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Fortuna Düsseldorf: Einstand von Klaus Allofs sorgt für Verwirrung bei JHV

Digitale Mitgliederversammlung : Allofs-Einstand sorgt für Verwirrung

Die erste Rede von Klaus Allofs als Vorstandsmitglied von Fortuna Düsseldorf war mit Spannung erwartet worden. Eine Formulierung der früheren Stürmerlegende sorgte bei der Versammlung für Diskussionsstoff.

Alle Verantwortlichen hatten damit gerechnet, dass sich die Aussprache zu den Jahresberichten von Vorstand und Aufsichtsrat bei der ersten digitalen Mitgliederversammlung von Fortuna Düsseldorf sehr lang hinziehen würde. Die Vermutung lag nahe, dass mehr Mitglieder von der Gelegenheit Gebrauch machen würden, ihre Fragen schriftlich einzureichen, als bei einer physischen Versammlung an das Rednerpult treten. Und so kam es dann auch: Versammlungsleiter Björn Borgerding musste eine ungeheure Masse an Fragen vortragen, die dann er selbst und die Vorstandsmitglieder im Wechsel beantworteten.

Ein Großteil der Anliegen richtete sich an Themen aus der Vergangenheit; mit an der Spitze: Fragen zum Transfer von Benito Raman nach Schalke mit dem Schwerpunkt Ablösesumme. Wirklich erhellend wurde es dabei ebenso wenig wie – erwartungsgemäß – bei den vielen Fragen zur aktuellen sportlichen Lage. Da blieb den für den Sport zuständigen Vorständen Uwe Klein und Klaus Allofs nicht viel mehr übrig, als ihre eigene Unzufriedenheit ebenso auszudrücken wie den Optimismus, dass die Mannschaft sich finden werde.

Interessant wurde hingegen die Aussprache zur Rede von Klaus Allofs, der ersten der früheren Stürmerlegende in seiner Rolle als Vorstand Fußball, Kommunikation und CSR. In dieser sagte der 64-Jährige, Fortuna müsse zusehen, sich „keine freiwillige Wettbewerbsbeschränkung“ aufzuerlegen. Das stieß vielen traditionsbewussten Mitgliedern arg auf, fürchteten sie doch, dass Allofs womöglich dem Einstieg eines Investors oder zumindest der Ausgliederung einer Profigesellschaft das Wort reden könne.

Dieser Sorge konnte Allofs freilich entgegentreten. „Meine Aussage bezog sich auf die theoretische Möglichkeit, dass unsere Satzung wichtigen Investitionen im Weg stehen könnte“, erklärte er. „Ich denke dabei an den Ausbau des Paul-Janes-Stadions, die Verbesserung unserer Installationen oder den Bau eines neuen Funktionsgebäudes für die Profimannschaft. Das alles ist notwendig, wenn wir wettbewerbsfähig bleiben wollen, und dafür brauchen wir finanzielle Unterstützung von außen. Das können wir nicht allein stemmen.“

Die Befürchtung, dass die Satzung auch solche Investitionen von außen verhindern könnte, beinhaltete demnach keineswegs die Öffnung für klassische Investoren. Das glättete die Wogen, bevor sie richtig hochschlagen konnten – was aber nicht verhinderte, dass die gleiche Frage noch mehrfach wiederholt wurde.

Interessant schließlich, was Allofs auf die Fragen nach der Zukunft von Trainer Uwe Rösler antwortete. „Als ich die Spiele in der Rückrunde der Bundesliga beobachtete, habe ich schon gedacht, dass die Mannschaft sich unter ihm weiterentwickelt hat“, sagte der Neu-Vorstand. „Auch wenn die Ergebnisse danach nicht mehr so waren, glaube ich weiter, dass Uwe Rösler der richtige Trainer für uns sein kann.“ Das letzte Wort hatten dabei sicher nicht nur besonders aufmerksame Zuhörer deutlich vernommen.

Immerhin, zum Abschluss sagte Allofs noch einmal, was zuvor auch Sportvorstand Uwe Klein  geäußert hatte und was wohl alle Mitglieder gern hörten: „Wir brauchen das Ziel Aufstieg noch nicht abzuschreiben.“