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Fortuna Düsseldorf: Erwin Hoffer hofft auf eine neue Chance

Fortuna Düsseldorf : Erwin Hoffer hofft auf eine neue Chance

Fortuna Düsseldorfs Stürmer Erwin Hoffer erzielte seinen bislang letzten Pflichtspieltreffer beim 1. FC Nürnberg, Wie der Zufall es will, ist der direkte Tabellenkonkurrent Fortunas Gegner am Sonntag.

Freunde des gepflegten Aberglaubens — und davon soll es rund um den Fußball ja einige geben — hatten schon am vergangenen Freitag mit einem Startelf-Einsatz Erwin Hoffers gerechnet. Schließlich hatte Fortunas Stürmer im Hinspiel beim FC Erzgebirge Aue zwei Treffer erzielt und damit maßgeblich zum 3:0, dem ersten Saisonsieg der Düsseldorfer in der 2. Bundesliga, beigetragen.

Doch Fortunas Cheftrainer Oliver Reck hatte andere Pläne und war dem sportlichen Aberglauben längst nicht so verhaftet wie viele Fans. Und so blieb Hoffer im Rückspiel gegen Aue zunächst einmal draußen, durfte erst ab der 64. Minute mitmischen, als angesichts eines 1:3-Rückstands schon fast alle Messen gelesen waren. Immerhin gelang es dem 28-maligen österreichischen Nationalstürmer in dieser knappen halben Stunde, positiv auf sich aufmerksam zu machen. Hoffer setzte trotz des 2:3-Endstands, den auch er nicht verhindern konnte, deutlich mehr Akzente als sein Vorgänger Joel Pohjanpalo in der doppelten Spielzeit.

"Werde mich anbieten"

Vielleicht schlägt ja am Sonntag früher seine Stunde. Um 13.30 Uhr beginnt in der Arena die Zweitliga-Partie gegen den 1. FC Nürnberg (Live-Ticker), und wieder spricht der Faktor Aberglaube für den Österreicher. Im Hinspiel, das die Düsseldorfer 2:0 gewannen und damit eine 17-jährige Durststrecke an der Noris beendeten, erzielte Hoffer nach einer präzisen Flanke Julian Schauertes das 0:1 und lieferte auch ansonsten eine starke Vorstellung ab.

Durchaus Grund genug, ein wenig in eigener Sache zu trommeln, könnte man meinen. Genau das ist jedoch Hoffers Sache nicht. Nicht allein, weil der Treffer von Nürnberg sein bislang letztes Pflichtspieltor war und er anschließend seinen Stammplatz verlor. Der gebürtige Badener gehört zu den ganz Stillen im Lande, redet allenfalls, wenn er gefragt wird - und auch dann meist nicht viel und vor allem leise. "Ich werde mich im Training voll hineinhängen und versuchen, mich anzubieten", sagte der 27-Jährige im Winter-Trainingslager von Estepona. Deutlichere Kampfansagen ließ er sich nicht entlocken, auch nicht, nachdem er den Führungstreffer im Testspiel gegen den albanischen Meister KF Skenderbëu (2:0) erzielt hatte. "Für einen Stürmer ist es immer wichtig, Tore zu machen", schob er wenigstens noch nach.

Pohjanpalos Formschwäche ist Hoffers Chance

Für den früheren Frankfurter und Lauterer wären Treffer derzeit sogar besonders wichtig. Am 30. Juni läuft sein Vertrag bei Fortuna aus, und zur Stunde deutet nicht allzu viel auf eine Verlängerung des Kontrakts hin. Es sei denn, Hoffer gelänge es in den nächsten Wochen, noch einmal nachhaltig seine Bedeutung für die Düsseldorfer zu unterstreichen. Pohjanpalos Formschwäche könnte ihm dabei helfen. Der Finne spielte bislang fraglos eine großartige Saison, war mit acht Treffern schon weitaus effektiver, als man es ihm mit seinen gerade 20 Jahren zugetraut hatte. Doch in diesem Alter sind Leistungsschwankungen das Normalste der Welt — und Hoffer ist bereit, in die Bresche zu springen.

Übrigens: Das zweite Tor bei jenem 2:0 im Test gegen Skenderbëu schoss Sergio da Silva Pinto, wie beim 2:0 in Nürnberg im September. Vielleicht wird Pinto, den muskuläre Probleme plagen, ja bis Sonntag auch noch fit. Nur des Aberglaubens wegen.

(jol)