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Fortuna Düsseldorf - Diese Diskussion spaltet die Fanszene des Zweitligisten

Nach dem 2:2 gegen Fürth : Diese Diskussion spaltet Fortunas Fanszene

Der Düsseldorfer Zweitligist hat beim 2:2 gegen Greuther Fürth nicht gerade eine Galavorstellung abgeliefert. Darin herrscht weitgehend Einigkeit bei allen Betrachtern – nicht aber darüber, wie die richtige Reaktion der Zuschauer darauf aussehen sollte. Eine heftige Diskussion im Netz ist die Folge.

Der Block 44 in der Stockumer Arena ist üblicherweise nicht gerade der Schauplatz heftigster Emotionen. Dort sitzen überwiegend die eher sachlich eingestellten Fortuna-Anhänger, die sich zwar schon einmal vom Geschehen mitreißen lassen, aber ganz sicher nicht zu Ausschreitungen neigen. Am Sonntagnachmittag beim 2:2 gegen Greuther Fürth jedoch wären dort beinahe die Fäuste geflogen – und das unter zwei Düsseldorfer Fans.

Auslöser war die Reaktion eines Zuschauers auf einen Rückpass von Jordy de Wijs auf Florian Kastenmeier und die Tatsache, dass der Torhüter den Ball noch einige Augenblicke an seinem Fuß ruhen ließ. Der Fan pfiff nach Leibeskräften und schimpfte ordentlich in Richtung Kastenmeier, unterstellte diesem dabei – vorsichtig ausgedrückt – nicht die umfassendste Eignung für den Beruf des Profifußballers.

Für einen anderen Fan genügte das zum kompletten Riss der Hutschnur. Er sprang auf, versuchte in Richtung des „Pfeifers“ zu klettern und drohte ihm eine Tracht Prügel an. Dazu kommentierte er lautstark: „Diese Jungs da unten tragen unser Trikot, da hast du nichts zu pfeifen. Wir alle haben hinter unserem Team zu stehen und es zu unterstützen.“ Wer pfeife oder gar persönlich beleidige, gehöre zurechtgestutzt.

Es kam letztlich nicht zu Handgreiflichkeiten. Wohl auch, weil die beiden schon in ihren Fünfzigern steckten und das Zueinanderklettern im vollen Block schon arg beschwerlich gewesen wäre. Diese Szene zeigte aber die große Zerrissenheit unter den Fortuna-Fans: Hier die einen, die auf ihr Recht auf freie Meinungsäußerung pochen und daher die Leistungen der Mannschaft an diesem Tag mit kräftigen Pfiffen quittierten – dort die anderen, die Pfiffe oder Beleidigungen gegen das eigene Team grundsätzlich für kontraproduktiv halten und daher ablehnen.

Eine Diskussion, die beinahe so alt ist wie der Fußball selbst. In Düsseldorf ist sie jedoch seit dem Fürth-Spiel absolut aktuell, zumal Vizekapitän Marcel Sobottka nach dem Abpfiff seinem Unmut über die negative Reaktion einiger Fans Luft machte. „Alle, die heute gepfiffen haben, können gern beim nächsten Mal zu Hause bleiben“, sagte er. „Dann habe ich lieber zweitausend Zuschauer weniger in der Arena, dafür dann aber auch nur Fans, die uns wirklich unterstützen. Auf die Leute, die wegen einer missglückten Situation gegen uns pfeifen, kann ich definitiv verzichten.“

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Ob sein Arbeitgeber, nicht zuletzt Finanzvorstand Arnd Hovemann, das ebenso sieht, darf zumindest bezweifelt werden. Doch wenn man die wirtschaftliche Seite außen vor lässt, bleibt die interessante Grundfrage, zu der sich zahlreiche Anhänger auch in den sozialen Netzwerken äußerten. Wir haben Postings einiger Vertreter beider Lage, aber auch vermittelnde Beiträge in den sozialen Netzwerken gesammelt.

Hier geht es zur Bilderstrecke: So reagieren Fortunas Fans auf die Pfiffe-Diskussion