Fortuna Düsseldorf droht nach Feuerzeugwurf empfindliche Strafe

Vorfall bei Kiel-Spiel : Fortuna droht nach Feuerzeugwurf empfindliche Strafe

Eigentlich könnte Fortuna Düsseldorf rundum zufrieden sein. Doch der Wurf eines Feuerzeuges von der Südtribüne stört die große Aufstiegssause. In der Vergangenheit gab es für solche Vorfälle in der Regel saftige Geldstrafen.

In der 69. Minute des Heimspiels gegen Holstein Kiel (1:1) wurde der Kieler Torwart Kenneth Kronholm von dem Gegenstand am Kopf getroffen, als er gerade einen Abschlag ausführen wollte. Die Partie wurde unterbrochen, weil der 32-Jährige behandelt werden musste. Glücklicherweise konnte der Keeper nach einer kurzen Behandlungspause die Partie fortsetzen. Im anderen Fall hätte ein Spielabbruch gedroht. Zumindest hätten die Kieler die Möglichkeit gehabt, im Nachhinein Protest gegen die Wertung des Spiels einzulegen. Die Partie wäre am Grünen Tisch dann mit großer Sicherheit als Düsseldorfer Niederlage gewertet worden.

Kenneth Kronholm aber zeigte sich als fairer Sportsmann. "Ich habe nicht eine einzige Sekunde an Auswechslung gedacht", versicherte der gebürtige US-Amerikaner gegenüber dem "Express". "So etwas kommt für mich nicht in Frage. Ich bin Sportler und will spielen. Ich lasse mich erst auswechseln, wenn es nicht mehr geht. Ich gönne Fortuna den Aufstieg, schließlich habe ich hier vor langer Zeit ja auch schon einmal gespielt." In der Rückrunde der Saison 2006/07 war Kronholm Stammtorhüter bei den Rot-Weißen.

Schiedsrichter Patrick Ittrich machte sich Notizen und vermerkte den Vorfall in seinem Spielbericht. Den Düsseldorfern droht in jedem Fall eine Geldstrafe. "Das sind wirklich Idioten", sagte Funkel. "Der Werfer muss bestraft werden und sollte kein Stadion mehr betreten dürfen. Wir werden eine empfindliche Geldstrafe bekommen, das trübt das ansonsten tolle Erlebnis."

Fortuna droht in jedem Fall eine Sanktion. 2005 musste Schalke 04 60.000 Euro zahlen, nachdem Schalkes Co-Trainer Sven Hübscher im Spiel gegen den 1. FC Köln von einem Feuerzeug am Kopf getroffen worden war und eine Platzwunde erlitt. 2009 musste der niederländische Erstligist NEC Nijmegen nach einem Feuerzeugwurf gegen den Schiedsrichter im Uefa-Cup-Spiel gegen den Hamburger SV eine Strafe von 50.000 Euro zahlen.

2015 war das DFB-Pokal-Spiel zwischen dem Drittligisten VfL Osnabrück und dem Zweitligisten RB Leipzig nach 71 Minuten beim Stande von 1:0 abgebrochen worden, nachdem Schiedsrichter Martin Petersen von einem Feuerzeug aus dem Osnabrücker Block am Kopf getroffen worden war. Das Spiel wurde mit 2:0 für Leipzig gewertet.

Kiels Rechtsverteidiger Johannes van den Bergh berichtete am Sonntag nach der Partie in Düsseldorf: "Es sind dauernd Gegenstände auf das Spielfeld geflogen." Tatsächlich verfehlten in der ersten Halbzeit Bierbecher, die von der Südtribüne geworfen wurden, nur ganz knapp die Kieler Eckballschützen. Van den Bergh war 2010 - damals noch im Trikot von Fortuna - übrigens selbst Opfer eines Feuerzeugwurfs geworden. Der MSV Duisburg, dessen Fans beim Derby in Düsseldorf Gegenstände aufs Feld geworfen hatten, war damals zu einer Geldstrafe von 25.000 Euro verdonnert worden.

Deutliche Worte fand Fortunas Präsident Robert Schäfer. "Das hat mit Fußball nichts zu tun", meinte er. "Wir hoffen, dass wir die Werfer durch die Auswertung der Videos finden".

(faja)
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