Fortuna Düsseldorf: Friedhelm Funkel ist nicht Schuld an der Misere - ein Kommentar

Kommentar zu Fortunas Niederlage : Am Trainer liegt es nicht

Fortuna hat vier Spiele in Serie in der Bundesliga verloren und ist beim 1:7 in Frankfurt deklassiert worden. An Trainer Friedhelm Funkel liegt das aber keineswegs, findet unser Autor.

Fortunas Führung betont gerne, dass der Verein seinen eigenen Weg gehe. Auf Tradition und Werte besonnen, in der Stadt verankert und eben ohne zahlungskräftigen Großinvestor im Rücken. Dass diese Haltung auch Nachteile im großen Fußballgeschäft mit sich bringt, dürfte allen Verantwortungsträgern klar sein. Unter anderem beschert dieser eigene Weg eben auch einen kleineren Etat, der trotz gewiefter Scouting-Abteilung einen Qualitätsnachteil mit sich bringt. Das haben die vergangenen vier Niederlagen in der Bundesliga klar gezeigt. Der Trend spricht gegen die Fortuna.

Und gerade wenn der Wind so richtig ins Gesicht bläst, lässt sich erkennen, wie stark die Haltung denn nun wirklich ist. Vorstandsboss Robert Schäfer hat die Länderspielpause genutzt, um überraschend offensiv zu formulieren, dass er von Trainer Friedhelm Funkel erwarte, das Team zügig zu verbessern, bevor es zu spät sei. Im Klartext: Punkte müssen her, sonst könnte es auch für den Coach eng werden. Dabei wäre doch genau jetzt der Zeitpunkt, seinem Aufstiegstrainer bedingungslosen Rückhalt zu geben. Funkel, der heimatverbundene Sympathieträger hat sich diesem eigenen Weg verschrieben, mosert nicht über fehlende Qualität, sondern arbeitet mit dem ihm zur Verfügung gestellten Material. Und die Mannschaft setzte seine Taktik besonders in den Partien in Leipzig, in Stuttgart oder gegen Leverkusen hervorragend um. Dass es in genau diesen Spielen am Ende zu nur zwei Punkten reichte, lag - in diesen wie in anderen Partien - keineswegs am Trainer, sondern vielmehr am Unvermögen vor dem gegnerischen Tor.

Einzig in Nürnberg und am Freitag in Frankfurt konnte man dem Team über weite Strecken den Einsatzwillen absprechen. Und erst wenn diese Art der Fehlleistung zum Trend werden sollte und es den Anschein haben sollte, dass die Mannschaft dem Coach nicht mehr folgen würde, dann darf die Trainerfrage gestellt werden. Andernfalls wäre der propagierte eigene Weg nicht mehr als eine hohle Phrase.