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Fortuna Düsseldorf: Die Rheinländer erleiden gegen Holstein Kiel Schiffbruch

1:2-Niederlage in Kiel : Fortuna erleidet Schiffbruch an der Ostsee

Fortuna hat bei Holstein Kiel verdient 1:2 verloren. Die Düsseldorfer hatten über weite Strecken keinen Zugriff auf das Spiel und offenbarten gleich eine Vielzahl von Baustellen. Danso flog zu allem Überfluss wegen einer Unsportlichkeit auch noch vom Platz.

In der Saisonvorbereitung haben die Verantwortlichen bei Fortuna immer wieder betont, man wisse vielleicht erst nach fünf bis zehn Spieltagen wirklich, wo der Verein steht. Vielleicht ist die Hoffnung, dass alles nur viel, viel besser werden kann, die positivste Erkenntnis, die man aus dem Auswärtsspiel bei Holstein Kiel ziehen kann. Denn dort präsentierte sich der Bundesliga-Absteiger in fast allen Bereichen nicht mit dem nötigen Selbstverständnis, in dieser Saison deutlich ambitioniertere Ziele erreichen zu wollen. Das 1:2 im Norden der Republik verdeutlichte, dass es noch viele offene Baustellen gibt.

Es fing durchaus vielversprechend an. Und wer weiß, wie der Arbeitstag verlaufen wäre, hätte Marcel Sobottka nach acht Minuten einen wuchtigen Kopfball ins gegnerische Tor bugsiert. Doch als nach zwölf Minuten bereits Matthias Zimmermann mit einer Muskelverletzung im Oberschenkel ausgewechselt wurde, war das wie ein Bruch im Spiel der Gäste. Die Störche jedenfalls fanden Gefallen an der Partie und erhöhten den Druck in der Offensive. Vor allem Jae Sung Lee schaltete gleich drei Gänge hoch und führte die Hintermannschaft ein ums andere Mal vor.

Recht einfach machte es Fortuna den Kielern allerdings beim Führungstreffer. Niklas Hauptmann hatte sich energisch gegen Zugang Brandon Borrello durchgesetzt und den Ball nach Innen geflankt – Florian Hartherz erwies sich abermals als Pechvogel. Sein Versuch, den Ball mit der Brust abtropfen zu lassen, erwies sich jedenfalls nicht als die cleverste Idee: Das Spielgerät ging direkt ins eigene Tor. Der ansonsten starke Florian Kastenmeier konnte da nur hinterhergucken. Aufbäumen? Ein Ruck, der durch die Mannschaft ob dieses Rückschlags gehen würde? Fehlanzeige. Das Selbstvertrauen war fortan ganz tief im Keller. Danso ließ sich immer wieder von Lee ausspielen, Hartherz lief der Musik komplett hinterher. Aber auch in den Mannschaftsteilen davor totale Konfusion.

Trainer Uwe Rösler versuchte zu dirigieren, doch es sollte einfach nicht gelingen, dass seine Mannschaft Zugriff auf die Begegnung bekam. Das wäre allerdings auch äußerst verwunderlich gewesen bei einigen Auftritten seiner Spieler. Kenan Karaman zum Beispiel weiß seine Qualitäten hervorragend zu verstecken. Etliche Bälle, die auf ihn in die Spitze gespielt wurden, wanderten auf direktem Weg zum Gegner.

Es lag allerdings nicht an nur einem Spieler, dass Fortuna teilweise so ins Schwimmen geriet. Rösler war durch diverse Verletzungen mal wieder gezwungen, sein Team umzustellen. Dem Spiel tat das gewiss nicht gut. Denn einige hingen augenscheinlich ziemlich in den Seilen, wussten nicht so richtig, wo auf dem Feld ihr Wirkungskreis ist. Shinta Appelkamp musste bei seiner Premiere in der Startelf auf die Außenbahn und fühlte sich dort sichtlich unwohl. Ein echter Mutmacher: Kastenmeier entwickelt im Tor immer mehr Profil und ist der Rückhalt, den man sich erhofft hat. Und auch Luka Krajnc, der kurzfristig für Andre Hoffmann in die Partie gekommen war, hinterließ einen guten Eindruck – vor allem, was seine Qualitäten im Luftkampf betrifft.

Der erste (!) ernsthafte Angriff der Düsseldorfer in der zweiten Hälfte nach 59 Minuten stellte die Partie auf den Kopf. Der emsige Thomas Pledl setzte sich auf der rechten Seite durch und hämmerte den Ball in die Mitte. Dort wartete Jonas Meffert, der die finstere Absicht hatte, den Ball zu klären – das gelang ihm nicht. Wie Hartherz im ersten Durchgang erzielte auch Meffert ein Eigentor.

Mehr Sicherheit für Fortuna? In sehr überschaubaren Grenzen. Und mit etwas Pech hätte es auch kurz darauf wieder einen Rückstand geben können. Doch das vermeintliche Tor der Kieler wurde völlig zurecht nach Intervention des Kölner Keller aberkannt. Fin Bartels hatte zuvor Jean Zimmer von den Beinen geholt. Wie blank die Nerven schon zu diesem Zeitpunkt der Saison liegen, offenbarte sich, als Rösler nach einem kleinen Disput mit Schiedsrichter Patrick Ittrich kurz davor stand, auf die Tribüne geschickt zu werden.

Fortuna fand nun immerhin besser in die Auseinandersetzung und nahm den Kampf an. Immer wieder versuchten die Düsseldorfer, frühzeitig zu stören und so den Druck aufrechtzuerhalten. Doch alsbald waren die Bemühungen auch schon wieder erloschen. Kurz vor Spielende leiste sich Jean Zimmer einen folgenschweren Stellungsfehler. Beim anschließenden Versuch, die Situation zu bereinigen, erwischte er den Ball auf dem Boden liegend mit der Hand. Alexander Mühling traf zum Sieg. Peinlich, was sich Kevin Danso leistete, der Mühling den Ball vor Ausführung des Elfmeters vom Punkt nahm. Ittrich zögerte nicht lange und schickte den schon verwarnten Innenverteidiger vom Feld. Eine Szene, die verdeutlichte, dass bei Fortuna noch so einiges im Argen liegt.