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Fortuna Düsseldorf: Florian Kastenmeiers Tochter ist wie ein Urlaub auf Malle

Fortunas Torhüter Florian Kastenmeier : „Unsere Kleine ist für mich wie ein Urlaub auf Malle“

Florian Kastenmeier wurde gegen Paderborn nicht oft geprüft, war aber zur Stelle, als er gefordert war. Während der Quarantäne vermisste er sein kleines Töchterchen Mila sehr – seine Familie gibt ihm viel Kraft.

Es waren nur zwei Szenen, die Florian Kastenmeier am Samstag forderten, aber die hatten es in sich. In der ersten Hälfte ein flatternder 30-Meter-Freistoß von Kai Pröger, kurz vor Schluss dann die Riesenchance von Christopher Antwi-Adjei. Und auch, wenn seine Vorderleute diese zweite Szene, die Fortuna fast um den wichtigen Punkt gebracht hätte, vor ihm abräumten und der Ball nicht mehr bei ihm ankam, so hatte der Torhüter doch mit seinem entschlossenen Herauslaufen seinen Anteil daran.

Im Rückblick räumt der 22-Jährige mit dem alten Klischee auf, dass Keeper gern viele Schüsse aufs Tor bekämen. „Es ist nie schön, wenn man etwas zu tun bekommt“, betont Kastenmeier, „denn das bedeutet, dass die Vorderleute etwas falsch gemacht haben.“ Der Fortuna-Abwehr attestiert er für das Spiel am Samstag freilich einen guten Job: „Die Jungs haben gut gestanden und praktisch nichts zugelassen. Deshalb sage ich auch, dass wir insgesamt ein richtig gutes Spiel gemacht haben. Normalerweise gehen zwei der vier Dinge rein, die wir an Pfosten und Latte gesetzt haben. Dann gewinnen wir das Ding 2:0, und alles wäre gut.“

Doch auch so zieht Kastenmeier überwiegend positive Schlüsse aus dem Neustart nach der zehnwöchigen Zwangspause. „Das Spiel sollte uns Mut machen“, sagt er. „Im Spiel nach vorn wissen wir, was wir können, wir müssen es nur in Tore umsetzen. Hinten haben wir gut gestanden, und das nehmen wir jetzt mit ins Spiel gegen Köln am Sonntag.“ Dabei beruft er sich wie Trainer Uwe Rösler auch auf die Statistik. „Mit dem Ergebnis können wir natürlich nicht zufrieden sein, aber wir hatten richtig gute Laufwerte und eine starke Zweikampfquote. Wir haben uns viel erarbeitet in den vergangenen Wochen. Das werden wir abrufen in den nächsten Spielen, und dann bin ich fest davon überzeugt, dass wir am Ende der Saison auf einem Nicht-Abstiegsplatz stehen.“

Dabei glaubt er nicht, dass die besonderen Umstände der Corona-Krise einen negativen Einfluss auf Fortunas Ergebnisse haben. „Du fährst mit zwei Bussen ins Stadion, alle tragen Mundschutz, man muss den Abstand einhalten – aber sobald du den Platz betrittst, ist es das gleiche Spiel.“ Der Torhüter gewährt noch weitere Einblicke ins Teamleben: „Vor und nach dem Spiel halten wir uns in getrennten Räumen auf; die Startelf blieb dabei zusammen, weil unsere Kabine groß genug ist, um ausreichend Abstand zu ermöglichen. Und natürlich haben wir uns hinterher wie sonst auch über das Spiel unterhalten – mit Abstand und Mundschutz, versteht sich.“

Aktuell ist Fortunas Keeper froh, dass der DFL-Maßnahmenkatalog nur für die Woche vor dem ersten Spiel eine Quarantäne vorsah. Dem jungen Familienvater – Töchterchen Mila wurde am 7. April geboren – fiel es sehr schwer, seine beiden Lieben allein zu Hause zu lassen und mit den Kollegen ins Hotel am Flughafen zu ziehen. „Das war hart“, gibt Kastenmeier zu. „Diese Woche war sogar mit die schlimmste Zeit in den letzten Jahren. Deshalb gab es für mich nach dem Paderborn-Spiel nur noch einen Gedanken: Ab nach Hause zu den beiden!“ Seine Familie gebe ihm sehr viel Kraft, versichert der gebürtige Regensburger: „Wenn ich Mila anschaue, denke ich an nichts Negatives mehr, nicht einmal an Corona. Das ist für mich wie ein Kurzurlaub auf Malle.“ Und den kann Kastenmeier ohne Quarantäne jetzt ja wieder nach jedem Trainingstag genießen.