wie schon in der starken Vorsaison scheint auch Funkels aktuelle Elf in der Lage zu sein, Rückschläge schnell wegzustecken. Nur fünf Minuten nach dem Ausgleich trug Niko Gießelmann den Ball mit Verve nach vorn. Ein missglückter Bremer Befreiungsschlag landete auf dem Fuß von Baker, dessen Pass wiederum Thommy direkt auf Karaman weiterleitete. Dessen Schuss kam zwar nicht hundertprozentig platziert, aber so hart, dass Torhüter Jiri Pavlenka ihn zum 1:2 aus Werders Sicht durchrutschen ließ.

Aber es kam noch besser. Thommy zirkelte einen Eckball direkt auf den Kopf von Kaan Ayhan, und der Abwehrchef wuchtete die Kugel zum dritten Treffer in den Giebel. Zu fassen bekamen ihn seine Mitspieler freilich nicht so schnell, denn Ayhan sprintete erst einmal zur Bank, holte sich ein Trikot seines verletzten Kollegen Aymen Barkok und zeigte dieses den Fans, deren Jubel nun noch deutlicher ausfiel. Wenig später verhinderte Pavlenka nur mit einem verzweifelten Hechtsprung das mögliche 1:4 durch Hennings. Das wäre womöglich des Guten etwas zu viel gewesen – und die 3000 mitgereisten Fans feierten ohnehin, als sei das Saisonziel Klassenerhalt bereits erreicht.

Werder Bremen - Fortuna Düsseldorf 1:3 (0:1)

Bremen: Pavlenka - Gebre Selassie, Toprak (82. Sargent), Moisander, Friedl (71. Pizarro) - Sahin - Maximilian Eggestein, Klaassen - Johannes Eggestein, Osako, Rashica (65. Füllkrug). - Trainer: Kohfeldt

Düsseldorf: Steffen - Matthias Zimmermann, Ayhan, Andre Hoffmann, Gießelmann - Morales, Baker - Thommy (76. Pledl), Suttner - Karaman (68. Sobottka), Hennings (85. Fink). - Trainer: Funkel

Schiedsrichter: Felix Zwayer (Berlin)

Tore: 0:1 Hennings (36.), 1:1 Johannes Eggestein (47.), 1:2 Karaman (52.), 1:3 Ayhan (64.)

Zuschauer: 42.100 (ausverkauft)

Beste Spieler: Maximilian Eggestein, Rashica - Steffen, Karaman

Gelbe Karten: - Karaman, Thommy

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