„Histörchen“ – die etwas andere Gegnervorschau Wie Fortuna einst als Party-Crasher gegen Fürth scheiterte

Serie | Düsseldorf · Nicht selten erfolgt nach einem Abstieg ein großer Umbruch im Kader. Nicht selten steht ein Absteiger dann vor neuen Problemen. Nicht selten erwartet einen Absteiger eine schwere Saison. Fortuna Düsseldorf würde die Situation freilich gerne für sich nutzen. Nicht immer gelang das.

Fortuna Düsseldorf: Diese Ex-Spieler arbeiten jetzt beim Verein
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Diese Ex-Spieler arbeiten jetzt bei der Fortuna

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Foto: RP, Falk Janning/Falk Janning

Der heutige Gegner, die SpVgg Greuther Fürth, könnte vor größeren Problemen stehen. Dem Kleeblatt wurden bereits in der 1. Runde des DFB Pokals die Blätter gerupft und auch in der Meisterschaft sind sie bisher sieglos – und das sollte tunlichst heute (ab 13 Uhr) auch so bleiben. Wenn ein Verein den Titel Traditionsmannschaft tragen darf, gehört die Spielvereinigung eindeutig dazu. Ihre bisher letzte, und damit dritte Meisterschaft, stammt aus dem Jahr 1929. Zusammen mit dem Erzrivalen 1.FC Nürnberg dominierten die Franken lange Zeit aus dem Süden des Landes den deutschen Fußball.

Erst unlängst, beim Pokal-Aus bei den Stuttgarter Kickers, erinnerten die Fürther Ultras an diese längst vergangene Zeit, als sie verkleidet, im „20er-Jahre-Look“, ihr Team unterstützten. Doch der eindrucksvolle Auftritt der Fans deckt sich nicht mit den sportlichen Leistungen der Gegenwart. Das Kleeblatt, dass sich derzeit intensiv damit beschäftigt, dass störende „Greuther“ wieder aus dem Vereinsnamen zu verbannen, wollen schnellstens die Kurve bekommen, um nicht wieder als Mauerblümchen zu enden.

Was zuletzt geschah Am 23. Mai 2021, dem letzten Spieltag der Saison 2020/2021 wollte Fortuna eigentlich den Party-Crasher spielen und den Grün-Weißen die Aufstiegsparty vermiesen. Entsprechend forsch gingen die Flingerer an die Sache heran und belohnten sich mit der 1:0 Halbzeitführung durch den Schweden Kristoffer Peterson (26.). Sekunden vor dem Halbzeitpfiff dezimierten sich die Fürther, denn Anton Stach durfte nach einem groben Foulspiel gleich in der Kabine bleiben (45.+2).

Fortunas Chancen auf einen guten Saisonabschluss standen selbst nach dem Ausgleich (Handelfmeter, 53.) gut, denn die Rheinländer blieben cool und konterten mit den 1:2 durch Shinta Appelkamp nur 180 Sekunden später. Doch je länger die Partie dauerte, um so galliger wurde Fürth. Während die von Corona gebeutelten Kieler gegen Darmstadt patzten, drehten die Franken die Partie noch zu ihren Gunsten und tüteten den zwischenzeitlich nicht mehr für möglich geglaubten Aufstieg in die 1. Bundesliga ein.

Heimbilanz Traue keiner Statistik, die Du nicht selber gefälscht hast. Doch die Statistik der Fortuna gegen die SpVgg Greuther Fürth ist in Stein gemeißelt und bringt die ein oder andere Überraschung mit sich. Besonders positiv: Die Franken haben noch nie in Düsseldorf gewonnen. Zwölf Versuche die volle Punktausbeute zu erzielen scheiterten bisher. Sechs Fortuna-Siegen stehen sechs Unentschieden gegenüber. Das heißt im Umkehrschluss aber nicht, dass die Franken leichte Beute für die Rheinländer sind. Fortuna siegte viermal mit dem knappsten aller Heimsiege (1:0). Die beiden übrigen Siege waren jeweils ein hauchdünnes 2:1.

Die Heimatklubs der Fortuna-Profis
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Die Heimatklubs der Fortuna-Profis

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Foto: Moritz Mueller

Elf Treffen fanden in der 2. Bundesliga statt, einmal ging es um Erstliga-Punkte. Der letzte Erfolg vor eigenem Publikum liegt fast sieben Jahre zurück. Damals, am 30. Oktober 2015, erzielte Didier Ya Konan nach 78. Minuten das Tor des Tages. Seither gab es noch drei Treffen in der Arena, die allesamt mit Remis endeten.

Gesamtheitlich stellt es sich wie folgt dar:

Fortuna Düsseldorf: Spielplan in der 2. Bundesliga
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So sieht der Spielplan von Fortuna in der Zweiten Liga aus

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Foto: dpa/Marius Becker

12 Spiele: 6 Siege - 6 Unentschieden - 0 Niederlagen Torverhältnis 16:10 Tore

Was die Wechselbörse hergibt In der vergangenen Saison hätten die jeweils Ehemaligen auf beiden Seiten noch ein Großraumtaxi benötigt, wenn sie nach einem möglichen Spiel, in die Altstadt gedüst wären. Mittlerweile müsste sich Felix Klaus mit den beiden Managern Christian Weber und Rachid Azzouzi, sowie Sascha Rösler alleine auf den Weg machen. Mit Edgar Prib, Toni Pledl und Khaled Narey verließen gleich drei ehemalige Fürther die Fortuna und Havard Nielsen hat die Franken ebenso verlassen.

Grundsätzlich sind Ex-Fürther am Flinger Broich immer gern gesehen. Besonders mit Offensivkräften haben die Düsseldorfer fast ausschließlich gute Erfahrungen gemacht. Ob Marcus Feinbier, Sascha Rösler, Gustav Policella oder Dani Schahin – an allen genannten Akteuren hatten die Fans ihre Freude.

Insgesamt streiften bis heute 15 Ex-Fürther und 8 Ex-Fortunen später auch das jeweils andere Trikot über. Auf der Trainerbank und auf der Managerposition machten sich Ex-Fürther in Düsseldorf kaum Freunde. Weder Rachid Azzouzi, noch Trainer Frank Kramer zündeten. Besonders tragisch war das Scheitern des gebürtigen Düsseldorfers Mike Büskens.

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