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Fortuna Düsseldorf: Friedhelm Funkel äußert sich

Ex-Trainer Funkel : „Ich war das Gesicht von Fortuna“

Fortuna hat unter dem neuen Trainer Uwe Rösler noch kein Spiel verloren. Allerdings haben sie in der Liga auch erst zwei Punkte geholt. Laut Friedhelm Funkel ist das zu wenig, um die Liga zu halten. Der ehemalige Trainer äußerte seine Bedingungen für eine künftige Rückkehr.

Es gibt da ein bekanntes Zitat von Harry S. Truman, dem 33. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. „Es ist beeindruckend, was man erreichen kann, wenn man sich nicht darum kümmert, wem es zugeschrieben wird“, lautet es. Nicht ganz so weltbekannt wie Truman, aber aus Fortunas Sicht ebenso staatstragend war auch der ehemalige Düsseldorfer Trainer Friedhelm Funkel. Vor knapp zwei Wochen wurde der 66-Jährige von seinen Aufgaben bei den Rheinländern freigestellt. Seitdem hat Uwe Rösler das Kommando übernommen.

Der 51-Jährige soll den Klub wieder in ruhigeres Fahrwasser navigieren. Und immerhin: Noch hat Rösler mit Fortuna kein Spiel verloren (ein Sieg, zwei Unentschieden). „Wir sind um zwei Positionen nach oben geklettert. Das ist positiv“, sagte Rösler nach Abpfiff des Spiels beim VfL Wolfsburg (1:1). Zur ganzen Wahrheit gehört aber auch, dass der Abstand zum rettenden Ufer in dieser Zeit auf vier Zähler angewachsen ist. In diese Kerbe stößt auch Funkel. „Auf Dauer ist es zu wenig, nur unentschieden zu spielen. Fortuna muss in den kommenden Wochen gewinnen. Ich denke, sie muss noch mindestens sechs Spiele gewinnen“, sagte er am Sonntag in der Sport1-Talkrunde „Doppelpass“.

Generell wird der Klassenerhalt laut Funkel alles andere als ein Selbstläufer. „Es wäre für mich schwer geworden, mit dieser Mannschaft die Klasse zu halten. Und es wird auch für Uwe Rösler schwer werden.“ Allerdings habe der neue Trainer den Vorteil, mit Kevin Stöger, der in der Hinrunde auf Grund eines Kreuzbandrisses ausfiel, und Valon Berisha zwei Unterschiedsspieler in den Reihen zu haben, auf die er selbst nicht zurückgreifen konnte. „Dennoch glaube ich nicht, dass die Mannschaft nun so viel besser spielt. Ob der Trainerwechsel hilft, wird die Zukunft zeigen. Ich drücke ihm aber beide Daumen.“

Kein gutes Haar ließ Funkel erneut an den Entscheidungsträgern der Fortuna. „Jedem im Verein war bewusst, dass es gegen den Abstieg gehen kann. Doch wenn es dann wirklich so kommt, steht der Trainer oft alleine da“, sagte er. Vor allem der Zeitpunkt der Freistellung sei unglücklich gewesen. Am Tag zuvor war Funkel noch zu „Düsseldorfs Trainer des Jahres“ gekürt worden. Insgesamt waren damals knapp 500 Gäste geladen. „Aber es war keiner aus dem Vorstand anwesend. Da wusste ich, dass ich am nächsten Tag freigestellt werde“, sagte Funkel.

Dennoch könne er sich ein Engagement bei Fortuna vorstellen – nicht als Trainer, aber in einer anderen Funktion. Allerdings nur, und so kommen wir wieder auf den eingangs zitierten Satz Trumans zurück, „wenn die Verantwortlichen, die jetzt da sind, nicht mehr da sind. Ich war in den vergangenen vier Jahren das Gesicht von Fortuna Düsseldorf. Das hat einigen Leuten dort mit Sicherheit nicht gepasst. Und das ist sehr schade.“