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Fortuna Düsseldorf - Diese ehemaligen F95er sind am Europa-League-Sieg von Eintracht Frankfurt beteiligt

Europa-League-Sieg : Diese zwei Ex-Fortunen sind am Eintracht-Triumph beteiligt

Eintracht Frankfurt hat am Mittwochabend mit dem Finalsieg über die Glasgow Rangers den wohl größten Erfolg der Vereinsgeschichte gefeiert. Daran hatten auch zwei Männer ihren Anteil, die früher Profis in Düsseldorf waren. Und Fortuna hatte auch noch einen „Ex“ auf der Verliererseite.

Am Ende gab es kein Halten mehr. Spieler und Fans von Eintracht Frankfurt feierten eine rauschende Ballnacht in Sevilla, nachdem der Triumph im Endspiel der Europa League perfekt war. 120 Minuten lang hatten sich die Hessen und ihr Gegner Glasgow Rangers im ebenso traditions- wie emotionsgeladenen Finale einen offenen Kampf geliefert, der erst im Elfmeterschießen seine Entscheidung fand: 5:4 hieß es dort nach zehn Schützen, die bis auf den bedauernswerten Aaron Ramsey von den Rangers allesamt trafen.

Diejenigen unter den Fernsehzuschauern, die die anschließenden Feierlichkeiten auf dem Rasen genauer in Augenschein nahmen, konnten in den diversen Jubeltrauben der Eintracht zumindest einen ehemaligen Fortuna-Profi ausfindig machen. Aymen Barkok war von 2018 bis 2020 von den Hessen nach Düsseldorf ausgeliehen, und nach der Rückkehr in die Heimatstadt darf er sich nun Europapokalsieger nennen.

Barkok genoss das in vollen Zügen, obwohl er in Sevilla nicht zum Einsatz gekommen war. Das hielt den 23-Jährigen indes nicht davon ab, dem Pokal stets besonders nah zu sein – so auch auf dem offiziellen Siegerfoto, das Barkok ganz in der Nähe der Trophäe zeigt. Als er diese in die Luft stemmte, trug der Mittelfeldspieler stolz die Flagge Marokkos um die Hüften, das Heimatland seiner Familie, für das er bislang 17 Länderspiele absolvierte.

In der so erfolgreich beendeten Europa-League-Saison kam der frühere Fortune, der im Sommer zum FSV Mainz 05 wechselt, einmal für die Schwarz-Weißen zum Einsatz, absolvierte dabei 58 Minuten. In der Bundesliga waren es fünf Einsätze mit insgesamt 158 Minuten.

Derlei Einsatzzahlen weist der zweite Ex-Düsseldorfer beim Europa-League-Sieger nicht auf. Nicht mehr, muss man richtigerweise sagen, denn Ben Manga verrichtet seine Arbeit bei der Eintracht nach seinem schon 16 Jahre zurückliegenden Karriereende nicht auf dem Rasen, sondern im Hintergrund. Manga ist bei der Eintracht seit dem Sommer 2021 Direktor Profifußball: In dieser Funktion ist er für Scouting und Kaderplanung verantwortlich, sein Vertrag läuft bis 2026.

Die Sternstunde des 48-Jährigen zu aktiven Zeiten schlug 1995, als er beim Zweitrunden-Pokalsieg Fortunas über den FC Bayern der überragende Spieler des damaligen Bundesliga-Aufsteigers war. In der Branche genießt er heute einen ausgezeichneten Ruf. Er gilt als einer der besten Talentspäher des Landes. Ben Manga hat Spieler wie Filip Kostic, Evan N'Dicka oder Sebastien Haller entdeckt – kein Wunder also, dass er in der Hierarchie des neuen Europapokalsiegers weit aufstieg.

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Dennoch erinnert sich Manga immer noch gern an seinen großen Pokalabend mit Fortuna zurück. „Trainer Ristic kam am Nachmittag vor dem Spiel in mein Hotelzimmer und hat mich gefragt, ob ich Angst habe. Er sagte: ,Wenn du keine Angst hast, will ich heute Abend Dampf sehen.' Also war klar, dass ich keine Angst zeigen durfte“, sagte Manga dem Portal „goal.com“. „Einfach war das nicht. Auf dem Weg ins Rheinstadion lief plötzlich Jürgen Klinsmann neben mir her. Ich dachte: ,Du liebe Scheiße!' Beim Warmmachen habe ich dann immer auf die andere Seite geguckt, da waren Kahn, Nerlinger, Ziege, ich konnte es nicht glauben.“

Immer wieder entnervte Manga mit schnellen Sprints seine Gegenspieler, stand hinten sicher. In der 89. Minute marschierte er dann von hinten nach vorne, bediente Thomas Seeliger, der zum 3:1 traf. Eigentlich wollte er da schon nicht mehr auf dem Platz gestanden sein, immer wieder hatte er Ristic gebeten, ihn auszuwechseln: „Ristic sagte: ,Du kannst noch laufen, also mach weiter!' Als ich dann in der 89. Minute den Ball bekam, wusste ich nicht, wie ich jetzt so schnell rennen soll. Aber dann habe ich die Fans gehört und bin einfach losgelaufen. Nach 70 Metern habe ich den Ball gepasst, und das Spiel war entschieden. Ein schönes Gefühl.“

Seine aktive Karriere musste er nach weiteren Stationen in Uerdingen, Wuppertal, Aachen, Karlsruhe, Worms und Düren bereits 2006 beenden. Nach drei Kniescheibenbrüchen spielte der Körper nicht mehr mit. Dafür ist der Erfolg als Mann im Hintergrund nun umso größer.

 Leon Balogun (li.) und Trainer Giovanni van Bronckhorst nach dem Halbfinal-Erfolg über Leipzig.
Leon Balogun (li.) und Trainer Giovanni van Bronckhorst nach dem Halbfinal-Erfolg über Leipzig. Foto: dpa/Jan Woitas

Im Jubel um die beiden Ex-Fortunen mit Pokal sollte man allerdings den einen früheren Profi der Düsseldorfer nicht vergessen, der am Mittwochabend leer ausging: Leon Balogun. Der Innenverteidiger, der von 2012 bis 2014 das Trikot mit dem F95 auf der Brust trug, gehört zu den absoluten Stützen der Glasgow Rangers, auch wenn er im Finale wegen taktischer Erwägungen von Trainer Giovanni van Bronckhorst (womöglich falscher taktischer Erwägungen?) nicht zum Einsatz kam. Dem gebürtigen Berliner Balogun blieb nur die Silbermedaille – und der Stolz auf eine überragende Europapokal-Saison der Rangers, die Favoriten wie Dortmund und Leipzig verdient stürzten.