Fortuna Düsseldorf: DFB-Vize Peter Frymuth wird Aufsichtsrat bei Bundesligist

Peter Frymuth im Kontrollgremium des Bundesligisten : DFB-Vize wird Fortuna-Aufsichtsrat

Peter Frymuth wird Aufsichtsrat von Fortuna Düsseldorf. Er tritt die Nachfolge von Christian Veith an. Der 63-Jährige ist auch Präsident des Fußballverbands Niederrhein und DFB-Vize.

Peter Frymuth ist derzeit ans Krankenbett gefesselt. Der 63-Jährige liegt nach einer Knie-OP im Düsseldorfer Diakonie-Krankenhaus. Am vergangenen Freitag war er zu Hause unglücklich gestürzt, dass der Eingriff am Dienstag nötig wurde. „Ich hoffe, dass ich bis Weihnachten entlassen werde“, sagt er im Gespräch mit unserer Redaktion. „Wenn ich aber an das Reha-Programm in den nächsten sechs Wochen denke, dann komme ich jetzt schon ins Schwitzen.“

Dazu kommt nun noch eine weitere schweißtreibende Aufgabe. Frymuth ist einer der größten Strippenzieher im Fußball hierzulande. Der 63-Jährige ist bestens vernetzt. Von November 2004 bis Januar 2014 war er bereits Vorstandsvorsitzender von Fortuna Düsseldorf – nun ist er vom Wahlausschuss in den Aufsichtsrat berufen worden. Der Wahlausschuss des Bundesligisten hat einstimmig beschlossen, ihn mit Wirkung vom 18. Dezember, so heißt es in einer Mitteilung, für drei Jahre in das Kontrollgremium zu berufen. Er tritt damit die Nachfolge von Dr. Christian Veith an, der im November von seinem Amt zurückgetreten war.

„Wir freuen uns sehr, dass wir Peter Frymuth für die Mitarbeit im Aufsichtsrat gewinnen konnten. Er kennt unseren Verein bestens und ist durch die langjährige Tätigkeit für die Fortuna auch im gesamten deutschen Fußball anerkannt und vernetzt“, sagt der Wahlausschussvorsitzende Thomas Bollien. „In Düsseldorf genießt Peter Frymuth hohes Ansehen. Wir sind überzeugt, dass er mit seiner langjährigen Erfahrung und seiner ausgleichenden, aber gleichwohl starken Persönlichkeit zur erfolgreichen Arbeit des Gremiums beitragen wird.“

Frymuth ist seit 2014 Ehrenmitglied des Vereins. Er sagt: „Ich möchte dem Verein durch meinen Beitrag im Aufsichtsrat helfen und meine langjährigen Erfahrungen teilen.“ Frymuth gehört nicht zu den Lautsprechern in der Branche. In seiner Amtszeit als Vorstand hat er den Verein wiederbelebt und zurück ins professionelle Geschäft geführt. Dazu gehört auch, die Entschuldung voranzutreiben. Auch nach seinem Ausscheiden hat er den Weg von Fortuna eng begleitet. Mit Einschätzungen hat er sich indes immer bewusst zurückgehalten. „Fortuna ist für mich nicht irgendein Verein. Das ist ein Stück Heimat.“

Im Aufsichtsrat tobt seit Monaten ein erbittert geführter Richtungsstreit. Der Wahlausschuss hoffe mit der Personalie Frymuth, so heißt es aus gut informierten Kreisen, die unterschiedlichen Strömungen in den Griff zu bekommen. Frymuth soll als eine Art Moderator die Parteien einen. Das Amt des Aufsichtsratsvorsitzenden strebe er ausdrücklich nicht an. „Ich bin gebeten worden, mich zu engagieren. Diese Aufgabe übernehme ich gerne. Ich will mich einbringen und auch unangenehme Fragen stellen.“ Fortunas Ehrenpräsident Hans Noack kann aus gesundheitlichen Gründen schon seit geraumer Zeit nicht mehr an Sitzungen des Gremiums teilnehmen. In Frymuth soll nun eine honorige Person wieder die Rolle übernehmen, die Grabenkämpfe zu beenden.

Seine zusätzlichen Aufgaben als DFB-Vize und Präsident des FVN sieht Frymuth, verheiratet und Vater zweier Kinder, nicht als Problem. „Ich möchte meine Aufgabe bei Fortuna auch nicht überbewerten“, sagt er. „Ich habe keine staatstragende Rolle, sondern bringe mich in einem begrenzten Rahmen ein. Als Vorstandsvorsitzender hätte ich nicht zur Verfügung gestanden.“ Die aktuelle sportliche Situation schätzt er als äußerst angespannt ein. „Die Situation ist schwierig – und sie wird auch bis zum Saisonende schwierig bleiben. Jeder, der es anders eingeschätzt hat, der muss nun erkennen, dass er sich getäuscht hat. Um so wichtiger ist es, dass wir uns auf das sportliche konzentrieren und die Störfeuer drumherum beenden.“

(gic)