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Fortuna Düsseldorf: Florian Kastenmeier begeistert seinen Trainer Uwe Rösler

Fortunas Torhüter : Florian Kastenmeier begeistert seinen Trainer

„Der Junge wird besser und besser und besser“, sagt Fortunas Chefcoach Uwe Rösler über den 22-jährigen Torhüter Florian Kastenmeier. Doch auch die übrige Defensive zeigte sich beim 2:0 in Freiburg stabil. Eine ganz wichtige Qualität.

Die Fußballweisheit wird oft Jupp Heynckes zugeschrieben, tatsächlich aber hat der alte Trainerfuchs sie wohl aus dem American Football entlehnt: Der Angriff gewinnt Spiele, die Abwehr gewinnt Meisterschaften, lautet sie, und stammt in leicht anderer Form vom legendären Football-Coach Paul „Bear“ Bryant aus Alabama: „Offense sells tickets, defense wins championships.“ Zu deutsch: Der Angriff verkauft Eintrittskarten, die Abwehr gewinnt Meisterschaften.

Nun wird Fortuna zwar mit einiger Sicherheit in naher Zukunft nicht die Meisterschaft holen – der Klassenerhalt in dieser Saison wäre jedoch für den Klub ebenso wertvoll wie der Titel für Bayern oder Dortmund. Auf dem Weg zum Ligaverbleib war der 2:0-Sieg beim SC Freiburg ein wichtiger Schritt. Und die Truppe von Trainer Uwe Rösler konnte ihn nur machen, weil sie sich in der Defensive deutlich stabiler zeigte als noch eine Woche zuvor beim 1:4 gegen Gladbach.

Konnte man das auch noch damit erklären, dass die Offensive des SC Freiburg bei weitem nicht die Qualität hat wie die der Gladbacher, so ist Fortunas insgesamt sichereres Auftreten konkret der Steigerung Florian Kastenmeiers zuzuschreiben. „Der Junge wird besser und besser und besser“, sagte Rösler begeistert. „Ich bin einfach nur zufrieden und glücklich und bedanke mich bei meinem Torwarttrainer, dass er eine so gute Arbeit macht.“ Den letzten Teilsatz brachte der Coach mit einem Augenzwinkern herüber – weil der so gelobte Christoph Semmler gerade an der Gesprächsrunde vorbeischlenderte und sich dann auch gleich artig bedankte.

Tatsächlich hat sich Kastenmeier seit seinen ersten noch recht wackligen Bundesliga-Auftritten mächtig gesteigert. In Freiburg strahlte der 22-Jährige viel Ruhe und Sicherheit aus; das Resultat seiner Spielpraxis. Allzu viel Schulterklopfen wehrte der gebürtige Regensburger jedoch ab: „Das ist ja mein Job, dafür stehe ich hinten drin. Die Jungs vor mir haben das richtig gut gemacht. Am Ende war es ein dreckiger Sieg, aber den nehmen wir mit.“

Gefährlich wurde es vor der Pause nur, wenn Vincenzo Grifo zum Freistoß antrat. Ob Kastenmeier nach diesen unnötigen Fouls in Strafraumnähe gern ein paar Ohrfeigen an seine Vorderleute verteilt hätte? „Am liebsten würde ich das manchmal“, gab er lachend zu. „Aber das gehört eben zum Fußball, das kann man nicht immer vermeiden. Ansonsten haben wir aber richtig gut verteidigt, in der ersten Hälfte musste ich ja außer den beiden Grifo-Freistößen keinen Ball halten.“

Doch nicht nur Kastenmeier wirkte am Samstag sicher. „Die Spieler, die neu hereingekommen sind, haben uns sehr gut stabilisiert“, befand Rösler. „Markus Suttners Verletzung war dann sehr unglücklich, aber Niko Gießelmann hat sich sehr gut hineingekämpft. Das ist speziell für einen Abwehrspieler manchmal ganz schön schwer.“ Im Teamwork, das der junge Torhüter besonders hervorhob, gelang ein ganz besonderes Kunststück. „Es war ganz wichtig, die Null zu halten“, meinte Rösler. „Ich weiß gar nicht, wie lange wir das nicht mehr erlebt hatten.“ Da kann dem Trainer geholfen werden: Am 3. November war’s, beim 2:0 gegen den 1. FC Köln – lange vor seinem Amtsantritt.

Spannend wird nun, ob Fortuna am Freitag (20.30 Uhr) gegen Hertha die gleiche Stabilität zeigen kann. Gegen einen Gegner also, der am Samstag beim 0:5 gegen Köln derbe Prügel bezog. „Der Sieg gibt uns Selbstvertrauen, und vor hoffentlich voller Hütte wollen wir die drei Punkte holen“, sagte Kastenmeier. „Aber das Ergebnis gegen Köln spielt dann keine Rolle mehr; Hertha wird ein ganz anderes Gesicht zeigen.“