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Fortuna Düsseldorf: Dieser Nachwuchsspieler hat die Nase gebrochen bekommen

Angreifer musste ordentlich einstecken : Erkennen Sie diesen Fortuna-Spieler?

Fußball ist kein ungefährlicher Sport. Diese schmerzliche Erfahrung musste in diesen Tagen auch wieder ein Spieler von Fortuna machen. Beim Training erwischte ihn ein Mitspieler im Gesicht – was die Folgen sind und wie die Zukunft des Nachwuchsspielers beim Zweitligisten aussieht.

Am Tag danach kann Lex-Tyger Lobinger schon wieder lachen. So gut das eben mit zwei Tamponaden in den Nasenlöchern geht. Der 22-Jährige wurde in der Schön-Klinik in Düsseldorf operiert – bei einem Trainingsunfall hatte ihn Mitspieler Brandon Borrello offenbar mit dem Ellenbogen im Gesicht erwischt und einen ordentlichen Schaden angerichtet. Lobinger hatte das Nasenbein gebrochen und die Scheidewand verschoben. In einer Operation wurden alles von Professor Detlef Grün wieder gerichtet.

„Die Nase sah schon ein wenig gewöhnungsbedürftig aus nach dem Schlag“, sagt Lobinger. „Ich hoffe mal, dass wieder alles gerade ist.“ Optisch konnte er sich davon noch nicht überzeugen, weil alles von Verbänden bedeckt ist. Immerhin hatte er schon wieder die Kräfte gefunden, ein Selfie von sich zu machen. Das Beweisfoto dazu hat er freundlicherweise unserer Redaktion zur Verfügung gestellt. Bitter für ihn: die Saison ist damit für ihn natürlich gelaufen, ein möglicher weiterer Einsatz im Profiteam von Fortuna muss warten. Seine Premiere feierte er beim 2:2 am 8. Mai gegen Eintracht Braunschweig. Immerhin zwei Minuten stand er auf dem Feld.

Nach Informationen unserer Redaktion soll aber weitere Spielzeit dazukommen. Denn Sportvorstand Uwe Klein will der „Leihgabe“ aus der U23 einen Profivertrag anbieten. Der „Express“ hatte zuerst darüber berichtet. Lobinger könnte eine Ergänzung für das Sturmzentrum sein, könnte aber auch zur Not auf die offensive Außenbahn wechseln. Er verfügt über eine kräftige Statur, wirkt aber keineswegs „bullig“, sondern äußerst athletisch.

Während der jüngsten Länderspielpause bekam er seine erste Bewährungsprobe – zumal da den Profis ein Angreifer fehlte, weil Kenan Karaman mit der türkischen Nationalmannschaft unterwegs war. Zu diesem Zeitpunkt lief es im Team von Uwe Rösler nicht besonders rund. Umso dankbarer war Lobinger, „dass man mich als jungen Spieler auch in einer Phase hereinschnuppern lässt, in der es für die Profis nicht so läuft wie gewünscht“.

Ein solches Tal – allerdings ein persönliches – hat auch der ehemalige Wattenscheider schon durchschritten, und das ist gar nicht lange her. Die vergangene Saison entsprach keineswegs seinen Vorstellungen, „sie war definitiv nicht zufriedenstellend“, sagt Lobinger rückblickend. Der 1,92-Meter-Hüne spielte selten und traf kein einziges Mal. Im Torabschluss offenbarte er große Defizite: mangelnde Präzision, mangelnde Technik, mangelnde Abgeklärtheit.

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Seine Schwächen erkannte er allerdings selbst und begann, hart an sich zu arbeiten. Nach den Einheiten der „Zwoten“ blieb Lobinger länger auf dem Platz, trainierte Ballannahmen und Abschlüsse. An vielen eigentlich freien Sonntagen legte er Sonderschichten ein. „Ich wollte mir nicht vorwerfen müssen, nicht alles gegeben zu haben“, erzählt er. Und der Fleiß zahlt sich aus: Der Youngster hat eine beeindruckende Entwicklung genommen, ist physisch in einer starken Verfassung, im Offensivspiel der „Zwoten“ mittlerweile ein fester Anker – und vor dem Tor so abgezockt wie nie zuvor.

Neun Treffer zieren sein Konto, fünf davon hat er in diesem Jahr erzielt. Teilweise waren sie bedeutungslos (wie beim 1:3 in Homberg), oft aber entscheidend (wie beim 1:1 in Lotte), wenigstens wegweisend (wie beim 2:0 in Aachen) oder schlicht traumhaft (wie beim 2:0 in Wiedenbrück). Der Knoten platzte just, nachdem Lobinger seinen Vertrag am Flinger Broich um ein Jahr verlängert hatte. „Ich fühle mich hier wohl und habe gesehen, dass ich in der aktuellen Saison das Vertrauen bekomme. Das tut mir sehr gut“, sagt er.

 Die Verhandlungen liefen zügig und unkompliziert. „Wir haben offen und ehrlich miteinander kommuniziert und schnell eine sehr gute Lösung gefunden“, erzählt Lobinger. „Natürlich will man als relativ junger Spieler irgendwann im Profibereich anknüpfen, und Düsseldorf sehe ich als gute Chance.“ Die ersten Schritte ist er nun gegangen. Nun sollen weitere folgen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Hier haut Borrello einen Mitspieler um

(gic)