Volle Arena gegen Hamburg Fan würde Niere verkaufen – für zwei Fortuna-Tickets

Düsseldorf · 51.200 Karten sind für den Kracher zwischen Fortuna und dem Hamburger SV am Freitagabend abgesetzt. Doch die Düsseldorfer hätten noch weitaus mehr Tickets an Mann und Frau bringen können. Manch einer war sogar bereit, dafür körperlich zurückzustecken.

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Foto: rp/Laci Perenyi

Am Freitagabend ist die Hütte voll – und zwar so richtig. Sämtliche Karten für Fortunas Heimspiel gegen den Hamburger SV sind seit vergangenem Wochenende vergriffen; die Partie ist somit restlos ausverkauft. Und so werden exakt 51.200 Zuschauer in der Stockumer Arena zugegen sein, wenn die Mannschaft von Trainer Daniel Thioune im Duell mit dem Tabellennachbarn den womöglich letzten Versuch unternimmt, noch einmal in den Aufstiegskampf einzugreifen. Denn mit einem Sieg würden sich die Düsseldorfer bis auf vier Punkte an die Hanseaten und den Relegationsplatz drei heranschieben.

Wie groß der Andrang auf mögliche Restkarten weiterhin ist, zeigt ein kürzlich von Fortuna veröffentlichter Tweet. Darin gewährt der Klub einen Einblick in die Nachrichten, die er dieser Tage über seine Social-Media-Kanäle erhält. Eine davon, offenbar über den Instagram-Account eingetrudelt, ist fünfteilig und besitzt einen eher seltenen Inhalt, der dafür umso mehr zum Schmunzeln einlädt. „Wo bekommt man irgendwie noch Karten“, schreibt der entsprechende User. „Ich flehe euch an. Bitte. Ich brauche nur zwei.“ Und dann folgt die Pointe: „Würde eine Niere verkaufen dafür.“

Die Reaktionen unter diesem natürlich augenzwinkernd gemeinten Beitrag haben freilich nicht lange auf sich warten lassen. Während manche Nutzer hinter der Nachricht einen HSV-Fan vermuten, antworten andere mit Humor. Ein User verweist beispielsweise auf den Dauerkarten-Zweitmarkt, den Fortuna anbietet, und hält jenen Weg für erfolgversprechender als einen Organhandel. Ein Kommunalpolitiker aus Neuss schreibt mit einem lachenden Emoji am Ende: „Bei zwei Spende-Lebern kämen wir ins Grübeln...“ Wiederum ein anderer Nutzer schlägt dem Klub vor, mit der Definition von „ausverkauft“ auf die Anfrage zu antworten.

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Foto: dpa/Angelika Warmuth

Wie auch immer: Seine Niere wird dem Fan – ob nun aus Hamburg oder Düsseldorf – letztlich nicht weiterhelfen, um auf den letzten Drücker noch eine Karte zu ergattern. Seine Chance hätte er im Vorverkauf ergreifen müssen, da hatten sich ja auch die HSV-Anhänger fleißig bedient. Weil die ursprünglich von Fortuna zur Verfügung gestellten 7000 Tickets in Hamburg innerhalb von weniger als zehn Minuten vergriffen waren, öffneten die Rot-Weißen mehrere an den eigentlichen Auswärtsbereich angrenzende Blöcke. So dürfte am Freitag nicht nur der Gästeblock fest in der Hand des ehemaligen Bundesliga-Dinos sein, sondern auch die daran angrenzende Nordtribüne.

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Foto: Frederic Scheidemann

Doch auch in Düsseldorf steigt die Spannung vor dem Kracher im proppenvollen Stadion merklich. „Die Vorfreude auf das erste ausverkaufte Spiel nach der Corona-Zeit ist riesengroß. Die Mannschaft, unsere Fans und die ganze Stadt haben eine volle Arena verdient“, sagt Vorstandschef Alexander Jobst. Dass ein Fortuna-Heimspiel in der Zweiten Liga letztmals vor brechend voller Hütte stattgefunden hat, ist mittlerweile schon fünf Jahre her. Am 6. Mai 2018 sahen 50.000 Besucher das 1:1 gegen Holstein Kiel; es war damals die letzte Heimpartie der Aufstiegssaison.

(td)
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