Fortuna Düsseldorf: Friedhelm Funkel ist immens wichtig

Analyse zur Hinrunde : Fortuna braucht Funkel

Mit seiner immensen Erfahrung ist Trainer Friedhelm Funkel ein wichtiger Faktor für das bislang positive Abschneiden von Fourtuna Düsseldorf. Wir erklären, warum der Klub den 65-Jährigen auch weiterhin braucht.

Ein paar Tage vor dem Jahreswechsel ist Friedhelm Funkel 65 geworden. Ein Alter, das die meisten mit dem Eintritt in den Ruhestand verbinden – und doch erscheint es derzeit kaum vorstellbar, das aus dem erfahrensten Trainer der Fußball-Bundesliga so bald ein Rentner wird. Mit einem furiosen Schlussspurt und neun Punkten aus den letzten drei Spielen des alten Jahres hat er Fortuna auf Platz 14 geführt, ebenso weit von Rang sieben wie von den direkten Abstiegsrängen entfernt (je sieben Zähler) – ein großer Erfolg, den so niemand erwartet hätte.

Die Serie von sechs Niederlagen in Folge, die die Düsseldorfer an den Spieltagen fünf bis zehn einstecken mussten, stellte sich im Nachhinein sogar als Pluspunkt für Funkel heraus: Der Routinier bewies im Folgenden, dass er gemeinsam mit seinem Trainerteam eine Mannschaft auch aus einem tiefen Loch herausholen und zu einem Comeback motivieren kann. Ein großes Lob gebührte in dieser Phase natürlich auch der Vereinsführung um den Vorstandsvorsitzenden Robert Schäfer und Aufsichtsratschef Reinhold Ernst, die nicht der Versuchung erlagen, den Coach zu wechseln, sondern die Ruhe bewahrten.

Tatsächlich kann man die aktuelle Fortuna-Mannschaft auch nicht an den scheinbar so festgefügten „Gesetzen“ der Branche messen. Funkel zu entlassen, wäre sogar ein grotesker Fehler gewesen, den die Führung zum Glück für den Verein nicht machte und auch bei einer eventuellen nächsten Krise tunlichst nicht machen sollte. Der 65-Jährige hat nach und nach die ihm gestellte Aufgabe erfüllt, nahezu jeden einzelnen Spieler besser zu machen, letztlich auf Bundesliga-Niveau zu bringen. Mehr noch: Dank seiner ganzen Erfahrung und seinem Gespür für individuelle Ansprache ist es Funkel gelungen, eine unterdurchschnittliche Truppe wettbewerbsfähig zu machen. Mit Ausnahme von Dodi Lukebakio, der allerdings ohnehin nur vom Premier-League-Klub FC Watford ausgeliehen ist, ist realistischerweise kein Fortuna-Spieler für einen wirtschaftlich besser gestellten Klub interessant – als Kollektiv jedoch kann Fortuna mithalten.

Ein wichtiger Faktor dafür ist Funkels Qualität, die Spieler an sich glauben zu lassen, keinem das Gefühl zu geben, abgehängt zu sein. Deshalb geht die absolute Mehrzahl der Profis für ihn durchs Feuer. Stellvertretend für die Kollegen berichtete Linksverteidiger Niko Gießelmann: „Nach seiner Ansprache vor dem Dortmund-Spiel haben wir alle geglaubt, den BVB schlagen zu können. Und dann haben wir es gemacht.“ Prominente Fernsehexperten stellen ebenfalls immer wieder die Bedeutung Funkels heraus. Ex-Nationalspieler Dietmar Hamann lobte in seinen Analysen beim Bezahlsender Sky schon häufig die taktische Flexibilität Fortunas und speziell die Arbeit des Trainers, der frühere DFB- und Bayern-Manager Matthias Sammer ebenso. Sammer betonte sogar: „Wenn es ein Trainer schafft, mit Fortuna Düsseldorf in der Bundesliga zu bleiben, dann ist das Friedhelm Funkel.“

Sicher: Der Tag wird kommen, an dem Fortuna sich einen neuen Trainer suchen muss, an dem frische Impulse den Klub noch weiterbringen werden. Doch noch ist dieser Tag nicht da, brauchen die Düsseldorfer mit ihren wirtschaftlichen Möglichkeiten Funkels Erfahrung und seine Ruhe mehr als innovative Ideen. Deshalb beginnt jetzt eine spannende Phase: Bekennt sich die Fortuna-Führung auch weiterhin zu ihrem Trainer und verlängert dessen zum Saisonende auslaufenden Vertrag? Gerade in einem fruchtbaren Zusammenspiel mit dem neuen Sportvorstand Lutz Pfannenstiel wäre der nächste Schritt nach vorn bestens denkbar. Nur zu viel Zeit sollte sich der Vorstand nicht lassen: Für die Mannschaft und den ganzen Verein wäre Planungssicherheit wichtig – und das nicht erst im Frühling. Und dann könnte auch wieder 2020 ein neues Funkel-Jahr werden.

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