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Fortuna Düsseldorf: G15-Gipfel enttäuscht Fortuna-Boss Röttgermann

Solidargedanke verletzt : Fortuna enttäuscht von G15-Gipfel

Bei Zweitligist Fortuna ist man enttäuscht darüber, dass sich 15 DFL-Klubs zu einem Gipfel getroffen haben. Der Solidargedanke der Bundesliga sei dadurch verletzt worden. Vorstandschef Thomas Röttgermann macht den Konkurrenten Vorwürfe.

Durch die Bundesliga droht ein gewaltiger Riss zu ziehen. Bei einem von Karl-Heinz Rummenigge initiierten Gipfel in Frankfurt haben 15 der 36 Profiklubs über die wichtigen Zukunftsthemen des deutschen Fußballs diskutiert. Der Vorstandsboss des FC Bayern München hatte bewusst jene Klubs nicht eingeladen, die in einem Positionspapier die Umverteilung der TV-Gelder angemahnt hatten.

„Wir haben ausdrücklich beschlossen, dass der Kompetenzbereich beim DFL-Präsidium liegt. Ich glaube, wir sind gut beraten, keine Impulspapiere durch die Republik zu schicken, was bei anderen Klubs passiert ist“, sagte Rummenigge mit Blick auf das Vorgehen der vier Erstligisten FSV Mainz 05, VfB Stuttgart, Arminia Bielefeld und FC Augsburg sowie von zehn Zweitligisten, darunter auch Fortuna Düsseldorf.

Diese hatten sich für einen neuen Verteilerschlüssel bei den TV-Geldern ausgesprochen. Diese Klubs würden Druck auf das Präsidium der Deutschen Fußball Liga machen, um eine Veränderung in der Geld-Verteilung zu erreichen. „Wir wollen das nicht“, betonte Rummenigge ausdrücklich.

Andere aber schon. „Wir sind erstaunt, dass sich 15 Klubs zu einem institutionalisierten Austausch getroffen haben, um strategische Inhalte und ein gemeinsames Vorgehen in zentralen Fragen der Bundesligen zu besprechen. Dies ist die originäre Aufgabe der DFL-Mitgliederversammlung mit allen 36 Klubs“, sagt Thomas Röttgermann, Vorstandvorsitzender von Fortuna. „Dass Vereine untereinander diskutieren und gemeinsame Interessen zusammenfassen, ist normal und auch gelebte Praxis. So gehört auch Fortuna Düsseldorf zu den Urhebern des Impulspapiers, das kürzlich an das DFL-Präsidium als Denkanstoß versendet wurde. Dass sich aber Klubs zu einem organisierten Treffen verabreden, entspricht nicht dem Solidargedanken der Bundesliga.“

Normalerweise beraten sich die Erst- und Zweitligisten in kompletter Besetzung bei ihren DFL-Mitgliederversammlungen. Zu der ursprünglich geheimen Sitzung im Airport Club waren Spitzenfunktionäre von 14 Fußball-Erstligisten und des Hamburger SV geladen, nicht aber DFB- oder DFL-Vertreter sowie das Quartett mit Mainz, Augsburg, Stuttgart und Bielefeld. Dies hatte im Vorfeld für Unmut gesorgt. Die künftige Verteilung der Medieneinnahmen ist schon lange Streitthema im Profifußball. Die Vereine unterhalb der Spitzenclubs sowie Fan-Organisationen plädieren für mehr Chancengleichheit.

Bei der Verteilung der Einnahmen aus den Medienverträgen von der Spielzeit 2021/2022 an geht es um 4,4 Milliarden Euro aus den nationalen Medienerlösen, die bis nach Ende der Saison 2024/25 unter den 36 Proficlubs aufgeteilt werden. Nach dpa-Informationen ist dazu am 7. Dezember eine DFL-Mitgliederversammlung geplant, die Entscheidung trifft aber das neunköpfige DFL-Präsidium. Jan-Christian Dreesen sitzt dort als einzigen Vertreter eines Spitzenclubs.

„Wir haben leider eine Problematik, dass wir rund 200 Millionen Euro weniger Einnahmen national und knapp 100 Millionen weniger internationale Einnahmen haben. Das heißt zum ersten Mal seit langer, langer Zeit werden alle 36 Clubs weniger in der Tüte haben“, betonte Rummenigge. Allerdings machen das wirtschaftliche Ungleichgewicht zwischen Spitzenclubs wie dem FC Bayern und dem Rest der 1. und 2. Liga vor allem die Gelder aus der Champions League aus.

Bei dem Treffen ging es nach Rummenigges Angaben auch um die Krise beim Deutschen Fußball-Bund. „Wir haben großes Interesse daran, dass der DFB als Dachverband wieder in ruhiges Fahrwasser kommt“, sagte der Münchner Spitzenfunktionär. Man unterstütze den vom neuen Verbandspräsidenten Fritz Keller eingeleiteten Reformprozess. Der 65-jährige Rummenigge sieht auch das Image der Nationalmannschaft als „verbesserungswürdig“ an.

Bei der Suche nach einem Nachfolger von Christian Seifert, der seinen Abschied als DFL-Boss für 2022 angekündigt hat, vertraue man dem zuständigen DFL-Aufsichtsrat – „wir wollen ausdrücklich nicht einen Mister Supermann empfehlen.“

Der „Frankfurter Kreis“ wurde von Rummenigge und den weiteren Spitzenklubs Borussia Dortmund, RB Leipzig, Borussia Mönchengladbach und Bayer Leverkusen initiiert. Der Bayern-Boss sprach von einem „sehr guten Meeting“. Man sei immer bereit, diese Gruppe zu vergrößern.

Offenbar sollte man dazu nur die gleiche Meinung wie die „großen“ Klubs haben.

(mit Material von dpa)

(gic, dpa)