Fortuna Düsseldorf: Emmanuel Iyoha sitzt wieder lange draußen

Fortuna Düsseldorf : Iyoha sitzt wieder lange draußen

Fortuna Düsseldorf braucht Tore. Und Angreifer Rouwen Hennings fehlt momentan neben den vernünftigen Zuspielen auch das nötige Quäntchen Glück. Wäre es nicht an der Zeit, dem jungen Emmanuel Iyoha eine Chance zu geben?

Fortunas Emmanuel Iyoha ist talentiert, torgefährlich und unbedarft. Er wäre eigentlich prädestiniert dafür, die Rolle des Helden aus der zweiten Reihe zu spielen. Doch auch gegen Heidenheim verblasste sein Stern, statt aufzugehen. Der 19-Jährige bekam gar nicht die Chance dazu, auf dem Rasen der Esprit-Arena zu explodieren. Iyoha wurde erst eingewechselt, als die Messe nach 84 Minuten so gut wie gelesen war.

Die Fragen nach dem Warum ist gar nicht so leicht zu beantworten. Die Trainingsleistungen können es jedenfalls nicht sein. Das Eigengewächs, das in der Hinrunde nicht so richtig in Tritt kam, glänzte in der Winterpause auf Malta und hielt auch danach seine Form. In der Vorbereitung schoss Iyoha fünf Tore: eins gegen Craiova, eins gegen Mönchengladbach und drei gegen Uerdingen. Und was braucht Fortuna dringend? Genau, Tore — und bestenfalls gleich fünf.

Iyoha hätte gegen Heidenheim fast noch etwas bewirkt

Doch Iyoha hockte auf der Bank zwischen Marlon Ritter und Axel Bellinghausen. Der Platz links neben ihm wurde irgendwann frei, Bellinghausen durfte nach 79 Minuten für Kaan Ayhan rein. Für Iyoha war es fünf Minuten später so weit. Er sollte sich aber nicht gemeinsam mit Rouwen Hennings am Tor versuchen, Trainer Friedhelm Funkel wechselte positionsgetreu. Hennings konnte man ehrliches Bemühen nicht absprechen, doch für Gefahr sorgte die alleinige Sturmspitze nicht wirklich.

Und Iyoha? Der hätte tatsächlich fast noch etwas bewirkt. Nach 87 Minuten hielt er einfach mal aus 20 Metern drauf, allerdings flog der Schuss Heidenheims Schlussmann Kevin Müller in die Arme. Gefährlicher wurde es in der zweiten Minute der Nachspielzeit: Iyoha verlängerte einen Freistoß auf Marcel Sobottka, der es in Uwe-Seeler-Manier aus kurzer Distanz mit dem Hinterkopf probierte, an dem Kunststück aber scheiterte.

Funkel hält am 4-1-4-1-System fest

Dann war Schluss, Iyoha hatte kaum geschwitzt. Alles wie immer. In der Rückrunde kommt der U20-Nationalspieler zwar auf vier Einsätze in fünf Partien, stand aber insgesamt gerade einmal 76 Minuten auf dem Platz. Woran das liegt? Funkel hält an seinem 4-1-4-1-System mit einer Spitze fest. Und er will Hennings, der seit mehr als 1000 Minuten auf einen Treffer wartet, wohl nicht vollends den Wind aus den Segeln nehmen.

Zitat Funkel: "Wir brauchen kein Mitleid. Auch Rouwen braucht kein Mitleid. Auch wenn einer 2000 Minuten kein Tor schießt, braucht er es nicht. Er braucht Aufmunterung und Vertrauen. Es gibt WM-Torschützenkönige, die nicht treffen." Aber das Vertrauen in Hennings schließt ja nicht aus, dass die Stürmer gemeinsam auf dem Platz stehen.

"Emmanuel muss jetzt nur noch robuster werden"

Natürlich fehlt im Mittelfeld für das kreative Moment auch ein Spielgestalter. Da sich die Fortuna den aber nicht aus den Rippen schneiden kann — und Özkan Yildirim der Rolle anscheinend nicht gewachsen ist —, wäre es einen Versuch mit der Doppelspitze vermutlich wert. Übrigens: Für seinen 45-Minuten-Einsatz beim 0:3 gegen Sandhausen wurde der engagierte Iyoha von unseren Lesern sogar zum "Spieler des Spiels" gewählt.

Vor allem wäre mehr Spielzeit für den Youngster eine Investition in die Zukunft. Während noch unklar ist, ob Burnley-Leihgabe Hennings der Fortuna überhaupt erhalten bleibt, könnte man Iyoha an den Klopperfußball der 2. Bundesliga heranführen. Bislang konnte der 19-Jährige nur 27,4 Prozent seiner Zweikämpfe gewinnen.

"Emmanuel muss jetzt nur noch robuster werden, um sich im Männerfußball durchzusetzen, das könnte vielleicht sogar noch zwei Jahre dauern", sagte Funkel auf Malta. Der Trainer hat es in der Hand, die Entwicklung schneller voranzutreiben.

(jado)