Fortuna Düsseldorf: Florian Kastenmeier hakt seinen Patzer gegen Bremen ab

Nach Debüt im Fortuna-Tor : Kastenmeier hakt Patzer ab

Fortunas Torwart trägt die Schuld am Gegentor beim 0:1 gegen Bremen. Jetzt spricht der 22-Jährige über sein unglückliches Debüt.

Diese 67. Minute ließ Florian Kastenmeier das ganze Wochenende nicht los. „Die Situation ist mir so oft durch den Kopf gegangen“, sagt er. „Da bräuchte ich schon ein großes Blatt Papier, um die Zahl aufzuschreiben.“ Ausgerechnet bei seinem Bundesliga-Debüt patzt Fortunas Torhüter entscheidend. Geschlafen hat er danach etwas weniger. Doch seit Wochenbeginn will er sich nicht mehr damit beschäftigen: „Das Thema ist für mich jetzt durch. Von daher kann ich auch wieder besser schlafen.“

Es ist ein lang geschlagener Freistoß vom Bremer Milot Rashica, der Kastenmeier in Schwierigkeiten bringt. Er macht ein, zwei Schritte aus seinem Tor, geht dann aber nicht zum Ball, breitet die Arme aus und signalisiert dadurch, dass der Ball seiner Meinung nach ins Aus segelt. „Hinter mir standen Moisander und Bodze. Irgendjemand schreit ,Weg!’ Bodze war es nicht, das habe ich recherchiert“, beschreibt Kastenmeier. Doch der Ball ist nicht weg, Moisander köpft den Torwart von der Außenlinie aus an, die Kugel geht vom Arm ins Tor – am Ende wird das 0:1, das gleichzeitig auch das Endergebnis ist, gar als Eigentor von Kastenmeier gewertet.

Zu Hause hat er sich sie Szene noch oft angesehen. „Es ist wie ein Unfall, man darf und soll eigentlich nicht hingucken, aber man macht es trotzdem. So stellt man sich auf jeden Fall kein Bundesliga-Debüt vor“ sagt der Mann, der vor der Saison vom VfB Stuttgart zur Fortuna kam. Die Schwaben hatten den 22-Jährigen nur in der Regionalliga-Mannschaft eingesetzt. Dort und beim FC Augsburg kam er auf insgesamt 85 Viertligaspiele.

Bei Fortuna durfte er in dieser Saison zuvor einmal ran: Im Pokal beim 2:1 gegen Zweitligist Erzgebirge Aue. Auf die fehlende Erfahrung will er den Fehler vom Wochenende aber nicht schieben. „Solche Bälle gibt es auch in der Regionalliga, in der Oberliga, in der Kreisliga. Normal ziehe ich durch und kläre das Ding. Beim nächsten Mal gehe ich definitiv auf Nummer sicher“, sagt Kastenmeier und betont, dass dieses Missgeschick keine nachhaltigen Nebenwirkungen haben wird. „Nach dem Spiel fällt man in ein Loch. Aber aus dem habe ich mich wieder befreit.“ Was dabei geholfen hat? „Bälle fangen im Training. Das hilft. Dadurch sammelt man wieder Selbstvertrauen.“

Trainer Friedhelm Funkel nahm Kastenmeier, dem er etwas überraschend den Vorzug vor dem erfahreneren Michael Rensing gegeben hatte, schon am Wochenende zur Seite. „Er hat gesagt, dass solche Fehler auch Spitzentorhütern wie Neuer oder ter Stegen passiert sind. Und dass ich einfach so weiterarbeiten soll wie bisher“, erzählt Kastenmeier.

Auch die Spieler standen geschlossen hinter ihm, machten Kastenmeier keinen Vorwurf. Bei der Internet-Plattform Instagram bedankte sich der gebürtige Regensburger auch für die Unterstützung der Fans. „Ich habe sehr viele Nachrichten bekommen, die mich aufgebaut haben. Das tut gut. Man liest natürlich auch die negative Berichterstattung. Dann tun einem solche Kommentare besonders gut, bevor es in die Woche geht.“

Am Dienstag konnte Stammtorhüter Zack Steffen immer noch nicht trainieren. Die Patellasehne im Knie macht weiter Probleme. Sollte sich nicht rasch Besserung einstellen, steht Funkel am Sonntag vor dem Spiel bei Bayer Leverkusen wieder vor der Frage, wer Steffen ersetzen soll. „Am Ende entscheidet der Trainer. Ich glaube, ich habe kein schlechtes Spiel gemacht – bis auf dieses Ding“, sagt Kastenmeier, der mit seiner Entwicklung in Düsseldorf zufrieden ist: „Ich habe zwei Spiele gemacht, aber dann will man auch mehr – vielleicht ja schon am Sonntag in Leverkusen.“