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Fortuna Düsseldorf: Der Zweitligist will sich bei Impfung gegen Corona nicht vordrängen wie Vorstoß von Karl-Heinz Rummenigge anregt

Früherer Corona-Schutz für Spitzensportler? : Fortuna lehnt Sonderrolle bei Impfung ab

In der Coronakrise gibt es Forderungen, dass Spitzensportler in der Priorisierung nach vorne rutschen und früher geimpft werden. Jetzt hat sich auch Bayern-Boss Rummenigge zu dem Thema geäußert. Bei Fortuna hat man dazu schon lange eine klare Meinung.

Seit Anfang der Woche haben bundesweit die Impfzentren geöffnet. Bis Ende September, so hat es Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mehrfach angekündigt, soll allen Erwachsenen hierzulande, ein Angebot für eine Impfung gemacht werden – vorausgesetzt, man will es auch.

Wie könnte die Impfbereitschaft erhöht werden? Fußballprofis könnten Vorbilder bei der Impfung gegen das „Lässt sich beispielsweise ein Spieler des FC Bayern impfen, wächst das Vertrauen in der Bevölkerung“, sagte der Vorstandsvorsitzende des deutschen Rekordmeisters Bayern München dem Sender „Sport1“. „Wir wollen uns überhaupt nicht vordrängen, aber Fußballer könnten als Vorbild einen gesellschaftlichen Beitrag leisten.“

Und weiter sagt er: „Aktuell haben wir offensichtlich noch zu wenig Impfstoff, und ein Teil der Bevölkerung betrachtet das Impfen aus Sorge vor möglichen Nebenwirkungen noch kritisch. Hier kann der Fußball aber etwas ganz Wichtiges leisten und mit gutem Vorbild vorangehen.“

Bislang war die Priorisierung nicht nach möglicher Werbewirksamkeit, sondern medizinischer Indikatoren aufgebaut. Spitzensportler sind in der aktuellen Impfverordnung nicht priorisiert. In der Einteilung haben zunächst Bewohner und Mitarbeiter von Pflegeeinrichtungen sowie alle Menschen über 80 Vorrang. Danach kommen alle anderen Gruppen nach und nach dran.

Frühere Impfungen für Spitzensportler? Diese Debatte will nicht verstummen. Zwar lehnen viele Sportfunktionäre eine Bevorzugung von Athleten ab – ganz hinten anstellen aber wollen sie sich auch nicht. Vor Rummenigge war es zu einer Wortmeldung von Alfons Hörmann gekommen. Der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) sprach sich dafür aus, dass mögliche Olympia-Teilnehmer „im zweiten Quartal möglichst bald an die Reihe kommen - nicht im Sinne einer Bevorzugung, sondern dann, wenn genügend Impfstoff da ist“. Der Chef des Deutschen Olympischen Sportbundes erwartet für das Frühjahr und die Wochen vor den Sommerspielen in Tokio „ein völlig anderes Szenario“ als jetzt in der Zeit der Knappheit des Corona-Impfstoffs, wie Hörmann in einem „Sportschau“-Podcast sagte.

Speerwurf-Bundestrainer Boris Obergföll wünscht sich eine Impfung der deutschen Olympia-Delegation. „Aus Deutschland werden rund 1000 Athleten und Betreuer nach Tokio reisen. Das sind 1000 von 83 Millionen Menschen“, sagte er. „Sie sollten geimpft werden - und wenn es geht, im Juni und nicht zwei Wochen vor den Spielen. Darüber sollte man nachdenken.“ Zuerst müsste man schauen, dass die 20 Millionen Menschen aus den Risikogruppen geimpft würden, räumte Obergföll ein. „Dann würde ich aber schon schauen - bei der geringen Anzahl von Athleten und Betreuern -, dass sie vor den Olympischen Spielen, wenn genügend Impfdosen zur Verfügung stehen, geimpft werden. Vielleicht klappt das“, meinte Obergföll.

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Und was sagt man bei Fortuna zu der aktuellen Diskussion? Eine Sonderrolle für den Fußball lehnt Vorstand Klaus Allofs ab. „Nein, unsere Gesellschaft ist schon gespalten genug“, sagte er bereits im Januar. „Dafür gibt es auch überhaupt keinen Anlass. Die zuständigen Behörden haben Prioritätenlisten erstellt. Die sollten abgearbeitet werden. Wir tun gut daran, alle gemeinsam durch diese Krise zu gehen und als Land so gut es geht zusammenzuhalten.“

Würde sich Allofs eigentlich sofort impfen lassen, wenn für ihn die Möglichkeit dazu besteht? „Ja, würde ich“, sagte er im Gespräch mit unserer Redaktion. „Ich bin so erzogen worden, dass ich mich wissenschaftlichen Erkenntnissen immer mindestens aufgeschlossen gegenüber zeige. Ich selbst und meine Kinder haben alle relevanten Impfungen bisher genutzt. Ich sehe überhaupt keinen Anlass daran zu zweifeln, dass man sich auch vor dem Coronavirus schützen sollte. Am Ende muss es doch darum gehen, dass wir alle zurück zu einem halbwegs normalen Leben kommen wollen.“