Fortuna Düsseldorf: Friedhelm Funkel bleibt bei Ihlas Bebou eisern

Fortuna Düsseldorf : Funkel bleibt eisern

Düsseldorf-Trainer Funkel: "Wir wollen Ihlas Bebou halten"

Friedhelm Funkel hat sich immer für einen Verbleib von Ihlas Bebou in seinem Verein stark gemacht. Beim Fußball-Gipfel der RP sagte der Trainer von Fortuna Düsseldorf erstmals, Fortuna werde selbst bei der Summe von fünf Millionen Euro nicht automatisch schwach.

Friedhelm Funkel war noch etwas müde. Der Rückflug von Aue hatte nicht wie erhofft funktioniert. Die Maschine hatte Verspätung und konnte nur mit einer Sondergenehmigung kurz nach Mitternacht in Düsseldorf landen. Nach einer etwas kürzeren Nacht stand er um 9.30 Uhr wieder auf dem Trainingsplatz, anschließend saß er beim Fußball-Gipfel der RP im Konferenzzentrum auf der Bühne. Dabei bekräftigte der Coach seinen eisernen Willen, Ihlas Bebou zu halten.

"Ich hoffe natürlich, dass Ihlas bei uns bleibt - und bin auch überzeugt davon", sagte Funkel auf dem Podium. "Er ist ein Spieler, der den Unterschied machen kann. Der Vorstand hat eine Summe genannt. Wir werden ihn unter fünf Millionen Euro nicht gehen lassen, obwohl er 2018 ablösefrei ist. Das zeigt, dass wir in der 2. Bundesliga gewisse Ambitionen haben. Außerdem haben wir eine Wechselfrist gesetzt (31. Juli, Anm. d. Redaktion), die abgelaufen ist. Ihlas ist jedenfalls fünf Millionen wert. Wenn ein Klub kommt, der ihn haben will und bereit ist, diese Summe zu zahlen, heißt das aber nicht automatisch, dass wir ihn gehen lassen. Wir gucken dann einfach, wie Fortuna entscheidet."

Will Funkel pokern? Will er in das große Transfergeschäft einsteigen? Das ist ziemlich unwahrscheinlich. Vielmehr ist er wie jeder Trainer stark daran interessiert, einen möglichst starken Kader beisammen zu haben. Und er bringt dem Spieler eine enorme Wertschätzung entgegen in der Hoffnung, dass Bebou ihn das auf dem Platz mit guten Leistungen dankt.

Doch drängt sich noch eine andere Frage auf: Ist Bebou wirklich fünf Millionen wert? Eigentlich nicht, denn der 23 Jahre alte Spieler ist zwar schnell, doch fehlt es ihm noch an Durchsetzungsvermögen im Zweikampf und Kaltschnäutzigkeit im Abschluss. So könnte er vermutlich keinem Bundesligisten auf Anhieb weiterhelfen. Somit dürfte das Interesse nicht brennend sein, zumal der Togolese im kommenden Sommer ablösefrei den Verein wechseln kann.

Doch Funkel, und vielleicht auch der Vorstandsvorsitzende Robert Schäfer, haben eine andere Sicht. Für sie könnte Bebou durchaus fünf Millionen Euro wert sein — wenn er der Mannschaft hilft, den Sprung in die Bundesliga zu schaffen. Der Sprung in die Eliteliga wäre allemal mehr wert als die fünf Millionen. Aus Funkels Sicht würde ein Wechsel von Bebou die Chance der Mannschaft im Kampf um einen vorderen Platz verringern. Deshalb bleibt er eisern.

(ths)