Fortuna Düsseldorf gegen Werder Bremen: Bilanz spricht gegen Fortuna

Gegner Werder Bremen im Check: Die Bilanz spricht gegen Fortuna

Fortuna Düsseldorf eröffnet am Freitag den 14. Bundesliga-Spieltag mit einem Gastspiel bei Werder Bremen. Vor allem mit einem Bremer Stürmer hat Fortuna-Trainer Friedhelm Funkel nicht die besten Erfahrungen gemacht.

Das Spiel

Werder Bremen misst der Heimpartie gegen Außenseiter Fortuna Düsseldorf große Bedeutung bei. Sie soll nach fünf sieglosen Partien der Wendepunkt sein. Die Nordlichter stehen unter Druck, denn sie müssen gewinnen, um sich nicht vom Saisonziel, dem Erreichen der Europa League, verabschieden zu müssen. Derzeit sind es drei Punkte Rückstand auf Rang sechs. Im Falle einer weiteren Partie ohne dreifachen Punktgewinn wäre zudem endgültig die Euphorie weg, die es in der Stadt seit dem hervorragenden Saisonstart gibt. „Wir müssen, und wir werden gewinnen“, sagt Werder-Coach Florian Kohfeldt. Fortuna ist aus seiner Sicht der „einfachste der vier Gegner“, auf den er mit seiner Elf vor der Winterpause noch trifft. Nach dem Spiel gegen Düsseldorf geht es nach Dortmund, dann empfängt die Mannschaft Hoffenheim und reist anschließend nach Leipzig

Die aktuelle Form

Bremen wie Düsseldorf haben aus den jüngsten sechs Spielen jeweils vier Punkte (1-1-4) geholt und gehören damit zu den aktuell erfolglosesten Teams der Liga (nur Nürnberg ist mit lediglich drei Zählern noch schlechter). Die Krise ließ die Grün-Weißen vom dritten auf den neunten Platz fallen. Dabei waren sie gut gestartet (elf Punkte, 10:6 Tore) und nach fünf Spieltagen drittstärkste Kraft hinter dem FC Bayern (13, 12:3) und Borussia Dortmund (elf, 15:3). Ein Schock war für Werder die 2:6-Niederlage am neunten Spieltag gegen Bayer Leverkusen. Danach lief es nicht mehr rund, Werder verlor sein spielerisches Konzept und leistete sich einfache Fehler in der bis dahin sicheren Defensive.

Die personelle Lage

Den Hanseaten fehlen die beiden etatmäßigen Innenverteidiger Niklas Moisander (Gelb-Rot-Sperre) und Miloš Veljković (Adduktorenverletzung) sowie Philipp Bargfrede (Archillessehne). Zudem klagen Linksverteidiger Ludwig Augustinsson, Claudio Pizarro und Yuya Osako über Erkältungen. Änderungen wird es aber nicht nur in der Defensive geben. In der Offensive soll der Österreicher Florian Kainz, der in den jüngsten drei Partien nicht einmal im 18er-Kader stand, gemeinsam mit Milot Rashica die Bremer Flügelzange bilden.

Fortuna-Coach Friedhelm Funkel steht Innenverteidiger Kaan Ayhan am Freitagabend wieder zur Verfügung. Die Rekonvaleszenten Marcel Sobottka, Andre Hoffmann, Raphael Wolf und Tim Wiesner sind dagegen noch nicht so weit. Außerdem fehlen den Düsseldorfern Aymen Barkok und Diego Contento.

Die Trainer

Größer können die Gegensätze zwischen den beiden Trainern kaum sein: Werder Bremens Florian Kohfeldt ist 36 und war zur Aktivenzeit kein Profi, Friedhelm Funkel feiert nächste Woche seinen 65. Geburtstag und bestritt 320 Bundesligaspiele für Uerdingen und Kaiserslautern. Als Trainer hat er mit zehn Vereinen schon 852 Spiele bestritten (296 gewonnen, 229 unentschieden, 327 verloren), darunter 95 Spiele für Fortuna (38 – 23 – 34). Kohfeldt stand erst in 37 Bundesliga-Spielen an der Seitenlinie (von den aktuellen Erstliga-Trainern kommen nur Nürnbergs Michael Köllner und Frankfurts Adi Hütter auf weniger Partien). Kohfeldt hatte erstmals am 3. November 2017 beim 1:2 der Bremer in Frankfurt als Chefcoach die sportliche Verantwortung und steht an der Weser für einen Offensiv-Fußball mit viel Ballbesitz (meist im 4-3-3-System), während Funkel sehr flexibel agiert.

Stärken und Schwächen

Schwächen haben die Bremer bei der Abwehrarbeit: 22 Gegentore haben sie in 13 Partien schon kassiert. Nur fünf Teams im Fußball-Oberhaus haben mehr Treffer zugelassen. Dabei hatten die Werderaner während der ersten acht Spieltage die viertstärkste Defensive der Liga. Auffällig: Wenn der zweikampfstarke Mittelfeldmann Bargfrede, der über muskuläre Probleme klagt, nicht aufläuft, dann waren die Gastgeber bislang immer anfällig in der Abwehr.

Der direkte Vergleich

Fortuna und der SV Werder spielen die 23. gemeinsame Saison in der Fußball-Bundesliga. Die Bilanz spricht gegen Fortuna: 13 Düsseldorfer Siegen stehen 19 Niederlagen gegenüber, zwölf Mal trennten sich die Klubs Remis. Verheerend ist die Auswärtsbilanz: Nur zweimal haben die Rot-Weißen im Weser-Stadion gewonnen, dagegen 13 Mal verloren. Den ersten Erfolg gab es am 2. Dezember 1972 mit 3:1 durch Treffer von Hans Schulz (54.), Klaus Budde (65.) und Reiner Geye (86.). Den zweiten Auswärtssieg der Fortunen gab es 41 Jahren: Am 22. April 1977 feierten die Rot-Weißen durch Tore von Dieter Brei (54, Elfmeter) und Klaus Allofs (81.) einen 2:0-Erfolg.

Besonderes

Kein Spieler hat mehr Treffer gegen Friedhelm Funkel erzielt als Claudio Pizarro: Siebenmal hat der erfahrenste Spieler der Liga gegen den Trainer-Routinier schon getroffen.

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