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Fortuna Düsseldorf: Ein Hoch auf die launische Diva

Fortuna nach dem Karneval : Ein Hoch auf die „launische Diva“

Mit dem Fortuna-Rosenmontagszugwagen startete der Sportverein seine Feierlichkeiten zum Jubiläum.

Für die einen, die Karnevalsfreunde, war im Laufe dieser Woche alles vorbei. Am Aschermittwoch wurde der Hoppeditz beerdigt und die fünfte Jahreszeit offiziell beendet. Für andere, die Fortuna-Fans, geht es jetzt aber erst richtig los. Der „Fortuna-Wagen“ im Rosenmontagszug war nämlich der erste Akt im Rahmen der Feierlichkeiten zum 125-jährigen Bestehen des „Kicker-Clubs“ aus Flingern.

„Die Fortuna und der Düsseldorfer Karneval gehören fest zusammen“, sagt Fortuna-Marketingvorstand Christian Koke. „Wir freuen uns besonders, dass der Wagen in diesem Jahr unser Jubiläum aufgegriffen hat und Teile unserer 125-jährigen Vereinsgeschichte abgebildet waren. Der Karnevalswagen ist eine von unseren zahlreichen Aktionen im Jubiläumsjahr, von denen in den nächsten Wochen und Monaten noch einige folgen werden.“

Bis dahin aber genossen unter anderem Bundesliga-Mannschaftskapitän Oliver Fink, die Fortuna-Spielerikonen Jens Langeneke und „Lumpi“ Lambertz sowie Stadionsprecher André Scheidt, Aufsichtsratsvorsitzender Björn Borgerding, Vorstandschef Thomas Röttgermann, Corporate Social Responsibility (CSR)-Direktor Paul Jäger, Noch-Sportvorstand Lutz Pfannenstiel und Koke selbst das karnevalistische Treiben auf dem Wagen. Andere Fortunen waren taktisch geschickt über den Zugweg verteilt. So wurde Co-Trainer Axel Bellinghausen auf einem Balkon der Hausbrauerei, die sich rühmt, „dat lecker Dröppke“ herzustellen, gesichtet. Möglicherweise wird Bellinghausen in Düsseldorf jetzt die Julia aus Shakespeares „Romeo und Julia“ als bekannteste „Balkonschönheit“ ablösen.

Koke ist so etwas wie der „Karnevals-Coach“ der Fortuna. „Ich bin bekennender Karnevalist“, gesteht der Marketing-Vorstand. Und der Coach ist mit der Leistung seines Teams auf dem Rosenmontagszugsspielfeld sehr zufrieden. „Wir hatten eine Topstimmung auf dem Wagen. Wir haben vier Stunden richtig Gas gegeben“, verrät er. Und auch die Laufleistung war beeindruckend, hatten die Fortunen doch eine vielköpfige Fußgruppe dabei, die den fünf Kilometer langen Zugweg per pedes absolvierte.

„Mich hat auch gefreut, dass der ‚Fortuna Fanclub Mallorca‘ im Zug mitgelaufen ist. Das haben sie alles selbst organisiert“, so Koke. Offensichtlich bekennt sich nicht nur die Fortuna, sondern auch deren Fans zum Brauchtum.

Die Gestaltung des Fortuna-Gesellschaftswagens hatte Kult-Wagenbauer Jacques Tilly übernommen. „Er hat es mal wieder sensationell hingekriegt, unsere Vorgaben mit seiner genialen Kreativität umzusetzen“, lobt Koke. Die Fortunen hatten sich analog zu ihrem oftmals zitierten Prädikat, eine „launische Diva“ zu sein, dazu entschlossen, nicht nur Höhen, sondern auch Tiefen zu zeigen. So prägten fünf Meilensteine der Vereinsgeschichte den Wagen: Die Deutsche Meisterschaft 1933, das Europapokalfinale 1979, die Oberligazeit Anfang der 2000er, das Relegationsspiel 2012 sowie die Zweitliga-Meisterschaft 2018 wurden illustriert. Genau wie die drei Spielstätten der Fortuna: das Paul-Janes-Stadion, das Rheinstadion und die Arena. Komplettiert wurde das Erscheinungsbild durch ein großes F95-Logo, den Slogan „125 Jahre launische Diva“ sowie ein Abbild des Toni-Turek-Hauses auf der Rückseite des Fahrzeugs. „Wir hätten natürlich noch viel mehr Themen auswählen können, so beispielsweise die Pokalsiege 1979 und 1980. Aber wir haben uns eben für diese fünf entschieden, auch weil wir die Tiefen in der Fortuna-Historie nicht verschweigen“, so Koke. Der Europapokal ist dabei, weil gefühlt ganz Düsseldorf beim Finale im Europapokal der Pokalsieger 1979 in Basel dabei gewesen ist, obwohl das Stadion nur 30.000 Zuschauer fasste. Die Relegation 2012 gegen Hertha BSC wurde aufgenommen, weil sie emotional mit dem Platzsturm, dem Diebstahl des Elfmeterpunktes und den anschließenden zeitraubenden Verbandsgerichtsverfahren alle Höhen und Tiefen der Fortuna-Geschichte widerspiegelt.

Trotz des großen Erfolgs der Rosenmontagszugsteilnahme gibt es jedoch noch keine Karnevalsabteilung am Flinger Broich. „Wir bekennen uns klar zum Brauchtum und sind uns unserer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst“, konstatiert Koke ernst. „Unterm Strich aber sind wir natürlich kein Karnevalsverein, sondern ein Fußballclub, der durch sportliche Erfolge seinen Fans ein glückliches Lächeln ins Gesicht zaubern will. Daran arbeiten wir jeden Tag.“