Fortuna Düsseldorf: Friedhelm Funkel trifft auf Mr. Unbekannt Boris Schommers

Fortuna gegen Nürnberg : Funkels Trainer-Duell mit Mr. Unbekannt

Der 1. FC Nürnberg hat einen neuen Trainer: Boris Schommers. Ein bisher völlig unbeschriebenes Blatt. Es ist deshalb schwer zu erahnen, mit welcher taktischen Ausrichtung der Club in Düsseldorf antritt.

Für Friedhelm Funkel ist es eine seltene Begebenheit, dass er einen Kollegen im Fußballgeschäft so gar nicht kennt. Über Boris Schommers sagt er aber: „Wir sind uns noch nie begegnet.“ Das wird sich am Samstag ändern, wenn Schommers als Trainer des 1. FC Nürnberg bei Funkels Fortuna zu einem wichtigen Duell im Kampf um den Klassenerhalt in der Fußball-Bundesliga antritt.

Schommers, 40 Jahre, gebürtiger Leverkusener, ehemaliger Kölner Jugendtrainer – viel mehr gibt der Wikipedia-Eintrag nicht her. Aus Nürnberg hört man bisher ausschließlich Positives über den neuen Mann an der Seitenlinie. Uli Digmayer von den „Nürnberger Nachrichten“ berichtet, Schommers habe die Lockerheit zurückgebracht. „Ich lege viel Wert auf Intensität, aber auch auf Freude. Ich will die Spieler physisch wie kognitiv fordern“, sagt Schommers. Vorgänger Michael Köllner hatte dem Vernehmen nach den Draht zur Mannschaft verloren. Die Ansprachen von Interims-Coach Schommers seien nun deutlich greifbarer und klarer. Übereinstimmende Meinung der Experten: Die Trennung von Köllner ist zu spät erfolgt.

Schommers kam 2017 als U19-Trainer des 1. FC Köln nach Franken, wurde Köllners Assistent. Nun sitzt er auf dem Chefposten, ist „dankbar für die Chance“ und wolle „von Spiel zu Spiel schauen“.

Gegen Borussia Dortmund reichte es in seinem ersten Bundesligaspiel zu einem etwas überraschenden 0:0. „Wir haben am Montagabend alle gesehen, wie unangenehm die Aufgabe werden kann. Sie haben richtig gut gespielt und Leidenschaft gezeigt“, warnt Funkel. „Sie haben ihre Stärken bei Flanken und Standardsituationen, vor allem mit Hanno Behrens. Da müssen wir aufpassen. Wir wissen, was auf uns zukommt, aber wir sind darauf eingestellt.“

So ganz genau weiß Fortunas sportlicher Stab aber natürlich nicht, was durch den neuen Trainer auf sie zukommt. Schommers ließ gegen Dortmund im 4-5-1 spielen. „Ich weiß nicht, ob sie auch gegen uns so defensiv auftreten werden. Wir müssen darauf achten, dass wir mit unserer Aufstellung auch etwas verändern können, falls wir nicht direkt Zugriff auf den Gegner bekommen sollten. Das kann meine Mannschaft“, sagt  Funkel, der sich aber sicher ist, dass sein Team die Aufgabe haben wird, gegen tief stehende Nürnberger das Spiel zu machen: „Ich muss kein Prophet sein, um zu wissen, dass wir gegen Nürnberg mehr Ballbesitz haben werden. Aber der Club ist auch fußballerisch gut unterwegs. Sie hauen die Bälle nicht nur blind nach vorne. Wir brauchen den richtigen Mix zwischen Defensive und Offensive, zwischen sicherer Spielweise und Risiko.“

Im Hinspiel ging das beim 0:3 in Nürnberg gründlich in die Hose. Das dürfte Motivation genug sein. Falls es aber noch zusätzlicher bedarf, hilft vielleicht das Zitat von Boris Schommers: „Ich bin zwar in Leverkusen geboren, aber ich fühle mich als echter Kölner.“

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