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Fortuna Düsseldorf - Deshalb war es kein Spiel für die Stürmer der Rheinländer

Beim 0:1 in Sandhausen : Deshalb war es kein Spiel für Fortunas Stürmer

Die Düsseldorfer waren fast permanent feldüberlegen, verloren aber dennoch beim SV Sandhausen 0:1. Mit Ausnahme des agilen Dawid Kownacki hingen die Stürmer zumeist in der Luft. Wie Rouwen Hennings die Problematik zu erklären versucht.

Es war nicht Fortunas Spiel. Nicht das der Stürmer, die im Ansatz viele Chancen produzierten, aber im letzten Moment doch nicht effektiv genug waren. Nicht das der Mittelfeldspieler, die ohne den an einem Magen-Darm-Infekt erkrankten Marcel Sobottka nicht die nötige Ordnung entwickelten. Und auch nicht das der Abwehrspieler, die sich (sieht man einmal von den Sandhäuser Kontern der Schlussminuten ab) kaum Angriffen des SV Sandhausen gegenübersahen, 45 Sekunden nach Wiederbeginn aber doch den Gegentreffer zur ersten Niederlage der Saison hinnehmen mussten.

Vor allem die Angreifer mussten aber angesichts ihres mindestens 70 Minuten langen Anrennens ohne Erfolgserlebnis nahezu verzweifeln. Rouwen Hennings versuchte sich unmittelbar nach Spielende an einer Erklärung: „Es war ein ganz anderes Spiel als die Spiele zuvor. Sandhausen hat nicht so hoch Druck gemacht wie Magdeburg und Paderborn, hat viel mit langen Bällen operiert. Dadurch war das Feld zum Verteidigen sehr, sehr groß. Nach vorne hin hatten wir dann zwar unsere Möglichkeiten, aber da war immer ein Bein dazwischen. Und dann kam auch noch in fast letzter Minute eine sehr gute Parade.“

Auch bei Standards habe Fortuna ihre Chancen gehabt. „Der Lange (Christoph Klarer, d. Red.) kam zweimal zum Kopfball, hat ihn diesmal aber leider nicht reingemacht“, sagte Hennings. „Es ist einfach ärgerlich.“ Festzustellen bleibt aber auch, dass Fortuna bei aller Feldüberlegenheit nur zu Beginn wirklich kreativ wirkte. Mangelndes Engagement oder gar Arroganz konnte man ihr auch danach sicher nicht vorwerfen, aber der Esprit der Auftaktphase war dahin.

Doch wie kam es, dass Fortuna nach diesen sehr guten ersten 20, 25 Minuten plötzlich den Faden verlor – fast so, als sei ihr die von Schiedsrichter Sven Waschitzki-Günther verordnete Trinkpause nicht bekommen? „Gute Frage, weiß ich nicht“, antwortete Hennings. „Wir haben es ja weiterhin mit spielerischen Lösungen versucht und sind auch in ordentliche Abschlusspositionen gekommen. Wir kamen auch außen gut durch, nur war dann der letzte Pass nicht da.“

Als gar nichts Anderes mehr ging, versuchten es die Gäste mit den schlichten Mitteln des Fußballs. „Zum Ende hin, wenn die Mannschaften es hinten verdichten, dann holt man auch die Brechstange raus“, erklärte der Torjäger. „Dadurch bekamen wir auch noch mal eine Riesenmöglichkeit für Daniel Ginczek, aber die ging leider auch nicht rein.“

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Zur ganzen Wahrheit gehörte natürlich auch, dass den Offensivkräften bei allem Bemühen die Ideen ebenso abgingen wie die zwingende Dynamik. Letztere brachte im Grunde nur Dawid Kownacki hinein, der immer wieder anschob, einmal auch zwei Sandhäuser aussteigen ließ, dann aber ebenso am starken SVS-Schlussmann Patrick Drewes scheiterte wie Ginczek, der nach dem Polen noch den besten Eindruck hinterließ.

An Hennings lief das Spiel dagegen weitestgehend vorbei; auch, weil die robusten Abwehrspieler der Gastgeber ihn im Wissen um seine Torgefährlichkeit nahezu in den Klammergriff nahmen. Sein einziges Erfolgserlebnis blieb somit die Szene, als er nach einer Chance von Tom Trybull auf der eigenen Torlinie rettete. Auch Kristoffer Peterson und Felix Klaus kamen vorn nicht durch. Der eingewechselte Kwadwo Baah zeigte zwei gute Antritte, doch ein verheerender Ballverlust bewies auch, dass der 19-Jährige noch viel lernen muss. Immerhin: Baah sprintete energisch zurück und machte seinen Fehler wieder gut.

Umwerfen lasse sich die Mannschaft von dieser ersten Niederlage der Saison jedoch nicht, versicherte Hennings. „Wer gedacht hat, dass wir 34 Spiele gewinnen, der ist heute in der Realität angekommen. Glücklicherweise gab es davon bei uns in der Mannschaft niemanden. Wir wussten, dass es einmal Rückschläge geben wird. Wichtig ist nur, wie man damit umgeht.“ Zum Beispiel am 14. August daheim gegen Greuther Fürth.

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