Fortuna Düsseldorf: Fünf Fakten zum 0:2 gegen den FC Schalke 04

Dritte Niederlage in Folge: Fünf Fakten zu Fortunas 0:2 gegen Schalke

Die Choreo vor dem Anpfiff war das Beste an diesem Fußballnachmittag. Dennoch hielt Fortuna mit dem deutschen Vizemeister mit, war aber in den entscheidenden Szenen wieder einmal zu naiv.

1. Der Spielverlauf

Fortuna war in der ersten Hälfte mindestens gleichwertig, hätte aufgrund der besseren Chancen zur Pause sogar führen müssen. Schalke dagegen nutzte seine erste echte Tormöglichkeit nicht einmal zwei Minuten nach der Pause eiskalt aus. Die Düsseldorfer Defensive stellte sich dabei bei Franco Di Santos langer Flanke zu naiv an, wähnte den Ball wohl bereits im Aus – doch Suat Serdar köpfte ihn von der Torauslinie genau auf den Fuß des Torschützen Weston McKennie. Die Gastgeber schienen noch ein wenig in Schockstarre, als Guido Burgstaller einen Abpraller zum 0:2 ins Netz setzte (53.); Torhüter Michael Rensing hatte zuvor einen abgefälschten Schuss von Nabil Bentaleb noch reaktionsschnell gehalten. Fortuna wehrte sich zwar auch in der Folge, steckte nicht auf, kam aber nur noch zu einem Abseitstreffer von Marcin Kaminski.

2. Der Knackpunkt des Spiels

Bereits in der vierten Minute ereignete sich eine letztlich vielleicht spielentscheidende Szene. Fortunas Angreifer Benito Raman lief mit dem Ball allein auf Schalkes Torhüter Ralf Fährmann zu, doch statt an Fährmann mit Tempo vorbeizustürmen, schoss er bereits, als er auf gleicher Höhe mit ihm war – und das zum Leidwesen der Düsseldorfer Fans links vorbei. „Ich war total überrascht, als der Torwart plötzlich stehenblieb, nachdem er zuvor auf mich zugelaufen war“, erklärte der Belgier später. „Deshalb habe ich die falsche Entscheidung getroffen. Wenn ich den gemacht hätte, wäre das Spiel vielleicht ganz anders gelaufen.“ Kein Widerspruch.

3. Die Meinung der Trainer

„Es war kein einfaches Spiel für uns“, sagte Schalkes Chefcoach Domenico Tedesco. „Düsseldorf war sehr aggressiv und hatte in der ersten Hälfte eine gute Zweikampfquote.“ Er sei sehr erleichtert, dass die Begegnung dennoch ein gutes Ende für Schalke genommen habe, ergänzte Tedesco. „Im zweiten Durchgang gab es ein Stück weit eine andere Musik. Wir sind immer wieder hinter die Abwehrkette gekommen, aber Fortuna hat auch nach dem 0:2 nie aufgehört, an sich zu glauben.“ Sein Düsseldorfer Kollege sah sein Team vor der Pause als „die bessere Mannschaft“ an. „Aber solche Riesenmöglichkeiten wie von Benito Raman müssen wir nutzen“, sagte Friedhelm Funkel. „Wir werden weiter daran arbeiten, cleverer und abgebrühter zu werden, damit wir solche Tore auch machen. Wir werden ganz sicher nicht den Kopf in den Sand stecken.“

4. Der Tolpatsch des Spiels

Dodi Lukebakio hätte mit Sicherheit im Fortuna-Kader gestanden – doch er kam zu spät zur Mannschaftsbesprechung am Mittag, und deshalb strich ihn Trainer Friedhelm Funkel aus dem Aufgebot. „Ich stehe voll zu dieser Maßnahme des Trainers“, betonte Sportvorstand Erich Rutemöller. „Darüber muss man mit Dodi sprechen. Er ist ein junger Spieler, aber so etwas muss er lernen.“ Funkel berichtete hinterher, dass es keine weitere Bestrafung des jungen Belgiers geben werde. „Das ist damit erledigt“, sagte der 64-Jährige. „Aber so tief, wie Schalke nach dem 0:2 in der Defensive gestanden hat, wäre Dodi in dieser Partie vermutlich ohnehin nicht hineingekommen. Er hätte seine Schnelligkeit nicht ausspielen können.“

5. Das Beste des Spiels

…gab es diesmal bereits vor dem Anpfiff. Fortunas Ultras inszenierten über die komplette Südhälfte der Arena die größte Choreo, die es jemals in Düsseldorf gab. Unter dem Motto „Diese Stadt gehört uns“ waren die Ränge in Rot und Weiß gehüllt, dazu wurde ein ebenso großes wie beeindruckendes Transparent mit Motiven, die die Tradition des Vereins – wie Meisterschale und DFB-Pokal - unterstrichen, über die Südtribüne gezogen. Dazu lief „Zurück zum Beton“ von der Band Broilers, und ein Ultras-Zeppelin flog über die Zuschaurreihen – eine rundum gelungene Aktion.

(jol)
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