Fortuna Düsseldorf: Fünf Lehren aus dem Spiel gegen RB Leipzig

Lehren aus dem Leipzig-Spiel : Fortuna muss einen kühlen Kopf bewahren

Fortuna hat gegen Leipzig hoch verloren und muss die Niederlage erst einmal verarbeiten. Diese fünf Lehren kann der Klub aus dem 0:4 ziehen.

Nach gut einer Viertelstunde war die letzte Partie am 19. Spieltag der Fußball-Bundesliga schon vorentschieden. Zweimal Yussuf Poulsen und Ibrahima Konaté schossen eine 3:0-Führung für Leipzig in Düsseldorf hinaus. Am Ende steht für Fortuna ein 0:4. Auch aus diesem Spiel kann das Team von Trainer Friedhelm Funkel viel mitnehmen. Hier sind fünf Lehren:

Kühlen Kopf bewahren

Klar, Michael Rensing hat mit seinem Patzer nach nicht mal 90 Sekunden einen erheblichen Anteil an der Niederlage. Dennoch darf ein früher Rückstand nicht dazu führen, dass eine Bundesliga-Mannschaft daraufhin all ihre Vorhaben vergisst und eine Viertelstunde völlig kopf- und konzeptlos über den Platz läuft. Diese Fehler im Aufbauspiel und diese Passivität im Abwehrverhalten nutzt eine Top-Mannschaft wie Leipzig natürlich gnadenlos aus. Nach einem Rückstand sofort wieder Stabilität in die eigenen Reihen zu bekommen, ist einer der wichtigsten nächsten Lernschritte für die Mannschaft von Friedhelm Funkel.

Demütig bleiben

Es war nur ein kleiner Nebensatz von Matthias Zimmermann, aber er ließ doch etwas tiefer blicken. Der Rechtsverteidiger erklärte, dass die Niederlage vielleicht gar nicht schlecht wäre, um „wieder auf den Boden“ zu kommen. Bestimmt sind die Düsseldorfer Profis nicht mit erhobener Nase in die Partie gegen Leipzig gegangen. Aber vielleicht dachte der eine oder andere, dass die erarbeitete Ausgangssituation die kommenden Aufgaben etwas leichter werden lasse und dass das neue Selbstvertrauen das Team schon über den Platz tragen werde. Hier gilt es, Funkels Mantra des demütigen Aufsteigers, der sich jeden Punkt in dieser Liga hart erarbeiten muss, weiter mit Leben zu füllen.

Defensive zuerst

So schön die Entwicklung des Offensivspiels der Fortunen über den bisherigen Saisonverlauf zu erkennen war, gilt es doch, zu beherzigen, dass die Basis für jeden Punktgewinn in der Bundesliga eine stabile Defensive ist. Ein Abwehrverhalten wie - vor allem - bei den Treffern zum 0:2 und 0:3 muss schnellstens wieder abgestellt werden. Wenn Gegenspielern nur Geleitschutz gegeben wird, sind Erfolgserlebnisse extrem unwahrscheinlich. Der Zweikampf ist das Grundelement im Abstiegskampf. Um Zweikämpfe zu führen, muss man aber auch nah genug am Gegenspieler sein. Hier sollten sich die Spieler vielleicht noch einmal das Heimspiel gegen Dortmund anschauen. Das war die Blaupause für eine kompakte, aggressive Defensive.

Pluspunkt Publikum

Selbst ein erfahrener Haudegen wie Oliver Fink war gerührt von der Unterstützung, die Fortuna bis zum Abpfiff genoss. „Wir haben kein Land gesehen, und die Fans feiern uns dennoch“, sagte der 36-jährige Kapitän. „Das zeigt uns, dass wir weiter Rückenwind haben. Es gibt keinen Grund, den Kopf in den Sand zu stecken.“ Dieser Rückhalt kann im Kampf um den Klassenerhalt noch entscheidend werden. Wenn anderswo gepfiffen und die eigene Mannschaft unter Druck gesetzt wird, geben die Düsseldorfer ihrem Team ein Gemeinschaftsgefühl.

Der Nachteil der Ausgeglichenheit

Oft schon in dieser Saison ist die Ausgeglichenheit des Fortuna-Kaders als großer Pluspunkt des Aufsteigers ins Feld geführt worden – und das völlig zu Recht. Gegen Leipzig konnte man die Kehrseite der Medaille erleben, wie zuvor auch schon bei den klaren Niederlagen in Nürnberg und Frankfurt. Wenn es mal schlecht läuft bei Fortuna, dann läuft es meist gleich im Kollektiv schlecht, dann gibt es keine Leuchttürme, an denen sich die Kollegen aufrichten können. Bislang ist es Funkel und seinem Trainerteam stets gelungen, die Mannschaft nach solchen Aussetzern wieder in die Spur zu setzen – das muss auch diesmal wieder gelingen.

Mehr von RP ONLINE