Fortuna Düsseldorf: Enttäuschung über Pfiffe der Fans

Fortuna über einige Fans enttäuscht: "Wer pfeift, soll doch gleich Barcelona gucken"

Fortuna Düsseldorfs Spieler reagieren enttäuscht auf die Pfiffe, mit denen sie beim 1:1 gegen Fürth einige Zuschauer in die Halbzeit begleiteten. Der Trost: Die allermeisten Fans feuerten die Elf trotz des unbefriedigenden Ergebnisses lautstark an.

Die Enttäuschung saß tief nach Fortuna Düsseldorfs 1:1 gegen die Spielvereinigung Greuther Fürth. Wegen des Ergebnisses gegen den Abstiegskandidaten, mit dem sich die Truppe von Trainer Friedhelm Funkel nicht für eine bei allen spielerischen Defiziten doch zumindest kämpferisch überzeugende Vorstellung belohnte — doch noch mehr wegen der Reaktion eines Teils der Zuschauer. "Wir hatten größtenteils die Kontrolle über das Geschehen, haben angesichts der miesen Platzverhältnisse auch wirklich gut gespielt", sagte Rechtsverteidiger Jean Zimmer. "Leider sehen das offenbar einige Zuschauer anders. Okay, sollen sie pfeifen."

Fand sich die Leihgabe des VfB Stuttgart noch kopfschüttelnd mit den Pfiffen von den meist teureren Plätzen ab, die die Fortunen zur Halbzeit in die Kabine begleitet hatten, so wurde Marcel Sobottka mit seiner Kritik lauter. "Es war ein richtig gutes Spiel in der ersten Hälfte", meinte der Mittelfeldspieler. "Und nur, weil Fürths zweiter und letzter Torschuss gleich drin ist und die anschließend mit elf Mann hinten drin stehen und zur Pause das 0:1 halten, müssen wir uns von einigen Pfiffe anhören. Da sollten sie doch besser gleich zu Hause bleiben und Barcelona oder Bayern gucken, wenn sie Zauberfußball sehen wollen, statt hier zu pfeifen." Der 23-Jährige schob allerdings sofort nach: "Aber natürlich wissen wir, dass die allermeisten Fans voll hinter uns stehen, sie haben uns ja auch wieder ganz stark angefeuert."

Eben deshalb war der Frust wegen der rebellierenden Minderheit unter den 23.849 Besuchern umso größer. Fortuna machte gegen Fürth Bekanntschaft mit dem Phänomen Erwartungshaltung, das in den vergangenen Monaten auch in der Bundesliga — zum Beispiel bei Gladbachs Manager Max Eberl oder Dortmunds Torhüter Roman Bürki — für Zorn gesorgt hatte. Tenor der Pfeifer: Wir haben gezahlt, dann können wir auch fordern, was wir möchten.

"Pfiffe helfen in solchen Situationen nicht weiter", meinte Linksverteidiger Niko Gießelmann. "Wenn die Zuschauer, die sich so äußerten, mal aus der Nähe betrachtet hätten, auf welchem Untergrund wir da versuchen mussten, Fußball zu spielen, hätten sie es vielleicht nicht gemacht."

Trainer Funkel warb bei den Pfeifern um Verständnis für seine Mannschaft. "Auch ich finde es nicht gut, wenn bei einem Rückpass gepfiffen wird, obwohl der Spieler in diesem Moment gar keine andere Möglichkeit hatte", erklärte der 64-Jährige. "Die allermeisten unserer Fans, diejenigen, die immer kommen, stehen ja auch voll hinter uns. Aber Leute, die nicht so oft da sind, pfeifen eben schneller, das ist leider so. Da kann ich den Frust mancher Spieler verstehen."

Seine Hoffnung: "Wenn demnächst gegen St. Pauli 35.000 oder 40.000 kommen, dann wird man die wenigen Pfiffe zum Glück gar nicht hören." Gießelmann nahm es letztlich schon wieder mit Humor, als er augenzwinkernd schloss: "Wer weiß? Vielleicht hätte Barcelona auf diesem Acker auch nicht besser gespielt als wir."

Hier geht es zur Bilderstrecke: Fortuna - Fürth: Einzelkritik

(jol)
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