1. Sport
  2. Fußball
  3. Fortuna

Fortuna Düsseldorf: Gegen Hannover 96 setzt sich F95 in Unterzahl 3:2 durch

3:2 gegen Hannover 96 : Trotz Hartherz-Blackout – Fortuna kämpft sich in Unterzahl zum Sieg

Zweitligist Fortuna hat sich gegen Hannover 96 3:2 durchgesetzt. Nach einem berechtigten Platzverweis gegen den überfordert wirkenden Florian Hartherz musste das Team von Uwe Rösler eine Halbzeit in Unterzahl überstehen. Ohne den Linksverteidiger lief es deutlich besser.

Draußen vor den Toren der Arena im Stadtteil Stockum, flanierten tausende Menschen am Rhein, als sei das Virus von den ersten Sonnenstrahlen vertrieben. Im Stadion war es auf den Tribünen nach wie vor coronabedingt trostlos. Das Zweitliga-Duell auf dem Rasen war indes alles andere als ein Geister-Kick. Bei Fortuna Düsseldorf und Hannover 96 war gleichermaßen die Ernsthaftigkeit in ihrem Engagement spürbar. Für beide Klubs war es womöglich die letzte Chance, den Anschluss um die besten Plätze für den Aufstieg nicht komplett zu verlieren. Am Ende behielten die Hausherren in einer turbulenten Begegnung 3:2 die Oberhand.

Uwe Rösler hatte vor der Partie angekündigt, auf der linken Abwehrseite wieder eine offensivere Variante wählen zu wollen. Die Entscheidung sollte zwischen Florian Hertherz und Leonardo Koutris fallen. Der Trainer entschied sich schlußendlich für die aus seiner Sicht sicherere Bank – sein Zutrauen in den Griechen Koutris ist offenkundig so beschränkt, dass sich in dem Vergleich selbst Hartherz durchsetzen konnte. Natürlich weiß man hinterher immer mehr, aber bereits nach wenigen Spielminuten deutete sich an, dass Hartherz zumindest kein Stabilsator werden würde.

Der Zugang von Arminia Bielefeld war irgendwie bemüht und irgendwie schrecklich überfordert. Gleichwohl machte seine Mitspieler so viel Alarm, dass verschiedene Schwachstellen übertüncht werden konnten. In der Offensive bot Rösler in Rouwen Hennings, Kenan Karaman und Dawid Kownacki drei nominelle Angreifer auf. Der Pole Kownacki freilich wirkte in den ersten 45 Minuten als Flügelspieler auf der linken Seite – ein deutlicher Fingerzeig auch in Richtung Kristoffer Peterson.

Die absolute Torgefahr entstand durch die Umstellung nicht. Wenngleich Fortuna gewillt war, mehr im Vorwärtsgang zu investieren. Nach einer Kopfballablage von Alfredo Morales im gegnerischen Strafraum rasselte Kingsley Schindler mit Felix Klaus zusammen. Felix Zwayer zögerte keine Sekunde mit dem berechtigten Elfmeterpfiff, Hennings mit der Rückennummer 28 verwandelte in der 28. Minute zur Führung.

Fortuna schaffte es hernach aber nicht, das Spiel entscheidend zu beruhigen. In der 40. Minute kam auch noch eine große Portion fehlende Cleverness dazu. Hartherz wollte im Übermut im Strafraum der Hannoveraner den Ball zurückerobern und grätschte dabei seinen Gegenspieler um. Die Gelbe Karte war dafür in Ordnung. Fünf Minuten später zupfte er bei einem schnellen Umschaltspiel am Trikot von 96er Schindler, über diesen Platzverweis beschwerte sich auf Seiten der Düsseldorfer niemand.

Rösler war nun zur Reaktion gezwungen und brachte im zweiten Durchgang tatsächlich Koutris, Hennings blieb für ihn in der Kabine. Der Zugang führte sich gleich prächtig ein und ließ aufblitzen, was in ihm steckt. Er war es, der in der 52. von halblinks auf der anderen Seite Felix Klaus bediente, der sehenswert gegen seinen Ex-Klub zum 2:1 traf. 

Und als auch noch der eingewechselte Shinta Appelkamp bei seinem Comeback zum 3:1 traf, war die Glückseligkeit fast perfekt. Doch bis zum Ende musste gehörig gezittert werden. Hannover kam noch einmal auf 2:3 (79.) heran, in einer hektischen Schlussphase stemmte sich Fortuna mit allen Mitteln gegen den Ausgleich – erfolgreich.

(gic)