Wahnsinn gegen Darmstadt Fortuna mischt nach Sieg Karten im Aufstiegskampf neu

Düsseldorf · Fortuna hat das Rennen um den Aufstieg in die Bundesliga noch einmal so richtig spannend gemacht. Die Düsseldorfer gewannen gegen den Tabellenzweiten aus Darmstadt mit 2:1. Damit kann Schalke 04 am Samstagabend den Aufstieg gegen den FC St. Pauli perfekt machen.

Fortuna Düsseldorf - Dir Einzelkritik zum Heimspiel gegen den SV Darmstadt 98
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So haben wir und die Fans die Fortuna-Profis benotet

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Foto: Frederic Scheidemann

Das Wetter in Düsseldorf gab an diesem Freitag alles, um für einen herrlichen Fußballabend zu sorgen. Bei lauen Frühsommertemperaturen wollten 31.622 Zuschauer in der Arena sehen, wie sich Fortuna im letzten Heimspiel der Saison präsentiert. Für den Gast ging es schließlich noch um eine ganze Menge: Der SV Darmstadt 98 steckt noch mitten im Kampf um den Aufstieg. Die Düsseldorfer wollten sich also keine Blöße geben – auch, um sich nicht der Wettbewerbsverzerrung schuldig zu machen.

Diesen Zahn konnte Fortuna allen Skeptikern aber direkt ziehen. Gerade einmal drei Zeigerumdrehungen waren absolviert, da ging die Elf von Trainer Daniel Thioune bereits in Führung. Felix Klaus setzte sich auf der rechten Seite durch und passte die Kugel zur Strafraumkante zurück. Dort legte sich Emmanuel Iyoha den Ball noch kurz auf seinen linken Fuß und schloss trocken in die linke Ecke ab. Für Fortunas Eigengewächs war es zudem das erste Tor als Profi für seinen Heimatklub – nach nunmehr 45 Pflichtspielen.

Und die Düsseldorfer sollten sofort mit einem herrlichen Angriff nachlegen. Shinta Appelkamp zog bei einem Konter mit viel Tempo in die gegnerische Hälfte und setzte Klaus rechts im Strafraum stark in Szene. Der Außenspieler behielt die Übersicht und legte das Leder auf den aufgerückten Matthias Zimmermann quer, der nur noch einschieben musste. 2:0 nach zehn Minuten – was für ein Start der Fortuna.

2. Bundesliga: Fortuna Düsseldorf - SV Darmstadt 98, Bilder des Spiels
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So emotional verabschiedete sich Fink von den Fans

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Foto: Frederic Scheidemann

Wer nun dachte, die Düsseldorfer würde es nun ruhiger angehen lassen, sah sich getäuscht. Klaus traf nach einer guten Stunde allerdings nur den Pfosten. Wenig später hatte dann auch Darmstadt die dicke Chance zum Anschluss, Phillip Tietz schaffte es allerdings, den Ball völlig frei vor dem Tor drüberzuschießen. Mit einer 2:0-Führung ging es dann auch in die Pause.

Die zweite Hälfte sollte dann ein grundlegend anderes Spiel zeigen. Darmstadt rannte an, spielte nach vorn und drängte Fortuna immer weiter in die eigene Hälfte. Die Folge: Die Darmstädter erspielten sich plötzlich Chancen. Nach 58 Minuten zeigte Schiedsrichter Florian Badstübner dann auf den Elfmeterpunkt. Florian Kastenmeier hatte Luca Pfeiffer im eigenen Strafraum berührt. Sicherlich kein Pflicht-Elfmeter – aber eben auch keine klare Fehlentscheidung, sodass der Videoassistent nicht eingreifen konnte. Tobias Kempe verwandelte den fälligen Strafstoß souverän zum Anschlusstreffer (60.).

Was folgte, war eine halbe Stunde lang pures Anrennen der Hessen. Fortuna konnte sich kaum noch befreien, hielt schlussendlich aber stand. Einzig Daniel Ginczek verlor die Nerven, der nach einem Foul von Jürgen Gjasula nachtrat. Der Darmstädter sah draufhin Gelb-Rot, der Düsseldorfer die Rote Karte (87.). Beide Teams mussten die letzten Minuten folglich mit einem Mann weniger bestreiten. Passieren sollte anschließend aber nichts mehr. Damit verabschieden sich die Fortunen mit einem Sieg aus der Heimspielsaison.

Verabschiedet wurden vor dem Spiel mit Florian Hartherz, Thomas Pledl, Robert Bozenik, Leonardo Koutris und Kai Eisele auch fünf Spieler, die ab der kommenden Saison nicht mehr im Düsseldorfer Trikot auflaufen werden. Zudem gab es Standing Ovations für einen ganz großen Fortunen: Oliver Fink beendet nach dieser Saison seine aktive Karriere. Er wird dem Zweitligisten aber auch künftig erhalten bleiben. Fink übernimmt ab Oktober eine Rolle im eigenen Nachwuchsleistungszentrum.

 Fortunas Emmanuel Iyoha (l.) gegen Darmstadts Thomas Poppler.

Fortunas Emmanuel Iyoha (l.) gegen Darmstadts Thomas Poppler.

Foto: dpa/Roland Weihrauch

Auch Fortuna wird sich noch verabschieden dürfen. Am kommenden Sonntag gastieren die Düsseldorfer in Hamburg beim FC St. Pauli. Für die Hanseaten könnte es in diesem Spiel noch um den Aufstieg gehen. Dass Fortuna einem solchen Traum aber auch einen jähen Dämpfer geben kann, hat sie nun eindrucksvoll gegen Darmstadt bewiesen.