Fortuna Düsseldorf: Friedhelm Funkel lobt Spieler trotz Pleite in Hannover

Fortuna Düsseldorf: Funkel lobt Spieler trotz Pleite in Hannover

Nach der bitteren 0:1-Niederlage bei Aufstiegsaspirant Hannover 96 fand Fortuna Düsseldorfs Trainer Friedhelm Funkel lobende Worte für sein Team. Auch Hannovers Coach André Breitenreiter glaube nach dieser Leistung nicht an einen Abstieg der Flingerner.

Die stark ersatzgeschwächte Fortuna machte dem Aufstiegsfavoriten das Leben enorm schwer, war mindestens ebenbürtig, vermochte es aber letztlich nicht, den einen Punkt mitzunehmen, der im Abstiegskampf so wichtig gewesen wäre.

"Sicher haben wir ein sehr ordentliches Spiel gemacht, aber dafür können wir uns am Ende nichts kaufen", kommentierte Kapitän Oliver Fink frustriert. Der 34-Jährige, von Haus aus zentraler Mittelfeldspieler mit eher defensiven Qualitäten, musste in vorderster Spitze agieren, da der etatmäßige Stürmer Rouwen Hennings wegen eines Magengeschwürs passen musste. Hennings gesellte sich damit zu vier weiteren Stammspielern, die Trainer Friedhelm Funkel nicht zur Verfügung standen: Kaan Ayhan, Adam Bodzek und André Hoffmann fehlten gesperrt, Kevin Akpoguma nach seinem Halswirbelbruch verletzt.

"Vielleicht war zu viel Respekt da"

Die Rumpftruppe schlug sich weit besser als erwartet, zumal da sie bereits nach acht Minuten einen Rückschlag hinnehmen musste. Christian Gartner hinderte Hannovers Edgar Prib nicht an Flanken, und in der Mitte kam Alexander Madlung einen Schritt zu spät gegen 96-Torjäger Niclas Füllkrug, der entschlossen einköpfte. Das weckte böse Erinnerungen an den Pokalabend, doch anders als damals brach Fortuna diesmal nicht ein. "Wir haben die richtigen Lehren aus dem Pokalspiel gezogen", lobte Funkel. "Die Mannschaft hat die defensive Stabilität über 90 Minuten bewahrt. Das war nicht einfach, wenn so viele Spieler gerade in der Defensive ausfallen. Aber die Jungs haben ihre Aufgabe sehr, sehr gut gelöst."

Was weniger gut funktionierte, war das Spiel nach vorn. Zu lange erstarrte die Düsseldorfer Offensive im zu großen Respekt vor den alles andere als überragenden Hannoveranern. Und als die Gäste dann mutiger wurden, waren ihre Waffen zu stumpf. "Es war klar, dass wir es aus dem Spiel heraus schwer haben würden, klare Möglichkeiten herauszuspielen", erklärte Fink. "Dann aber hätten unsere Standards besser kommen müssen." Das bemängelte auch der Trainer: "Leider waren unsere Freistöße und Ecken zu schwach." Besonders ärgerlich, weil es etliche davon gab. Die letzte Ecke segelte tief in der Nachspielzeit sogar auf den Kopf des eingewechselten Emmanuel Iyoha, doch der setzte den Ball knapp vorbei.

"Der Auftritt war wichtig für die Moral"
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Trotz der guten Leistung stand Fortuna somit am Ende mit leeren Händen da, und das ärgerte den Kapitän maßlos: "Ich kann nicht zufrieden nach Hause fahren, wenn wir 0:1 verloren haben." Funkel hingegen stellte das Positive in den Vordergrund, lobte den in der Tat bärenstarken 18-jährigen Innenverteidiger Gökhan Gül und sein gesamtes Team dafür, dass es der gefürchteten 96-Offensive so gut wie keine Chancen gestattete. "Das war für die Moral sehr wichtig", betonte er. "Jetzt kommen die drei Spiele, in denen wir Siege holen müssen, und die werden wir holen."

Debütant Gül meinte ebenfalls, dass die Leistung in Hannover in Ordnung gewesen wäre und blickt voller Optimismus auf die nächsten Spiele. "Ich glaube, wir haben heute ein gutes Spiel abgeliefert und mit ein bisschen mehr Glück hätten wir auch etwas mitnehmen können. Hut ab vor der Mannschaft, es war sehr ordentlich, was wir abgeliefert haben. Ich persönlich haben dieses Spiel genossen. Das macht Mut für nächste Woche zuhause gegen Würzburg und dann gegen Aue", sagte der Youngster.

Funkels Gegenüber André Breitenreiter unterstützte das. "Mit der Leistung von heute", so der Hannoveraner Coach, "wird Fortuna ganz sicher die nötigen Punkte einfahren." Am besten schon am Samstag im direkten Duell mit Konkurrent Würzburg.

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(jol)