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Fortuna Düsseldorf: Die schlechte Zweikampfquote bildet Fortunas Misere am besten ab

Extremer Handlungsbedarf : Diese Statistik bildet Fortunas Misere am besten ab

Fortuna Düsseldorf ist wieder einmal im Abstiegskampf angekommen. Gründe gibt es viele: Zu wenig geschossene Tore, zu viele kassierte zum Beispiel. Doch an einer speziellen Saisonbilanz lässt sich ablesen, woran es derzeit am meisten krankt. Welche das ist und was man ändern kann.

In ihrer 126-jährigen Vereinsgeschichte hat Fortuna Düsseldorf eher selten zu den Mannschaften gehört, denen mal den filigransten Fußball nachsagte. Natürlich gab es elegante Techniker mit viel Gefühl im Fuß – geprägt wurde Fortuna aber zumeist von einsatzstarken Kämpfern. Heiner Baltes und Egon Köhnen in der goldenen 1970ern, später dann „Lumpi“ Lambertz, Jens Langeneke oder Axel Bellinghausen.

Doch obwohl in der aktuellen Mannschaft in Kapitän Adam Bodzek ein Profi steht, der durchaus einen Platz in dieser Ehrenriege der großen Kämpfer verdient, scheint der Fortuna 2021 diese wichtige Qualität abhanden gekommen zu sein. Natürlich kann man der Truppe von Trainer Christian Preußer nicht generell nachsagen, sie schenke ihre Spiele kampflos ab – auffällig ist jedoch die schwache Platzierung der Düsseldorfer in einer aussagekräftigen Saisonstatistik.

Gemeint ist die Zweikampfquote oder besser gesagt: die Tabelle der Zweitligisten, die sich aus der Zahl der gewonnenen Zweikämpfe in Relation zu den verlorenen errechnet. Nach den bisherigen 14 Spieltagen steht Fortuna dabei nur auf dem 14. Platz, ist also in diesem Klassement noch einmal um zwei Ränge schlechter als in der eigentlichen Tabelle.

Nur vier Klubs stehen im Moment noch schlechter da: interessanterweise der nächste Heimspiel-Gegner 1. FC Heidenheim (Freitag, 18.30 Uhr, Arena), der FC Erzgebirge Aue, der SV Sandhausen und der FC Ingolstadt. Aufmerksame Beobachter werden sogleich festgestellt haben: mit Ausnahme der Heidenheimer (Achter) durchweg Vereine, die auch in der Tabelle hinter Fortuna liegen. Die kompletten Zahlen haben wir in unserer Bilderstrecke zum Durchklicken zusammengefasst.

Die Quote, die das Portal „sport.de“ dabei errechnet hat, sagt schon für sich genommen einiges aus. Die Preußer-Truppe gewann nur 48,78 Prozent ihrer Zweikämpfe; weniger als die Hälfte also, und dabei haben elf der 18 Zweitligisten zumindest die magische Marke der 50 Prozent übertroffen.

Nun sollte man Statistiken sicher nicht zum Maßstab allen Seins machen. So wies Preußer erst während der jüngsten Länderspielpause auf einen Aspekt hin. „Man muss mit manchen statistischen Werten aufpassen“, meinte der Coach. „Wenn zum Beispiel ein Innenverteidiger einen Stürmer blockt, so dass der nur noch ins Nichts köpfen kann, wird das statistisch dennoch als verlorener Zweikampf für den Abwehrspieler gewertet. Aber ich will das gar nicht schönreden oder relativieren – es stimmt ja, die Zweikampfquote ist nicht gut genug. Das sieht man ja, wenn wir persönliche Duelle verlieren und Gegentore bekommen.“

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Wie beim 0:1 in Dresden erneut geschehen: Da verlor Christoph Klarer den entscheidenden Zweikampf gegen Ransford-Yeboah Königsdörffer, konnte diesen nur noch foulen – und der Elfmeter führte zum einzigen Treffer. Zur Quote kommt übrigens noch eine weitere Zahl hinzu: Fortuna führte in ihren 14 Partien ingesamt nur 2694 Zweikämpfe, mehr als 350 weniger als die Top-Teams. Das reicht in der Rangliste der häufigsten Zweikämpfer sogar nur zu Platz 15 und zeigt, dass Fortunas Fußball 2021/22 oft zu körperlos gespielt, die direkte Auseinandersetzung Mann gegen Mann nicht genug gesucht wird.

Dies zu ändern, sollte durch entsprechende Anweisungen, Trainingsübungen und Aufstellungen sogar kurzfristig möglich sein. Die Fans würden es Preußer und seiner Elf danken. Die Tabelle womöglich auch.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Die Zweikampfquoten in der 2. Bundesliga