Fortuna Düsseldorf: Friedhelm Funkel sieht beste Saisonleistung in Frankfurt

Nach dem 1:2 in Frankfurt : Funkel sieht Fortunas beste Saisonleistung

Fortunas Trainer Friedhelm Funkel nimmt die 1:2-Niederlage bei Eintracht Frankfurt äußerlich gelassen hin. Er sieht die Vorstellung seines Teams besser als beim 3:1-Sieg in Bremen zum Saisonauftakt.

Selbst der Gegner wand Fortuna Düsseldorf einen Kranz. „Das war ein absoluter Kraftakt heute“, sagte Eintracht Frankfurts Trainer Adi Hütter nach dem 2:1-Sieg seines Teams über die Rheinländer. „Wir haben in der ersten Hälfte gar nicht stattgefunden, was auch am Gegner lag. Fortunas Pausenführung war deshalb auch absolut verdient.“ Ein Ritterschlag vom Coach des Europa-League-Halbfinalisten, für den sich die Düsseldorfer aber letztlich nichts kaufen können. Unterm Strich stand eine Niederlage, so unglücklich diese auch war.

„Wir können dennoch viel Positives von hier mitnehmen“, meinte Flügelspieler Erik Thommy. „Wir haben eine gute Leistung gezeigt, es aber nicht geschafft, uns dafür zu belohnen.“ Dies vor allem, weil einem der sonstigen Dauerläufer Fortunas diesmal vorzeitig die Puste ausging. Linksverteidiger Niko Gießelmann war in der Schlussphase sichtlich mit seinen Kräften am Ende und verlor wohl auch deshalb den entscheidenden Zweikampf mit Danny da Costa, der in der 86. Minute Goncalo Paciencia den Ball zum 2:1-Siegtreffer auflegte.

„Da muss Niko einfach stehenbleiben“, monierte Trainer Friedhelm Funkel, „dann geht der Abpraller auch nicht in den Lauf von da Costa.“ Auf die Frage nach Gießelmanns sichtlicher Ermüdung sagte der Coach: „Niko ist ja auch unheimlich viel gelaufen. Leider hatte ich keine Möglichkeit mehr zu wechseln.“ Stimmt schon – aber vielleicht hätte er sich dann besser den vorangegangenen Wechsel von Rouwen Hennings gegen Kenan Karaman erspart. Trotz seines ebenfalls großen Pensums wirkte Torschütze Hennings nämlich noch erstaunlich fit.

In diesen letzten Minuten erinnerten beide Teams nach einem fortwährenden Abnutzungskampf an zwei Boxer in der letzten Runde: Beide hingen schon irgendwie in den Seilen, versuchten aber immer wieder, den entscheidenden Schlag noch zu setzen. Dass es am Ende der Eintracht gelang, war weder verdient noch unverdient – die Hessen hatten einfach das Glück und da Costas Abpraller auf ihrer Seite. Der enorme Druck, den die Eintracht vom Wiederanpfiff an entfacht hatte, war etwa aber der 70. Minute bereits abgeebbt.

Fortunas Niederlage war deshalb extrem bitter, und da spendete auch der starke Beifall aus dem Gästeblock keinen wirklichen Trost. „Mensch, wir haben doch ein gutes Spiel gemacht, oder?“, fragte Innenverteidiger Andre Hoffmann in die Runde und erntete keinen Widerspruch. Funkel ging sogar noch weiter: „Heute haben wir unser wahres Gesicht gezeigt. Meine Mannschaft war heute besser als beim 3:1-Sieg in Bremen, es war ihre beste Saisonleistung.“ Und darauf, so versicherten Trainer und Profis eingangs der nun folgenden Länderspielpause mit einem gewissen Trotz, werde man aufbauen.

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