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Fortuna Düsseldorf: Gegen die Würzburger Kickers siegen die Hausherren dank Dawid Kownacki

1:0 gegen Würzburger Kickers : Kownacki schießt Fortuna zum Sieg

Beim 1:0 gegen die Würzburger Kickers hatte Trainer Uwe Rösler auf drei Positionen im Vergleich zur Auftaktpleite gegen den HSV neues Personal in die Startelf genommen. Das entscheidende Tor erzielte schließlich Dawid Kownacki.

Leonardo Koutris geisterte als Name seit Wochen im Umfeld von Fortuna Düsseldorf umher. Sportvorstand Uwe Klein hatte intensiv an der Personalie gearbeitet. Am Freitagabend erzielte er schließlich eine Einigung mit Olympiakos Piräus. Der Linksverteidiger setzte sich gleich am Samstag in den Flieger und soll sich die Partie seines neuen Arbeitgebers gegen die Würzburger Kickers in der Arena im Stadtteil Stockum angesehen haben. Klein wollte eine finale Einigung nicht bestätigen, nach Informationen unserer Redaktion soll die Unterschrift nur noch Formsache sein. Der Grieche wurde Zeuge einer Partie, an deren Ende ein 1:0 stand. Mit einer ganz besonderen Schlusspointe: Ausgerechnet Dawid Kownacki erzielte den Siegtreffer. Kownacki war an Covid-19 erkrankt, hatte unter der Woche in der zweiten Mannschaft Spielpraxis gesammelt und wurde 17 Minuten vor Ende eingewechselt. Ein goldenes Händchen von Trainer Uwe Rösler.

In diesen Tagen sind es die kleinen Schritte zurück zu so etwas wie Normalität. In Düsseldorf waren rund 7500 Zuschauer daran beteiligt, die von der Möglichkeit Gebrauch machten, sich das erste Heimspiel der Saison in der Zweiten Liga im Stadion anzusehen. Es hätten 10.800 Besucher sein können. Doch durch die Vorsicht vieler während der Corona-Pandemie und das schlechte Wetter obendrein blieben viele Plätze leer. Die anwesenden Fans machten dafür mächtig Lärm und ließen die lang vermisste Stadion-Atmosphäre aufkommen.

Fortuna schien dieser Umstand gerade in der Anfangsphase zu beflügeln. Immer wieder trugen die Hausherren engagierte Offensivbemühungen vor. Doch mitunter Hektik, fehlende Präzision und ein starker Fabian Giefer im Tor der Gäste verhinderte eine schnelle Führung.

Rösler hatte im Vergleich zur Auftaktniederlage gegen den Hamburger SV gleich auf drei Positionen seine Startelf verändert. Kapitän Adam Bodzek kehrte als Stabilisator ins Mittelfeld zurück und lieferte über weite Strecke Anschauungsunterricht dafür ab, warum er derzeit noch unverzichtbar ist im Spiel der Düsseldorfer. Und auch Kelvin Ofori war eine Belebung auf der rechten Seite und sorgte anstelle von Jean Zimmer für mächtig Wirbel. Kenan Karaman gesellte sich nach seiner kurzen Auszeit wieder in die Offensive, gute Ansätze waren da, aber ihm fehlte besonders in den ersten 45 Minuten noch die Bindung. Karaman wird wohl Fortuna auch über das Ende der Transferperiode am 5. Oktober erhalten bleiben. Klein sagte jedenfalls in der Halbzeitpause bei „Sky“: „Der Trainer hat mit Kenan gute Gespräche geführt. Er wird bleiben und sich hier voll reinhauen.“

Fortuna musste sich über sich ärgern, dass man nicht frühzeitig einen Torerfolg feiern konnte. Brandon Borrello, anfangs ein ständiger Unruheherd auf der linken Offensivseite, hätte freistehend aus elf Metern das 1:0 machen müssen. Auch danach fehlten immer wieder nur Zentimeter. Und so ging es mit einem 0:0 in die Pause. Borrello war indes so eifrig bei der Sache, dass er frühzeitig akut gefährdet für einen Platzverweis war. Nach einer Schwalbe im Strafraum der Würzburger erahnte wohl auch Rösler, dass es besser sein würde, den Australier in der Kabine zu lassen – auch, um nicht Schiedsrichter Robert Hartmann in weitere Verlegenheit zu bringen. Denn der machte aus einer zerfahrenen Partie mit vielen kleinlichen Pfiffen eine Auseinandersetzung mit viel Hektik. Für Borrello wirkte in der zweiten Hälfte Thomas Pledl mit.

Fortuna konnte man nicht absprechen, engagiert bei der Arbeit gewesen zu sein. Man sah allerdings, dass es in Sachen Selbstvertrauen noch deutlich Luft nach oben gibt. Statt sich auf das an sich sehr gute Kurzpassspiel zu verlassen und die Würzburger so durch die Mitte in Verlegenheit zu bringen, setzte man immer wieder über Angriffe über die Außen und entfernte sich damit zu weit vom Tor. In zweiten Durchgang wurde das Spiel variabler, allerdings vernachlässigte Fortuna mitunter auch die eigene Defensive. Florian Kastenmeier agierte umsichtig wie ein Libero und unterband mit energischem Eingriff ins Spiel die Aktionen. Und in der Nachspielzeit krönte er auch noch seine herausragende Leistung, in dem er bravourös einen Elfmeter von Robert Herrmann parierte.

Rösler erhöhte weiter den Druck und bescherte Shinta Appelkamp (für Marcel Sobottka) seine Premiere im Profikader. Für den guten Kelvin Ofori kam Jean Zimmer in die Partie, wohl auch, um die Defensive etwas zu entlasten. Apropos Abwehr: Kevin Danso und Andre Hoffmann harmonierten deutlich besser miteinander und auch Florian Hartherz machte seinen Job ordentlich. Aus unerfindlichen Gründen leistete sich dagegen Matthias Zimmermann einige Unachtsamkeiten.

Das alles rückte am Ende in den Hintergrund. Die große Bühne gehörte Kownacki – der mit seinem Ehrgeiz und Entschlossenheit den Sieg perfekt machte.

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