Fortuna Düsseldorf: Friedhelm Funkel kann Entlassung nicht nachvollziehen

Fortuna entlässt Trainer Funkel : „Ich bin sehr enttäuscht“

Fortuna Düsseldorf hat das Vertrauen in Friedhelm Funkel verloren. Der Trainer muss mit sofortiger Wirkung gehen. Der 66-Jährige kann die Entscheidung nicht nachvollziehen – und beendet seine Karriere.

Bereits am frühen Mittwochmorgen stand das Telefon von Friedhelm Funkel nicht still – und bereits da wusste er, dass dies kein gutes Zeichen ist. „Ich bin ja keine 25 mehr. Ich wusste direkt, was das bedeutet“, sagte Funkel. Es folgte der Gang ins Vorstandszimmer der Fortuna, wo bereits alle auf den Trainer warteten, um ihm die Entscheidung persönlich mitzuteilen: Entlassung. Mit sofortiger Wirkung stellte Fortuna Düsseldorf seinen Trainer frei. Nach nur einem Sieg in den vergangenen neun Spielen und dem Sturz auf den letzten Tabellenplatz sah der Klub Handlungsbedarf.

Der Verein habe nicht mehr an den Turnaround für den Klassenerhalt geglaubt, heißt es in einer Mitteilung des Klubs. „Es ist uns natürlich sehr schwergefallen, diesen Schritt zu gehen und wir haben uns sehr bewusst auch einige Tage der Analyse gegeben“, sagte Sportvorstand Lutz Pfannenstiel

Für Funkel ein Schock. Zuletzt hatte es zwar immer schon Gerüchte über ein Ultimatum für ihn gegeben, doch diese Spekulationen hatte er selbst heftig dementiert. Mit „Herzlichen Glückwunsch“ wurde Funkel zudem noch am Dienstagabend auf der Homepage und in den Sozialen Medien der Fortuna für die Wahl zu Düsseldorfs „Trainer des Jahres“ gefeiert. Die Nachricht von der Entlassung traf ihn daher umso mehr. „Ich bin sehr enttäuscht. Ich kann diese Entscheidung nicht nachvollziehen, aber ich werde sie respektieren“, sagte Funkel. Die Entscheidung über die Trennung wurde ihm von den Klub-Verantwortlichen damit begründet, dass man „einen neuen Impuls setzen“ wollte.

Funkel hatte die Mannschaft in der Spielzeit 2015/2016 in der 2. Bundesliga übernommen und vor dem Abstieg in die 3. Liga bewahrt. In der Saison 2017/18 führte er den Klub zurück ins Fußball-Oberhaus, wurde dann sensationell Zehnter. „Es waren vier geile Jahre, die mir keiner mehr nehmen kann. Ich werde Fortune bleiben“, sagte Funkel, der dem Verein nun von der „Couch aus“ die Daumen drücken wird. Nach 19 Spieltagen rangiert Fortuna am Ende der Tabelle.

Als Nachfolger verpflichtete Fortuna Uwe Rösler. Für den ehemaligen DDR-Nationalspieler ist es die erste Trainerstation in der Bundesliga. Zuletzt war er Trainer beim schwedischen Klub Malmö FF. Seinem Nachfolger Uwe Rösler wünschte Funkel alles Gute: „Ich kenne Uwe persönlich nicht, aber ich wünsche ihm Glück, dass er den Klassenerhalt schafft“, sagte Funkel. Rösler werde „auf jeden Fall eine intakte Mannschaft vorfinden, die das Zeug dazu hat, die Klasse zu halten“. Der Abschied vom Team sei sehr emotional gewesen, verriet Funkel.

Mit dem Rauswurf endet auch die lange Trainerkarriere von Funkel, der in über 500 Partien als Trainer diverser Vereine auf der Bank saß. „Meine Trainerkarriere ist beendet. Da gibt es nichts dran zu rütteln. Ich sage das ohne Wehmut. Ich hätte das gern am Ende meiner Vertragslaufzeit verkündet. Das ist jetzt nicht so“, verkündete Funkel im Interview mit Sky Sport News HD. Der 66-Jährige hatte bereits in der Vergangenheit mehrfach betont, dass die Fortuna die letzte Trainerstation seiner Karriere sei. Sein Vertrag in Düsseldorf war für den Fall des erneuten Klassenerhalts erst vor Weihnachten um ein Jahr verlängert worden.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das ist Friedhelm Funkel

(old/erer)