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Fortuna Düsseldorf flüchtet sich in Durchhalteparolen

Nach Pokal-Aus und vor Abstiegsduell : Fortuna flüchtet sich in Durchhalteparolen

Das blamable Pokal-Aus beim Viertligisten Saarbrücken ist der zweite Nackenschlag in nur fünf Tagen. Sportvorstand Lutz Pfannenstiel verfiel anschließend beim Blick nach vorne in Plattitüden.

Wenn es eine Blaupause braucht, wie man sich völlig unnötig selbst in die sportliche Bredouille bringt, Fortuna Düsseldorf hat sie geliefert. Erst das 3:3 nach 3:0-Führung gegen Hertha BSC in der Fußball-Bundesliga, dann nur fünf Tage später das blamable Aus im DFB-Pokal-Viertelfinale beim Viertligisten 1. FC Saarbrücken. Erklärungen fanden die Beteiligten nicht wirklich, vielmehr war ein kollektiver Schockzustand in und um die Mannschaft zu beobachten. Und in solchen Lagen greifen die Protagonisten im Profifußball eben gerne zu einem Mittel: der Durchhalteparole.

Bei Fortuna tat sich in dieser Disziplin vor allem der Sportvorstand hervor. Nachdem Lutz Pfannenstiel seine Enttäuschung über das 7:8 nach Elfmeterschießen beim Regionalligisten aus dem Saarland kundgetan hatte, verfiel er beim Blick nach vorne in Plattitüden: „Wir sind noch nicht tot“, sagte er. Oder: „Wir müssen das schnell abhaken.“ Und: „Wir müssen enger zusammenrücken und glauben an uns.“

Das Aufarbeiten der Blamage von Völklingen brachte kurz nach Abpfiff bei den Spielern erst einmal nur wenig Selbstkritik zum Vorschein: „Wir haben in der ersten Halbzeit nicht die Lösungen gefunden. Ich glaube nicht, dass wir mit einer zu laschen Einstellung an die Sache herangegangen sind“, sagte Torjäger Rouwen Hennings, der zu den schwächsten Akteuren auf dem Platz gehörte. „Die zweite Halbzeit war vernünftig, aber wir haben leider nur ein Tor gemacht.“ Klang danach, als hätte man gegen ein Team auf Augenhöhe eben leider den Kürzeren gezogen.

Die Wahrheit ist aber, dass man sich von einem Viertligisten den Schneid hat abkaufen lassen. Saarbrücken war gieriger, das Spiel zu gewinnen, und hatte überraschenderweise in der Verlängerung auch noch spielerisch und körperlich mehr zuzusetzen als der Erstligist. „Die Mannschaft wollte, aber konnte in der Verlängerung nicht mehr“, sagte Trainer Uwe Rösler. „Wir haben es nicht geschafft, weiter den Druck zu entwickeln, den wir in der zweiten Halbzeit entwickelt haben.“

Der Druck brachte einige gute Torchancen, meist aber nur Abschlüsse aus der zweiten Reihe. Ideen, eine gut gestaffelte Abwehr wirklich dauerhaft in Bedrängnis zu bringen? Fehlanzeige.

Nun ist der Traum vom Pokalfinale in Berlin geplatzt, die Konzentration richtet sich völlig auf das ohnehin primäre Ziel: den Klassenerhalt in der Liga. Am Sonntag geht es zum enorm bedeutsamen Duell gegen einen direkten Konkurrenten, beim FSV Mainz 05. Dort wird sich zeigen, wie Fortuna die zwei herben Nackenschläge verdaut hat. „Ich bin kein Psychologe, ich bin Fußballtrainer“, erklärte Rösler. „Aber die Mannschaft wollte, sie hat bloß aus ihrer Dominanz in der zweiten Halbzeit nicht genug Tore gemacht.“