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Fortuna Düsseldorf: Gegen Oberligist TSV Meerbusch hat sich der Zweitligist im ersten Testspiel 11:0 durchgesetzt

11:0 gegen Oberligist TSV Meerbusch : So lief das erste Testspiel von Fortuna

Fortuna hat sich im ersten Testspiel in der Vorbereitung unter dem neuen Cheftrainer Christian Preußer 11:0 gegen Oberlligist TSV Meerbusch durchgesetzt. Bei den Düsseldorfern kamen auch Spieler aus dem Jugendbereich zum Einsatz. Daniel Bunk stach besonders hervor.

Antonio, genannt Toni, Molina fand das eigentlich gar keine gute Idee. Seine Mannschaft trainiert erst seit drei Wochen wieder zusammen. Acht Monate durften die Kicker von Oberligist TSV Meerbusch gemeinschaftlich nicht gegen den Ball treten. Als Amateure wurden sie durch die Corona-Schutzverordnung ausgebremst. Acht Monate lang. Und plötzlich ist wieder so etwas wie Normalität da.

Seit drei Wochen trainiert er mit seiner Mannschaft wieder. „Eigentlich absoluter Wahnsinn, dass wir dann gleich zum Auftakt ausgerechnet gegen Fortuna spielen. Ich meine, dass sind Hochleistungsmaschinen.“ Seine Hoffnung: „Nicht mehr als 20 Buden fangen.“ Am Mittwoch sollte es ein halbwegs versöhnlicher Abend für Molina und sein Team werden. Im ersten Spiel unter Christian Preußer siegte Fortuna „nur“ 11:0. Mit zunehmender Spieldauer wurde es ein munteres Scheibenschießen, die tapferen Meerbuscher wehrten sich aber nach Kräften. Da konnte Molina schon zufrieden sein.

Ein Gradmesser war das für keine der beiden Mannschaften. So war es auch niemals geplant. „Wir starten langsam und steigern dann die Intensität immer mehr – auch was die Testspiele angeht“, hatte Preußer erklärt. Der Ausflug nach Meerbusch hat zwei Aspekte. Wirtschaftlich, weil TSV-Mäzen Christoph Peters auch Fortuna als Sponsor unterstützt. Regional, weil Fortuna dadurch die Verbundenheit zur Region unterstreichen möchte.

Es gibt aber auch noch den Punkt „Geschichte“. Denn spätestens seit dem vergangenen Jahr gibt es noch eine besondere Beziehung zwischen den Vereinen. Nach dem Testspiel am 14. August 2020 wurden zwei positive Corona-Fälle bei Fortuna festgestellt – Nana Ampomah und Dawid Kownacki. Für die Hobby-Kicker aus Meerbusch hatte das besonders unangenehme Folgen. Sie lebten tagelang in einer gewissen Unsicherheit. Tests gab es zu diesem Zeitpunkt noch nicht so systematisch wie heute. „Das hat sich nicht gut angefühlt“, erinnert sich Molina. „Wir haben die Schuld nie bei Fortuna gesucht. Wir wussten einfach alle nicht, was auf uns zukommen würde.“

Nun also wieder Meerbusch gegen Fortuna. „Ich hoffe nur, dass diesmal alles ganz normal abläuft“, unkt Molina, wohlwissend, dass in Rouwen Hennings ein Spieler des Gegners unmittelbar vor der Partie wegen eines positiven Corona-Falls in seinem privaten Umfeld in häusliche Quarantäne beordert wurde. „So etwas passiert, kann ja keiner etwas dafür. Wir werden immer versuchen, aus allem das Beste zu machen.“

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Molina hat für den Test gegen Fortuna einige Verstärkung aus der A-Jugend des Vereins bekommen, Preußer aus der U23 und sogar zwei Jugendspielern in der Startelf: Rechtsverteidiger David Savic ist gerade 16 Jahre alt geworden und Mittelfeldspieler Daniel Bunk ist zarte 17. Später kam auch noch Simon Ludwig, ebefalls 17 Jahre alt. In der Innenverteidigung standen zunächst Tim Oberdorf und Nikell Touglo, die allerdings nicht an die Grenzen ihrer Schaffenskraft geführt wurden. Zu dominant war die Düsseldorfer in der Offenisve, alles andere wäre allerdings auch mehr als verwunderlich gewesen.

Und doch kann man in jedem Spiel mindestens kleinere Erkenntnisse ziehen. Bunk zum Beispiel hat durchaus angedeutet, dass ihm eine Perspektive gehören könnte. Und nicht nur, weil er zwei Treffer erzielte. Imponierend, wie selbstverständlich er sich in den Spielaufbau eingeschaltet hat und selbst nach Ballverlusten einfach weitergemacht hat. Ob es schon kurzfristig reichen könnte, um bei den Profis reinzuschnuppern? Es würde bei der Neuausrichtung von Fortuna nicht komplett überraschen, kommt für Bunk aber vielleicht ein Jahr zu früh. Die nächsten Wochen werden auch darüber mehr Aufschluss geben. Körperlich ist er schon jetzt an seine Grenzen geführt worden, fünf Minuten vor dem Ende musste er mit Krämpfen vom Feld. Fortuna spielte die restliche Zeit mit einem Mann weniger.

Und sonst? Preußer blieb bei seiner Premiere relativ ruhig. In der ersten Halbzeit stand er ein, zwei Mal am Seitenrand. Es wäre allerdings auch merkwürdig gewesen, wenn er den großen Zampano gemacht hätte. Er sah ein paar nette Spielzüge und einen (noch) glücklosen Emmanuel Iyoha, der selbst ein paar wirklich leichte Bälle nicht hinter die Linie bringen sollte. Kein großes Drama, aber eben auch eine verpasste Möglichkeit, um sich ein positives Gefühl zu verschaffen. Felix Klaus brachte sich nachhaltig bei einem jungen Zuschauer in Erinnerung – er traf den neben dem gegnerischen Tor stehenden Burschen voll am Kopf. Der Knirps verfolgt den Rest des Spiels brav im sitzen.

Viel Zeit zum Durchatmen haben die Profis nicht. Schon am Donnerstag steht die nächste Trainingseinheit auf dem Programm, Freitag geht es weiter und Samstag dann der Test in Willich.

Hier geht es zur Bilderstrecke: So lief das erste Spiel von Preußer für Fortuna