Fortuna Düsseldorf: Dodi Lukebakio sorgt beim FC Bayern München für eine Sternstunde

Als Hoeneß dachte, dass die „Welt untergeht“ : Lukebakio beschert Fortuna-Fans eine Sternstunde

Samstag, der 24. November 2018, wird allen Fortunen lange in Erinnerung bleiben. Vor allem dank Dodi Lukebakio, der die Düsseldorfer verzückte, während Uli Hoeneß von einem Weltuntergang sprach.

Menschen fallen übereinander, Bier spritzt in rauen Mengen durch die Luft, mehr als 7000 Fortuna-Anhänger sind in völliger Ekstase. Es ist 17.20 Uhr am Samstagabend in der Arena in München-Fröttmaning, als sich die Anspannung entlädt und zur puren Freude wandelt. Dodi Lukebakio hat soeben den Ball vorbei an Manuel Neuer ins Tor geschossen. Sein dritter Treffer in dieser Partie - und der bedeutet den völlig überraschenden Punktgewinn beim FC Bayern. „Nur ein Wort: Unglaublich“, sagt der Belgier zu seinen Gefühlen nach dem 3:3 (1:2). Es ist einer dieser Tage, von dem die mitgereisten Fortuna-Fans auch noch in vielen Jahren berichten werden. Eine David-gegen-Goliath-Geschichte. Der Außenseiter hat dem haushohen Favoriten ein Schnippchen geschlagen.

Das Unentschieden ist am Ende das Resultat einer geschlossenen Mannschaftsleistung gegen einen Gegner, der zwar individuell um ein Vielfaches besser besetzt ist, aber keine Einheit auf den Platz bringt. Fortuna liegt an diesem Tag 0:2 und 1:3 zurück, vor allem die ersten beiden Treffer resultieren aus leichtsinnigen und unnötigen Fehlern. Aber das Team gibt sich zu keinem Zeitpunkt auf, bleibt stets gefährlich. „Wir haben auch dann noch daran geglaubt. Das haben wir uns schon zur Halbzeit gesagt, dass uns auch ein 1:3 nicht umwerfen wird“, sagt Adam Bodzek. Er steht glücklich lächelnd im Bauch der Münchener Arena. Hinter dem Mittelfeldspieler stehen Oliver Fink und Robin Bormuth. Beide schauen auf einen Bildschirm, der oben an einem Betonpfosten angebracht ist. Darauf läuft die Zusammenfassung ihres Spiels. Noch steht in der Ecke 1:3. Genüsslich schauen sich die beiden noch einmal die Tore ihres belgischen Mitspielers an.

Auf dem Fernsehbildschirm ist auch zu sehen, wie Fink kurz nach dem 3:3 Lukebakio herzt und ihm etwas ins Ohr flüstert. Was denn? „Ich habe ein paar rudimentäre französische Sprachkenntnisse“, sagt Fink. „Ich bin immer auf seiner Seite. Ich wusste immer, dass der Junge wichtig für uns sein kann. Ich mag den Kerl einfach. Es ist gar nicht hoch genug einzuschätzen, was er heute für uns geleistet hat.“

Für den 36-jährigen Fink war es das erste Spiel der Saison von Beginn an. Achillessehnenprobleme bereiteten ihm zuvor große Sorge. Der Kapitän hatte immer wieder betont, wie sehr er es schätze, noch einmal in der Bundesliga spielen zu dürfen, und dass er jeden Moment genießen wolle. Dementsprechend glückselig steht Fink jetzt vor der Journalistenschar: „Es ist einfach überragend. Das wird ganz schwer, das noch einmal zu toppen.“

Auch Friedhelm Funkel reiht sich natürlich in die gutgelaunte Fortuna-Riege ein. „Dieses 3:3 ist von der Moral der Mannschaft her gar nicht hoch genug zu bewerten.“, sagt der Fortuna-Trainer. „Das ist ganz wichtig für unser Selbstbewusstsein.“ Und nach der Lobeshymne auf sein Team folgt die auf die Anhänger: „Unsere Fans sind einmalig. Es ist sehr schön, mit ihnen diese Glücksgefühle zu teilen.“

Wenige Minuten nachdem der Fortuna-Tross die Arena verlassen hat, tritt dann Uli Hoeneß vor die Kameras. Der Bayern-Präsident betont, dass Niko Kovac auch am Dienstag in der Champions League gegen Benfica Lissabon als Trainer auf der Bank sitzen werde. Und dann erklärt Hoeneß, wie er den Moment wahrgenommen hat, als Lukebakio in der dritten Minute der Nachspielzeit sein drittes Tor erzielte: „Ich war völlig down von diesem Tor. Ich dachte, die Welt geht unter. Von diesem Schock muss ich mich erstmal erholen.“ Auch das ist eine Art Auszeichnung und wird den Abend vieler Fortuna-Fans sicher abrunden.

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